Berezin war eine der ersten Frauen an der Spitze einer Computerfirma

Ende der sechziger Jahre arbeiteten in den USA sechs Prozent der Beschäftigten als Sekretär oder Sekretärin, mehrheitlich waren es Frauen. Diese zwölf Millionen Menschen benutzten Schreibmaschinen, der Bedarf an solchen Geräten wuchs durch den zunehmenden Verwaltungsaufwand in den Firmen ständig.

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Mit dem Ziel, eine Textverarbeitungsmaschine zu produzieren, wurde 1969 die Firma Redactron Corporation gegründet. Evelyn Berezin war damit eine der ersten Frauen, die ein Computer-Unternehmen leitete.

Das Hauptprodukt der Redactron Corporation war die ab 1971 ausgelieferte Textverarbeitungsmaschine Data Secretary. Das Gerät bestand im Prinzip aus einem Unterschrank, auf dem sich eine Schreibmaschine befand.

Dieser Unterschrank war ein ausgewachsener Computer, als Speicher dienten Magnetkarten und Kompaktkassetten, auf denen die eingegebenen Texte gespeichert, bearbeitet und korrigiert werden konnten. Der Computer enthielt 13 Mikrochips, darunter Redactron-Eigenentwicklungen und Chips von General Instrument und Standard Microsystems.

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Ein am Stück zu verarbeitender Text konnte bis zu zwölf Seiten umfassen. Die Schreibmaschine als Interface oben auf dem Schrank war eine IBM Selectric Schreibmaschine, die zur Eingabe und auch als Drucker diente.

"Computertastaturen waren für das Hochgeschwindigkeitstippen hoffnungslos ungeeignet - und viele von ihnen sind es immer noch", sagte Berezin 2014. Für die damals üblichen Nadeldrucker galt das Gleiche, mit einem Schreibmaschinen-Typeface konnten sie einfach nicht mithalten.

Die Data Secretary kostete zwischen 6.400 und 8.200 Dollar, konnte aber auch gemietet werden. Redactron verkaufte nicht zuletzt durch speziell in Frauenzeitschriften geschaltete Werbung tausende Geräte. 1972 ging die Firma an die Börse, bis Mitte der siebziger Jahre hatte man 500 Mitarbeiter und einen Umsatz von 16 Millionen Dollar - nach heutigem Geldwert knapp 78 Millionen.

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1973 begann allerdings in den USA die Wirtschaftskrise. Die Zinsen waren hoch, die Umsätze gering, und so entschied sich Berezin, Redactron für rund 25 Millionen Dollar an die Burroughs Corporation - aus der Firma ging später Unisys hervor - zu verkaufen.

Burroughs brachte noch eine überarbeitete Version mit dem Namen Redactor II heraus, die auf der Hannover-Messe kurz darauf vorgestellt wurde - das neue Gerät war in Deutschland zu Verkaufspreisen zwischen 29.000 und 35.000 DM zu haben. Berezin blieb noch bis 1979 im Unternehmen, in der Computerbranche arbeitete sie anschließend nie mehr.

Am 8. Dezember 2018 starb Evelyn Berezin im Alter von 93 Jahren. Monate zuvor war bei ihr eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems festgestellt worden, sie entschied sich allerdings gegen eine Behandlung, wie ihr Neffe Marc der New York Times mitteilte. Weltweit wurden in den folgenden Wochen Nachrufe auf die Computer-Pionierin veröffentlicht.

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 ''Die Sprache auf dem Börsenparkett ist nichts für Frauenohren''
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Crass Spektakel 13. Mär 2021

Ich habe nie wirklich dumme Menschen erlebt. Aber sehr wohl kenne ich Menschen denen...

schily 11. Mär 2021

Das basiert meines Wissens nach auf einem Motorola 6502 und kann daher nicht das erste...

schily 10. Mär 2021

Siehe meinen Beitrag, ich vermute sogar, daß das Satzsystem auf Basis einer...

Eheran 09. Mär 2021

Schade, dass du auf nichts eingehst. Da ist viel Potential für eine (Grundsatz-) Diskussion.

FreiGeistler 09. Mär 2021

Der mit dem "ewiggestrigen"? Es ist einfacher, sich auf ein Geschlecht zu versteifen (ob...



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