Evelyn Berezin: Sie entwickelte die erste Textverarbeitungsmaschine

Vor 50 Jahren kam ein spektakulärer Apparat auf den Markt, die Textverarbeitungsmaschine Data Secretary. Entworfen hat sie die Physikerin und Computerpionierin Evelyn Berezin.

Ein Porträt von Elke Wittich veröffentlicht am
Eine Schreibmaschine allein ist noch keine Textverarbeitungsmaschine.
Eine Schreibmaschine allein ist noch keine Textverarbeitungsmaschine. (Bild: Pexels)

Als Evelyn Berezin am 12. April 1925 in New York geboren wurde, deutete nichts darauf hin, dass aus der Tochter armer russischer Einwanderer eines Tages eine Computer-Pionierin werden würde. Tatsächlich sorgten eine Reihe von Zufällen sowie die regelmäßige Lektüre eines Science-Fiction-Heftes dafür, dass sie unter anderem in der National Inventors Hall of Fame aufgenommen wurde. Ein Porträt zum Weltfrauentag 2021.

Evelyns Eltern Sam und Rosa waren als Jugendliche mit ihren Familien aus Russland in die USA eingewandert. Der Vater hatte, wie damals üblich, bis zum 13. Lebensjahr lediglich eine jüdische Religionsschule besucht. Die Mutter hatte nur Jiddisch schreiben und lesen gelernt. Die Familie war arm, Sam Berezin arbeitete als Zuschneider für Pelze, Rosa als Näherin.

Erst Evelyn brachte ihr Multiplikation bei, damit sie die Anzahl der von ihr gefertigten Kleidungsstücke leichter ausrechnen konnte. Die Eltern seien nicht dumm gewesen, betonte sie später, "sie hatten nur nie eine Chance auf Bildung."

Vier Jahre nach Evelyns Geburt begann im Oktober 1929 die Weltwirtschaftskrise. Die ökonomische Depression hatte drastische Auswirkungen auf den Bildungsweg und die weitere Karriere des Mädchens. Die Klassen waren nach heutigen Maßstäben mit bis zu 45 Schülern und Schülerinnen überfüllt, aber die Lehrer waren hochqualifiziert.

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Evelyns Mathelehrer hatte beispielsweise einen Abschluss in Princeton gemacht, zog dann aber angesichts der unsicheren Zeiten einen vergleichsweise gut bezahlten Job im Schuldienst der weiteren akademischen Karriere vor. Mit 15 machte Evelyn zunächst ihren Abschluss an der Christopher Columbus High School in der Bronx.

Eigentlich hätte sie anschließend gerne in einem College Mathematik- oder Physik-Kurse belegt, aber an den für junge Frauen vorgesehenen Colleges wurden technische Fächer nicht angeboten. Mit besonderer Begeisterung las Evelyn nämlich die Science-Fiction-Hefte, die ihre älteren Brüder sich kauften.

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Ihr Lieblingsmagazin waren die Astounding Stories of Super-Science

Vor allem faszinierte sie das noch heute als Analog Science Fiction and Fact erscheinende Magazin Astounding Stories of Super-Science, das der jungen Leserschaft spannende Geschichten mit realen wissenschaftlichen Hintergründen bot.

Als Familie Berezin eines Abends beim Essen saß und, so erinnerte sich Evelyn später, die Kriegserklärung Präsident Roosevelts an Japan im Radio hörte, klopfte es plötzlich. Vor der Tür stand der Physiklehrer aus der Highschool und sagte, ein Freund von ihm leite das Versuchslabor der International Printing Ink Company (IPI).

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Von 8 bis 17 Uhr arbeitete sie, danach besuchte sie bis 22 Uhr Abendkurse 
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Crass Spektakel 13. Mär 2021

Ich habe nie wirklich dumme Menschen erlebt. Aber sehr wohl kenne ich Menschen denen...

schily 11. Mär 2021

Das basiert meines Wissens nach auf einem Motorola 6502 und kann daher nicht das erste...

schily 10. Mär 2021

Siehe meinen Beitrag, ich vermute sogar, daß das Satzsystem auf Basis einer...

Eheran 09. Mär 2021

Schade, dass du auf nichts eingehst. Da ist viel Potential für eine (Grundsatz-) Diskussion.

FreiGeistler 09. Mär 2021

Der mit dem "ewiggestrigen"? Es ist einfacher, sich auf ein Geschlecht zu versteifen (ob...



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