Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Pornografie: Jugendgefährdende E-Books nur noch nachts online

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat E-Book-Shops die Auflage erteilt, pornografische Titel nur noch in bestimmten Zeiten zum Download freizugeben. Nun soll eine Filtersoftware für E-Book-Shops kommen.
/ Achim Sawall
142 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
E-Booknutzung in der U-Bahn (Bild: Brian Snyder/Reuters)
E-Booknutzung in der U-Bahn Bild: Brian Snyder/Reuters

Jugendgefährdende E-Books dürfen nur zwischen 22 und 6 Uhr angeboten werden. Das berichtet das Börsenblatt(öffnet im neuen Fenster) über die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen. Die Jugendschutzbehörde geht gegen die freie Verfügbarkeit des pornografisch-autobiografischen Romans Schlauchgelüste von Jacob Winter(öffnet im neuen Fenster) vor, der Erfahrungen einer transsexuellen Stripperin schildert.

Von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ist das E-Book indexiert worden. In einigen E-Book-Shops, die Golem.de angesehen hat, ist der Titel nicht verfügbar. E-Books gelten nach Ansicht der traditionellen Buchhändler als Telemedien, weshalb für sie der Jugendmedienschutzstaatsvertrag mit Zuständigkeit der Bundesländer gilt und nicht der Bund wie bei gedruckten Büchern. Doch beanstandet wurde nicht das E-Book, sondern Umschlag und Klappentext in Onlineshops.

Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang sagte laut dem Bericht: "Die Vorschrift wurde eigentlich für Kinofilme gemacht, weil nur Erwachsene in dieser Zeit in Kinos gehen. Sie findet aufgrund des Jugendmedienschutzstaatsvertrags aber eben auch Anwendung für beanstandenswerte E-Books."

Jugendschutzfilter kaum genutzt

Sprang verhandelt laut Börsenblatt mit der Jugendschutzbehörde über eine Regelung, damit Onlineshops nicht jedes Buch selbst inhaltlich prüfen müssen und nicht gegen die Jugendschutzvorschriften verstoßen. Im neuen Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) soll es bei E-Books ein Pflichtfeld geben, in dem jugendgefährdende Titel gekennzeichnet werden müssen.

Zudem soll es eine Jugendschutzsoftware für Online-Buchhändler geben, die indexierte E-Books für Kinder und Jugendliche in einer speziellen Rubrik versteckt. Aber nur ein Prozent der bundesdeutschen Haushalte habe einen Jugendschutzfilter installiert, sagte Sprang.


Relevante Themen