Pornoplattform: Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben

Xhamster ist und bleibt Heimat für zahlreiche rechtswidrige Inhalte. Doch ohne zu wissen, wer profitiert, wusste man bisher auch nicht, wer verantwortlich ist.

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Ausgesiebt: Die wahren Inhaber von Xhamster sind bekannt.
Ausgesiebt: Die wahren Inhaber von Xhamster sind bekannt. (Bild: Frederick Florin/AFP via Getty Images)

Xhamster ist Deutschlands meistbesuchte Pornoplattform. Mit sogenannten Amateuraufnahmen bietet die Webseite unter anderem zahlreiche Videos, die aus gutem Grund auf anderen Seiten wie Pornhub nicht (mehr) zu finden sind. Denn nicht immer verbirgt sich hinter den Clips die Absicht der gezeigten Personen, das Ergebnis der Öffentlichkeit zu präsentieren. Soll heißen: Zahlreiche Inhalte auf Xhamster sind rechtswidrig.

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Zwar beschäftigt die Plattform offiziell sogenannte Löschteams und sogar der Hostprovider wurde bereits aufgefordert, der Seite den Hahn abzudrehen, aber passiert ist bislang nichts. Das liegt zum einen an der Plattform selbst, die mit kritischen Inhalten nur allzu sorglos umzugehen scheint, zum anderen aber auch an einem fehlenden Adressaten für rechtliche Ansprüche - denn bisher war nicht bekannt, wem der Hamster gehört.

Monatelange Recherchen von STRG_F (NDR) und dem Spiegel wollen nun gefunden haben, was sich jahrelang erfolgreich verbarg. Demnach gehört Xhamster zu 90 Prozent einem russischstämmigen Zyprioten namens Oleg Netepenko und zu 10 Prozent einem Mann namens Dmitry Gusev.

Die Anteile halten sie aber nicht direkt an Xhamster, sondern an einer Firma namens Wisebits Ltd. mit Sitz auf Zypern. Diese wiederum kontrolliert die Firmen Hammy Media Ltd., TrafficStars Ltd., Technius Ltd. und Tecom Ltd.. Letztere sind offiziell einer Online Media Entertainment Holding auf den britischen Jungferninseln zugehörig, die aber zu Wisebits Ltd. gehört.

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Das Firmengeflecht macht es schwierig, die wahren Eigner ausfindig zu machen, zumal Strohmänner wie ein 63-jähriger Rentner namens Mardiros H. als Firmeninhaber von beispielsweise Hammy Media Ltd. genannt werden und bei Rückfragen jegliche Auskunft verweigern. Erst das Graben in Webarchiven und Grundbucheinträgen führte die Journalisten schließlich zu Netepenko und Gusev. Befragungen von Mitarbeitern von Wisebits Ltd. auf Zypern bestätigten die Arbeit der Journalisten zusätzlich, auch wenn die meisten nur die Pseudonyme der Chefs kannten, da sich bei Wisebits Ltd. - auch laut eigenem Social Media Profil - kaum jemand mit echtem Namen anspricht.

Endlich gefunden, konfrontierte das Team Oleg Netepenko mit einem umfangreichen Fragenkatalog zu Xhamster, den Firmen und der Verantwortung für die Inhalte auf der Pornoplattform. Ein "Oleg R." meldete sich zwar zurück, konterte die Mail der Journalisten allerdings mit Gegenfragen. So wollte er etwa die Namen der beteiligten Journalisten wissen und erfahren, was das eigentliche Ziel dieser Recherchen sei. Und ob es sich dabei wirklich um den Chef handelt, ist ebenfalls unklar. Der Bitte um ein Interview vor der Kamera kam niemand von Wisebits Ltd. nach.

Der Druck auf Seiten wie Pornhub oder Xhamster wächst stetig. Ohne vernünftige und verantwortungsvolle Kontrolle drohen den Portalen sehr teure Klagen durch Opfer und Regierungen gleichermaßen.

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gunterkoenigsmann 19. Okt 2021 / Themenstart

Ich glaube, er meint: Keinen von anderen Menschen gemachten, gegen den man nichts tun...

ds4real 18. Okt 2021 / Themenstart

Naja... Viel Spaß beim Klagen sage ich da nur. Dass aber Namen und Adressen genannt...

Elpe 18. Okt 2021 / Themenstart

Islamhetze nicht gerade, aber gewisse Vorbehalte gegen den fundamentalistischen Islam...

smonkey 18. Okt 2021 / Themenstart

Das ist das Gleiche wie wenn Golem kritisch über Tesla oder Apple berichtet. Dann hagelt...

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