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Poulson: Für Intels vorletzte Itanium-Generation ist Schluss

Die Poulson-Prozessoren werden eingestellt. Intel bietet somit nur noch die letzte Itanium -Generation namens Kittson an. Der einzige Kunde ist HPE , das Projekt insgesamt damit fast am Ende.
/ Marc Sauter
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Itanium-Roadmap (Bild: Intel)
Itanium-Roadmap Bild: Intel

Intel hat die Produktion der Itanium 9500 (Poulson) eingestellt und wird ab September 2018 keine CPUs mehr verkaufen. Das geht aus einer aktuellen Product Change Notification ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) des Herstellers hervor. Poulson wird aber bis 2021 noch Support erhalten - faktisch betrifft das nur Hewlett Packard Enterprise, denn andere Kunden gibt es für Itanium nicht mehr.

Die Poulson -Chips wurden im November 2011 veröffentlicht, sie passen in den Sockel LGA 1248 und nutzen DDR3-Arbeitsspeicher. Diese Fassung wurde auch schon für den Tukwila genannten Vorgänger und den aktuellen Kittson verwendet. Die aktuellen Itanium 9700 entsprechen ohnehin praktisch den Itanium 9500: Die CPUs haben vier oder acht Kerne mit Hyperthreading für 8 oder 16 Threads. Hergestellt werden sie im alten 32-nm-Verfahren. Daraus resultieren 3,1 Milliarden Transistoren und eine TDP von bis zu 170 Watt. Neu ist nur der leicht höhere Takt beim Itanium 9750 und beim Itanium 9760.

Kunde für die Kittson ist Hewlett Packard Enterprise: Der Hersteller unterstützt die Chips bis 2025. Sie werden in den Integrity-i6-Servern eingesetzt und benötigen ein passendes Betriebssystem. Das entsprechende HP-UX 11i v3 wurde im Juni 2017 veröffentlicht. Gedacht sind die Systeme für Mission-Critical-Bereiche, was einer der Gründe ist, wieso HPE die Itanium weiter einsetzt.

Einst sollten die Prozessoren aufgrund ihrer Epic-VLIW-Architektur und dem nativ ausführbaren 64-Bit-Code einen Vorteil gegenüber den damals üblichen 32-Bit-CPUs aufweisen. Angesichts von AMDs Sledgehammer-Opterons (K8-basiert) ab 2003 und ein Jahr später durch Intels eigene Nocona-Xeons (Netburst mit Intel64) erwiesen sich die seit 2001 verfügbaren Itaniums aber als Fehlinvestition. In der Branche kursiert daher die spöttische Bezeichnung Itanic - angelehnt an die angeblich unsinkbare Titanic.


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