Power to Liquid: Millioneninvestition für nachhaltiges Flugbenzin

Das Bundesverkehrsministerium stellt 157 Millionen Euro aus seinem Haushalt bereit, um die industrielle Herstellung von synthetischem Kraftstoff, konkret Power-to-Liquid-Kraftstoffen(öffnet im neuen Fenster) , zu erforschen. Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)(öffnet im neuen Fenster) mit. Die Anlage, in der unterschiedliche Technologien über den gesamten Herstellungsprozess hinweg untersucht werden sollen, wird im Chemiepark Leuna südlich von Halle/Saale in Sachsen-Anhalt errichtet.
Aus Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff sollen unter annähernd industriellen Bedingungen Kraftstoffe erzeugt werden, die zum Beispiel dem derzeit eingesetzten Kerosin entsprechen. CO 2 und H 2 sollen dafür aus nachhaltigen Quellen stammen, etwa aus Elektrolyse von Wasser und eingefangenen Abgasen der nahen Industrieanlagen.
Nach der Umwandlung von CO 2 in CO wird ein Synthesegas aus Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid in langkettige Kohlenwasserstoffe überführt. Das Ergebnis ist synthetisches Rohöl, das anschließend durch Raffination unter anderem in Kerosin überführt werden soll.
Skalierung als Herausforderung
Die Anlage soll 2028 in Betrieb genommen werden. Bis 2035 sollen die Forschungen abgeschlossen sein. Ist die volle Kapazität erreicht, könnten pro Jahr bis zu 2.500 Tonnen synthetischer Kraftstoff erzeugt werden. Damit ließe sich mit einem Airbus A320 etwa hundertmal der Atlantik überfliegen.
Würde man allein die Kosten für den Aufbau der Anlage gegenrechnen, würde der synthetische Kraftstoff je Liter knapp 7 Euro kosten. Inklusive Betrieb und Energieaufwand wären 10 Euro je Liter sicherlich realistisch, im Vergleich zu 60 Cent für Kerosin.
Allerdings ist es das Ziel dieser Forschung, den großen Abstand bei den Herstellungskosten deutlich zu verringern.
Geringe Effizienz ist problematisch
Entscheidender dürfte das Problem der geringen Energieausbeute sein. Wasserstoff und CO 2 in ausreichender Konzentration herzustellen, ist energieintensiv. Die verwendete Fischer-Tropsch-Synthese findet bei hohen Temperaturen und Drücken statt.
Schließlich muss das Rohöl noch verarbeitet werden, so dass ungefähr die dreifache Menge an Energie aufgewendet werden muss, als später wieder aus dem synthetischen Kraftstoff gewonnen werden kann. Hinzu kommt, dass die Verbrennung selbst wiederum ineffizient ist.
Meike Jipp, Bereichsvorständin Energie und Verkehr beim DLR, sagte, strombasierte Kraftstoffe seien eine Möglichkeit, die Luftfahrt klima- und umweltverträglicher zu gestalten. Energiedichte und Speicherfähigkeit seien kaum zu übertreffen. Zudem sei die Technik eine Chance, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern.



