Poor Things: Ein fiebriger Bildersturm

Nach The Favourite ist Poor Things die neue kühne Zusammenarbeit von Yorgos Lanthimos und Emma Stone. Der Film ist ein heißer Oscar-Kandidat und läuft heute an.

Eine Rezension von Peter Osteried veröffentlicht am
Bella Baxter ist die Protagonistin in der märchenhaften Welt von Poor Things.
Bella Baxter ist die Protagonistin in der märchenhaften Welt von Poor Things. (Bild: Fox Searchlight)

Sein Debüt feierte Poor Things auf den 80. Internationalen Filmfestspielen in Venedig – und wurde dort auch als Bester Film mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Zurecht, denn der griechische Ausnahmeregisseur Yorgos Lanthimos (The Lobster, The Killing of a Sacred Deer, The Favourite) hat mit Poor Things einen fiebrigen Bildersturm inszeniert. Es ist ein Werk, das lose auf Mary Shelleys Frankenstein basiert, tatsächlich aber die Adaption des Romans von Alasdair Gray ist.

Inhalt:
  1. Poor Things: Ein fiebriger Bildersturm
  2. Künstlich, surreal, zauberhaft

Der Film beginnt mit einem Suizid. Die Frau, die sich in die Tiefe stürzt, taucht bald darauf wieder auf, benimmt sich nun aber wie ein Kind: Bella wurde von Dr. Godwin Baxter, den sie nur God nennt, gerettet – mehr oder weniger. Sie ist auf jeden Fall ein neuer Mensch, der alles neu lernen muss.

God beobachtet das genau – ebenso, wie er seine anderen Kreaturen, etwa seinen Hühnerhund, genau beobachtet. In Max McCandles findet er zudem einen Assistenten, der ganz seinen Vorstellungen entspricht und der einen Narren an Bella gefressen hat.

Doch je mehr sie reift, je mehr sie des Sprechens und des Denkens mächtig ist, desto mehr wird ihr klar, dass sie in einem goldenen Käfig sitzt, aus dem sie ausbrechen muss. Die Gelegenheit dazu bietet sich, als sie Duncan Wedderburn kennenlernt.

Der Film basiert wie gesagt auf dem Roman von Alasdair Gray. Lanthimos hatte ihn schon vor Jahren gelesen, war davon fasziniert und vergaß ihn nicht. Verfilmen wollte er ihn schon länger, er bekam aber nicht das dafür nötige Budget. Als er sich schließlich so weit etabliert hatte, dass Fox Searchlight einen derart eigenwilligen Film finanzierte, besuchte er Alasdair Gray in dessen Heimat Glasgow und überzeugte ihn, ihm die Verfilmungsrechte zu optionieren.

Gray führte ihn auch an einige der Orte, die in dem Roman vorkommen – im Film ist die Handlung von Schottland nach England versetzt. Letztlich war der Autor bereit, die Option zu geben, weil er Lanthimos' Filme kannte und ihn für ein Ausnahmetalent hielt.

Das muss man auch sein, wenn man einen Stoff wie Poor Things verfilmen will. Für das Schreiben des Skripts wandte sich Lanthimos an Tony McNamara, der schon The Favourite geschrieben hatte.

Für die Hauptrolle kam für den Regisseur nur Emma Stone infrage, mit der er zuvor bereits zweimal gearbeitet hatte. Aber er war nicht sicher, ob Stone für diese Art Film bereit war.

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Künstlich, surreal, zauberhaft 
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