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PowerToys: Microsoft mit KI-Zwischenablage ohne Cloudzwang

Microsoft rüstet seine erweiterte Zwischenablage mit lokaler KI-Verarbeitung auf. Die Neuerung soll ein Datenschutzproblem von KI lösen.
/ Andreas Donath
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Windows-Tastatur (Bild: Pexels)
Windows-Tastatur Bild: Pexels

Microsoft hat seinem Advanced Paste Feature in Powertoys für Windows 11(öffnet im neuen Fenster) ein Update spendiert. Die Version 0.96 bringt Unterstützung für On-Device-KI-Modelle – ein Paradigmenwechsel für Nutzer, die bislang auf cloudbasierte Dienste angewiesen waren und so womöglich den Datenschutz verletzten oder Betriebsgeheimnisse verrieten.

Die neue Version ermögliche das Routing über Microsofts Foundry Local Tool oder die Open-Source-Plattform Ollama, berichtet The Verge(öffnet im neuen Fenster) . Beide Optionen nutzen die Neural Processing Unit (NPU) (öffnet im neuen Fenster) des Geräts, um KI-Operationen lokal abzuwickeln. Damit entfallen API-Kosten für einfache Aufgaben wie Textübersetzungen oder Zusammenfassungen von Zwischenablage-Inhalten.

Lokale Verarbeitung auf leistungsfähiger Hardware

Nutzer behalten ihre Daten nun auf dem eigenen Rechner, statt sie an Server im Ausland zu senden. Das Update adressiert Datenschutzbedenken, die bei der Verarbeitung sensibler Informationen über cloudbasierte KI-Services entstehen können.

Neben der lokalen Verarbeitung erweitert das Update die Kompatibilität mit mehreren Online-KI-Anbietern. Advanced Paste funktioniert jetzt mit Azure OpenAI, Gemini und Mistral – eine deutliche Ausweitung gegenüber der bisherigen Beschränkung auf OpenAI. Nutzer können mehrere Endpoints parallel konfigurieren und je nach Anforderung zwischen verschiedenen Modellen wechseln.

Interface-Updates und Modellflexibilität

Das Advanced Paste Interface wurde in diesem Release visuell überarbeitet. Das Tool zeigt nun den aktuellen Zwischenablage-Inhalt direkt im Fenster an – ein Feature, das sich in den Einstellungen deaktivieren lässt. Ein neues Dropdown-Menü ermöglicht die Auswahl des KI-Modells für die aktuelle Aufgabe.

Die Einrichtung von Endpoints wurde über die Advanced-Paste-Settings-Seite vereinfacht. Nutzer fügen Provider über "Endpoint hinzufügen" hinzu und konfigurieren Details wie API-Keys, Endpoints und Modellnamen über einen dedizierten Dialog.

Die Möglichkeit, mehrere Endpoints zu konfigurieren, dürfte sich für Nutzer mit unterschiedlichen Content-Typen als nützlich erweisen. Manche KI-Modelle performen bei bestimmten Aufgaben besser.

Kostenreduktion durch weniger API-Nutzung

Das Powertoys-Team überarbeitete sowohl die Einstellungen-Oberfläche als auch das Hauptfenster von Advanced Paste – mit einem nach eigener Aussage saubereren, moderneren Erscheinungsbild.

Für Nutzer mit kompatibler Hardware könnte die On-Device-Verarbeitung zudem auch API-Kosten reduzieren. Modelle lokal über die NPU laufen zu lassen, bedeutet zudem, dass das Tool ohne Internetverbindung funktioniert – vorausgesetzt, die benötigten KI-Modelle sind bereits heruntergeladen.

Das Update steht über den Powertoys' Update-Checker oder die offizielle Release-Seite zur Verfügung. Microsoft entwickelt Powertoys weiterhin als Suite von Utilities für Windows-11-Nutzer, die zusätzliche Funktionalität jenseits der Standardbetriebssystem-Features suchen. Das Advanced Paste Tool ist eine Komponente von Microsofts Ansatz, KI-Fähigkeiten in Windows zu integrieren.


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