• IT-Karriere:
  • Services:

Postmortem: Horizon Zero Dawn und der späte Fokus

Vernichtende interne Testergebnisse wenige Monate vor der Veröffentlichung - und dann doch glänzende Kritiken: Entwickler Eric Boltjes erzählt von der Entstehung von Horizon Zero Dawn.

Artikel von veröffentlicht am
Auf der GDC 2018 hat Guerilla Games über die Arbeit an Horizon Zero Dawn gesprochen.
Auf der GDC 2018 hat Guerilla Games über die Arbeit an Horizon Zero Dawn gesprochen. (Bild: Guerilla Games/Foto: Golem.de)

"Es war ein Desaster", sagt Eric Boltjes über die internen Playtests von Horizon Zero Dawn. Rund 20 Gamer durften beim niederländischen Entwicklerstudio Guerilla Games die damalige Version des Spiels rund zwölf Monate vor der Veröffentlichung ausprobieren - fünf Tage lang rund um die Uhr. Aber sie mochten es nicht: "Das Feedback war vernichtend, das Spiel hat den Testern keinen Spaß gemacht, es war viel zu schwierig und überhaupt ziemlicher Mist".

Inhalt:
  1. Postmortem: Horizon Zero Dawn und der späte Fokus
  2. Pferd raus und Fokus rein

Trotzdem hat Boltjes, einer der Lead Game Designer, in den folgenden Monaten das schier Unmögliche geschafft: Als Horizon Zero Dawn im Februar 2017 exklusiv für die Playstation 4 auf den Markt kam, erhielt es fast durchgehend sehr gute Kritiken. Auch Golem.de lobte die grafisch wunderschön gestaltete Spielwelt, die fast durchgehend herausragende Technik, die vielen lebendigen Details und die kluge Verknüpfung von Handlung und Spielmechanik. Das Spiel traf ganz offenbar auch den Nerv der Spieler: Bislang hat Publisher Sony weltweit rund sieben Millionen Einheiten verkauft.

Die Arbeiten an Horizon Zero Dawn begannen im Jahr 2011 mit rund 70 Seiten Konzept in Form einer Powerpoint-Präsentation, wie Boltjes auf der Spieleentwicklermesse GDC 2018 in San Francisco erzählt. Die Grundlagen standen damals schon fest und wurden im Laufe der Entwicklung erstaunlich wenig verändert: Das Spiel sollte in einer majestätisch schönen, postapokalyptischen Welt spielen, in der sich Spieler gerne aufhalten - also nicht in einer radioaktiv verstrahlten Einöde oder vergleichbaren düsteren Umgebung. Es sollte atemberaubend animierte Maschinen und Roboterdinosaurier geben, exotisch wirkende Stämme und eine offene Welt. Das sei damals noch etwas Ungewöhnliches gewesen und dem Team sehr ambitioniert vorgekommen, erzählt Boltjes. Trotzdem hätten sie mit einer Entwicklungszeit von etwa zweieinhalb Jahren gerechnet - letztlich wurde es etwas mehr als das Doppelte.

Das Team programmierte viele Prototypen für unterschiedliche Elemente des Spiels, etwa für die Dinosaurier oder für die Städte - im frühen Stadium waren wesentlich größere Siedlungen geplant, als sie schließlich im Spiel zu finden waren. Durch die Prototypen seien sie zwar auf viele spannende Ideen gekommen, sagt Boltjes, aber ein stimmiges Gesamtbild habe sich nicht ergeben.

  • Ein erstes Konzept für einen Roboterdino (Bild: Guerilla Games/Foto: Golem.de)
  • Aloy sah auf frühen Konzepten noch sehr anders aus als später. (Bild: Guerilla Games/Foto: Golem.de)
  • Aloy auf einer frühen Konzeptzeichnung (Bild: Guerilla Games/Foto: Golem.de)
  • So hatten sich die Entwickler die Welt von Horizon Zero Dawn vorgestellt. (Bild: Guerilla Games/Foto: Golem.de)
Ein erstes Konzept für einen Roboterdino (Bild: Guerilla Games/Foto: Golem.de)
Stellenmarkt
  1. Nagel-Group | Kraftverkehr Nagel SE & Co. KG, Berlin, Frankfurt am Main, München, Hamburg
  2. Henry Schein Dental Deutschland GmbH, Hamburg, Kiel

Eines der großen Probleme war laut Boltjes, dass Guerilla Games nur Technologie für seine linearen Killzone-Spiele hatte und viele Systeme für Horizon Zero Dawn von Grund auf neu programmieren musste. Andere Schwierigkeiten ergaben sich dadurch, dass die Entwickler erst recht spät die Handlung festlegten. "Das hat uns zwar viel Raum für Experimente gegeben", sagt Boltjes. "Als wir die Details der Story hatten, haben wir aber gemerkt, dass wir selbst erst dann eine echte Vorstellung von Horizon hatten - was sehr geholfen hat".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Pferd raus und Fokus rein 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 5,99€
  2. gratis (bis 22.04.)
  3. 4,49€

Janquar 04. Apr 2018

Die Grafik war ja auch schön, aber das Spiel war/ist auch nur ein normaler OpenWorld...

Clown 03. Apr 2018

Wenn Du in ein unbekanntes Restaurant gehst, dann weißt Du doch auch nicht, obs Dir...

Clown 03. Apr 2018

Das sehe ich auch so. Horizon hat bei jedem Kampf Spaß gemacht, selbst wenn er mal zu...

Keepo 27. Mär 2018

die cryengine liefert immernoch ziemlich beeindruckende games und grafik. wie z.b...

worschtebrot 27. Mär 2018

Danke für den Tipp!


Folgen Sie uns
       


It Takes Two - Fazit

Nur für zwei: Das Action-Adventure It Takes Two schickt ein geschrumpftes Paar in eine herausfordernde und herzerwärmende Romantic Comedy.

It Takes Two - Fazit Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /