Pop-up-Spam: Vodafone stoppt Abzockversuch
Einige Tage lang wurden Vodafone-Kunden Opfer lästiger Spam-Pop-ups. Das Surfen im Browser wurde dem Nutzer erheblich verleidet. Dies betraf ausschließlich iPhone-Besitzer, auf Android-Geräten gab es die Probleme nicht. Bei den nervigen Pop-ups handelte es sich um Werbung, die beim Besuch seriöser Webseiten erschien und über einen Werbedienstleister ausgeliefert wurde, mit dem Vodafone zusammenarbeitet.
Geschlossene Abos werden nicht abgerechnet
Betroffene Kunden können beruhigt sein: Wer ein solches Abo versehentlich abgeschlossen habe, müsse dieses nicht bezahlen, sagte Vodafones Pressesprecher Volker Petendorf auf Nachfrage. Nach den Angaben von Vodafone hat ein Unternehmen die Werbeschaltungen ganz legal beim Werbedienstleister gebucht. Dieser hat nicht bemerkt, dass es sich dabei um eine Werbung handelte, mit der Kunden zu kostenpflichtigen Abos gedrängt werden sollten.
Die Werbeauslieferung erfolgt ausschließlich über Vodafones Dienstleister, somit erhielten Kunden die lästigen Pop-ups nicht mehr, sobald sie sich in ein WLAN eingebucht hatten. Nur wenn der Datenverkehr über das Mobilfunknetz von Vodafone lief, kam es zu den Problemen.
Werbe-Pop-up führte zu einer Quizseite
Und die Pop-up-Werbung war durchaus problematisch. Denn sie ließ sich nicht ohne weiteres wegbekommen. Es öffnete sich ein Fenster mit dem Text: "Glückwunsch! Du hast die Möglichkeit (1) tollen Preis zu erquizzen!" Darunter befand sich dann nur ein Ok-Knopf, es war nicht ohne weiteres möglich, das Pop-up anderweitig zu entfernen.
Wer dann auf ok gedrückt hat, kam noch immer nicht auf die Webseite, die der Nutzer im Browser öffnen wollte. Stattdessen öffnete sich eine Quizseite, die nur im Kleingedruckten darauf hinwies, dass die Teilnahme bedeutet, dass ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen wird. Und zwar würde das Ganze 4,99 Euro pro Woche kosten. Der Anbieter setzte laut Vodafone darauf, dass der Nutzer irgendwann entnervt alles wegklickt und am Ende das Wochenabo abschließt.
Pop-up-Auslieferung blieb eine Woche unbemerkt
Die ersten Werbeschaltungen begannen bereits am 5. Dezember 2014, aber es hat länger gedauert, bis der Betrugsversuch bemerkt wurde. Denn die Werbung wurde erst nur selten ausgeliefert, damit es nicht auffällt. Stück für Stück wurde immer mehr Werbung ausgeliefert. Am 10. Dezember 2014 sei es bemerkt und die Werbeschaltung unverzüglich noch am Vormittag beendet worden, sagte der Vodafone-Sprecher.
Der Vodafone-Sprecher betonte, dass der Werbedienstleister keinesfalls gehackt oder die Werbung illegal eingeschleust wurde. Über die Werbung wurde auch keine Schadsoftware ausgeliefert. Eigentlich sei die Werbeschaltung korrekt gewesen, der Inhalt hätte jedoch nicht ausgeliefert werden dürfen. Vodafone will nun dafür sorgen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt. Nach Aussage von Vodafone gab es einen vergleichbaren Vorfall bislang nicht.
Vodafones Zusammenarbeit mit Werbedienstleistern
Vodafone arbeitet seit vielen Jahren mit verschiedenen Werbedienstleistern zusammen. Wer dann im Vodafone-Netz surft, kann beim Besuch von Webseiten entsprechende Werbung erhalten. Diese wird demnach nicht von der betreffenden Webseite gebucht, sondern über die Vodafone-Partner. Die Werbetreibenden zahlen dafür und die Erlöse gehen an die Seitenbetreiber, auf deren Webseite die Werbung lief. Dies alles gilt nur, wenn die Webseite eben über das Vodafone-Mobilfunknetz aufgerufen wird, bei einer WLAN-Anbindung erscheint die betreffende Werbung nicht.
Die betreffende Werbung wird zwar nicht mehr ausgeliefert, falls sich das jedoch wiederholen sollte, soll es helfen, im Safari-Browser den Verlauf und die gespeicherten Webseiten-Inhalte zu löschen. Zusätzlich kann auch noch Javascript deaktiviert werden, aber das dürfte dazu führen, dass dann viele Webseiten nicht mehr vernünftig bedient werden können. Zudem können Vodafone-Kunden über den Kundendienst generell alle Mehrwertdienste blockieren, dann wird die Mobilfunkrechnung künftig damit nicht belastet.
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