Porno-Plattform: Minderjährige verkaufen explizite Inhalte auf Onlyfans

Medienberichten zufolge verkaufen Jugendliche und Kinder explizite Inhalte auf der Porno-Plattform Onlyfans. Deren Maßnahmen zum Jugendschutz versagen.

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Onlyfans wird offenbar auch von vielen Minderjährigen genutzt.
Onlyfans wird offenbar auch von vielen Minderjährigen genutzt. (Bild: Onlyfans (Montage: Golem.de))

Die in London ansässige und vor allem zum Verkauf von Pornografie genutzte Plattform Onlyfans hat offenbar ein gravierendes Problem mit der Altersverifikation der Nutzerinnen und Nutzer, die darüber explizite Inhalte verbreiten. Umfangreichen Recherchen der BBC zufolge, die sich unter anderem auf Polizeiberichte stützen, nutzen Jugendliche und sogar Kinder die Plattform, um entsprechende Aufnahmen von sich selbst zu verkaufen.

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Die Nutzung von Onlyfans ist für Konsumenten wie für die Ersteller von Inhalten eigentlich nur für Volljährige erlaubt, also erst ab 18 Jahren. Die Altersverifikation wird dem Bericht zufolge aber offenbar, wenn überhaupt, nur sehr lasch umgesetzt. So sollen in einigen Fällen zur Authentifizierung schon gefälschte Führerscheine oder auch der Reisepass der Großmutter ausreichend gewesen sein.

Die BBC konnte dies in einem Selbsttest eigenen Angaben zufolge nachstellen. Demnach konnte das Team einen Account zum Posten von Inhalten für eine Minderjährige mithilfe des Passes ihrer 26-jährigen Schwester erstellen.

Altersverifikation wohl leicht zu umgehen

Zur Verifikation des Alters nutzt Onlyfans ein System, bei dem Personen sich selbst zunächst neben mit einem offiziellen Dokument wie Führerschein, Personalausweis oder Pass fotografieren müssen und dieses Bild dann an den Dienst übermitteln. Laut dem Bericht ist das System aber offenbar vergleichsweise einfach zu umgehen und bietet damit hohes Missbrauchspotential.

Die BBC verweist neben der Polizei auch auf zahlreiche Gespräche mit Schulen, Kinderschutzexperten, Eltern oder auch Beratern von Hilfetelefonen für Kinder als Quellen für die Recherchen. Alle berichten demnach davon, dass sich Jugendliche oder auch Kinder wie sogar eine 12-Jährige zum Erstellen von Inhalten bei Onlyfans anmelden konnten und dies auch aktiv genutzt haben, um entsprechende Aufnahmen zu verkaufen.

Ebenso wurden wohl auch Inhalte komplett ohne Einwilligung auf der Plattform hochgeladen - ein Problem, das auch bei anderen Betreibern von Porno-Plattformen unabhängig von den Darstellungen Minderjähriger für Schwierigkeiten sorgt. Kreditkartenfirmen wie Visa und Mastercard haben deshalb die Zusammenarbeit mit Diensten wie Pornhub beendet und strenge Regeln eingeführt.

Onlyfans reagiert nach Recherchen

Die Betreiber von Onlyfans verweisen dagegen auf ihre strikten Alterskontrollen sowie darauf, dass diese auch Social-Media-Kanäle nutzten, um das Alter der Angemeldeten zu bestimmen. Auch lösche der Dienst entsprechende Konten, sobald die Verantwortlichen davon in Kenntnis gesetzt würden.

Insbesondere während der aktuellen Covid-19-Pandemie ist Onlyfans massiv gewachsen. So konnte der Dienst die Zahl seiner Nutzer im vergangenen Jahr um mehr als das Zehnfache steigern. Inzwischen hat der Dienst mehr als 120 Millionen Nutzer. Die Betreiber haben laut dem Guardian im Jahr 2020 als 2 Milliarden US-Dollar an die Inhalteersteller ausgezahlt. Onlyfans behält eine Provision von 20 Prozent für Zahlungen über die Plattform ein.

Tolle Technik-Deals und viele weitere Schnäppchen

Die von Kindern und Jugendlichen erstellten Aufnahmen fallen etwa in Deutschland unter explizit dafür geschaffenen Strafgesetze, laut denen der Besitz oder oder die Beschaffung und der Erwerb entsprechender Inhalte verboten sind. Ähnliches gilt auch in vielen Staaten weltweit, nicht zuletzt auch im Vereinigten Königreich, in dem Onlyfans seinen Sitz hat.

Darüber hinaus sind aber auch die Herstellung und die Verbreitung illegal. Das heißt, auch die minderjährigen Ersteller der Inhalte machen sich strafbar. Laut BBC agiert die Polizei jedoch eher zurückhaltend, deren Verhalten zu kriminalisieren und strafrechtlich zu verfolgen.

Zuletzt hatten Politiker immer wieder strikte Ausweispflichten für Darsteller pornografischer Inhalte gefordert. Ebenso wollen Medienwächter die Dienste und Plattformen wie Onlyfans mit Verweis auf den Jugendschutz streng regulieren.

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Tom29 31. Mai 2021

Naja zu 90% geht es vermutlich um Erotik. Vielleicht sogar 99%? Für "Unterstützung" des...

Tom29 31. Mai 2021

Es könnte aber auch sein, je nachdem wie die entsprechenden Personen es handhaben, dass...

ds4real 30. Mai 2021

Dem kann ich als Elternteil definitiv zustimmen.

ds4real 30. Mai 2021

Unsere Gesellschaft glaubt das nicht (jedenfalls nicht die unmittelbare Gesellschaft, in...

ds4real 30. Mai 2021

Also irgendwie doch "Moralstrafrecht" wenn es um Lolicon geht. Ich meine - gerade bei 3D...



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