Abo
  • IT-Karriere:

Post-Quanten-Kryptographie: Zu viele Vorschläge und zu viele Bytes

Die Standardisierung von Verschlüsselungsverfahren, die Sicherheit vor Quantencomputern bieten, ist nicht einfach. Noch sind viel zu viele Vorschläge im Rennen.

Artikel von Hanno Böck veröffentlicht am
Ist Seaside ("CSIDH") die Zukunft der Netzverschlüsselung? Zumindest aktuell gibt es noch einige Zweifel an der Sicherheit, doch praktisch wäre der Algorithmus.
Ist Seaside ("CSIDH") die Zukunft der Netzverschlüsselung? Zumindest aktuell gibt es noch einige Zweifel an der Sicherheit, doch praktisch wäre der Algorithmus. (Bild: Nan Palmero/Wikimedia Commons/CC-BY 2.0)

Seit etwa einem Jahr versuchen sich Kryptographen daran, im Rahmen eines Verfahrens der US-Standardisierungsbehörde Nist Verschlüsselungsverfahren für die Zukunft auszuwählen, die Schutz vor Quantencomputern bieten - man spricht auch von Post-Quanten-Kryptographie. Insgesamt 69 Verfahren standen zur Auswahl, einige davon sind bereits gebrochen.

Inhalt:
  1. Post-Quanten-Kryptographie: Zu viele Vorschläge und zu viele Bytes
  2. Google experimentiert mit HRSS
  3. CSIDH: Ersatz für Diffie Hellman und kleine Schlüssel

Doch nach wie vor sind 48 Vorschläge im Rennen. Immer noch zu viele, findet Daniel Bernstein. Er sprach auf dem Chaos Communication Congress (35C3) von einem Denial-of-Service-Angriff auf die kryptographische Community. Denn ein großes Problem bei vielen Verfahren der Post-Quanten-Kryptographie: Es gibt große Zweifel an deren Sicherheit, da es sich um teilweise relativ neue Methoden handelt, die bislang nicht hinreichend untersucht wurden.

Überall zu viele Bytes

Doch das ist nicht die einzige Herausforderung, vor der die zukünftigen Verschlüsselungs- und Signaturverfahren stehen. Wie Daniel Bernstein und Tanja Lange in ihrem Vortrag zeigen, sind viele der neuen Verfahren für die Praxis nur schwer tauglich, da Schlüssel, Signaturen und verschlüsselte Daten zu viel Platz benötigen. Bei fast allen Verfahren liegen die Größen im Bereich von Kilobytes und bei einigen auch Megabytes. Zum Vergleich: Bei Verfahren auf Basis elliptischer Kurven kommt man mit 32 Byte Schlüsselgröße aus.

Insbesondere für Protokolle wie TLS, bei denen es auf Geschwindigkeit und einen schnellen Verbindungsaufbau ankommt, sind Schlüsselgrößen von mehreren Kilobyte eine Herausforderung. Realistischerweise gibt es nur zwei Klassen von Algorithmen, die für solche Protokolle in Frage kommen: Sogenannte Lattice- oder Gitter-basierte Algorithmen und Supersinguläre Isogenien. Letztere bieten zwar die kleinsten Schlüsselgrößen, sie sind aber auch sehr langsam und noch vergleichsweise neu.

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Wiesbaden (Home-Office möglich)
  2. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Wolfsburg, Braunschweig, Berlin

Ganz praktische Erfahrungen mit Post-Quanten-Kryptographie versucht gerade Google zu sammeln. Schon 2016 hatte Google in Chrome und auf einigen seiner Server ein Experiment gestartet, das aber nach wenigen Monaten wieder eingestellt wurde.

Google experimentiert mit HRSS 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 83,90€

Folgen Sie uns
       


Anno 1800 - Fazit

Die wunderbare Welt von Anno 1800 schickt Spieler auf Inseln, auf denen sie nach und nach ein riesiges Imperium aufbauen können.

Anno 1800 - Fazit Video aufrufen
Chromium: Der neue Edge-Browser könnte auch Chrome besser machen
Chromium
Der neue Edge-Browser könnte auch Chrome besser machen

Build 2019 Wie sieht die Zukunft des Edge-Browsers aus und was will Microsoft zum Chromium-Projekt beitragen? Im Gespräch mit Golem.de gibt das Unternehmen die vage Aussicht auf einen Release für Linux und Verbesserungen in Google Chrome. Bis dahin steht viel Arbeit an.
Von Oliver Nickel

  1. Insiderprogramm Microsoft bietet Vorversionen von Edge für den Mac an
  2. Browser Edge auf Chromium-Basis wird Netflix in 4K unterstützen
  3. Browser Microsoft lässt nur Facebook auf Flash-Whitelist in Edge

Recycling: Die Plastikfischer
Recycling
Die Plastikfischer

Millionen Tonnen Kunststoff landen jedes Jahr im Meer. Müllschlucker, die das Material einsammeln, sind bislang wenig erfolgreich. Eine schwimmende Recycling-Fabrik, die die wichtigsten Häfen anläuft, könnte helfen, das Problem zu lösen.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Elektroautos Audi verbündet sich mit Partner für Akkurecycling
  2. Urban Mining Wie aus alten Platinen wieder Kupfer wird

Oneplus 7 Pro im Hands on: Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse
Oneplus 7 Pro im Hands on
Neue Konkurrenz für die Smartphone-Oberklasse

Parallel zum Oneplus 7 hat das chinesische Unternehmen Oneplus auch das besser ausgestattete Oneplus 7 Pro vorgestellt. Das Smartphone ist mit seiner Kamera mit drei Objektiven für alle Fotosituationen gewappnet und hat eine ausfahrbare Frontkamera - das hat aber seinen Preis.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. Oneplus Upgrade auf Android 9 für Oneplus 3 und 3T wird verteilt
  2. Smartphones Android-Q-Beta für Oneplus-7-Modelle veröffentlicht
  3. Oneplus 7 Pro im Test Spitzenplatz dank Dreifachkamera

    •  /