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Potatop: Selbstgebauter Laptop hat zwei Jahre Akkulaufzeit

Ein Bastler macht sein Projekt mit Absicht zu einer "Potato". Schließlich soll es irgendwann unendlich lange ohne Steckdose laufen können.
/ Oliver Nickel
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Der PotatoP läuft zwei Jahre lang im Akkubetrieb. (Bild: Andreas Eriksen)
Der PotatoP läuft zwei Jahre lang im Akkubetrieb. Bild: Andreas Eriksen

Der Bastler und Entwickler Andreas Eriksen arbeitet an einem portablen Computer, der eine enorme Akkulaufzeit aufweisen soll. Der PotatoP(öffnet im neuen Fenster) soll bis zu zwei Jahre lang mit einer Akkuladung auskommen. Das Ziel ist es, die Maschine bei durchschnittlichem Umgebungslicht unendlich lange laufen zu lassen.

Möglich machen das mehrere Faktoren. Zum einen wird der Rechner, den der Bastler selbst als eine Art Laptop bezeichnet, neben dem 12.000-mAh-Akku auch von einer Solarzelle angetrieben. Die befindet sich rechts neben dem Display. Das ist ein zweiter wichtiger Faktor: Statt einem IPS- oder OLED-Panel entscheidet sich Eriksen für ein energieeffizientes Monochrom-Display ohne Hintergrundbeleuchtung – ähnlich wie es auch bei Taschenrechnern oder alten Handhelds wie dem Game Boy zu finden ist.

Das Display misst 4,4 Zoll und ist mit einer Farbtiefe von 1 Bit bei 400 x 240 Pixeln Auflösung relativ eingeschränkt. Nicht umsonst nennt der Bastler sein Gerät PotatoP in Anlehnung an das Wort Potato (englisch für Kartoffel). In der Tech-Community ist eine Potato ein Gerät mit schlechter Leistung. Das kann eine alte Kamera mit geringer Auflösung oder ein für heutige Standards langsamer Computer sein.

PotatOS auf Basis von Lisp

Das Verwenden langsamer und eingeschränkter Hardware ist zu Gunsten der Akkulaufzeit von Eriksen so gewollt. Für das Projekt schrieb der Bastler zudem ein auf Lisp(öffnet im neuen Fenster) basierendes Betriebssystem – genannt PotatOS. Das Ganze läuft auf einem Ambiq-Apollo3-SoC, welches speziell für solche speziellen Szenarien entwickelt wurde. Die CPU taktet mit maximal 96 MHz. Außerdem sind ein Bluetooth-LE-Controller, 384 KByte RAM und 1 MByte Flashspeicher vorhanden. Die meisten Softwarekomponenten kann Eriksen aber über eine SD-Karte mittels Adapter laden.

Interessant: Die Tastatur – ein Happy Hacking Keyboard – ist wohl die teuerste Komponente bei diesem Build. "Ich mag das Layout" , schreibt Eriksen dazu. Beim Happy Hacking Keyboard wird etwa die Feststelltaste durch die Steuerungstaste ersetzt.

Den Code für PotatOS stellt der Bastler auf Github(öffnet im neuen Fenster) frei zur Verfügung. Möglicherweise lassen sich auch andere DIY-Enthusiasten davon inspirieren.


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