Abo
  • Services:
Anzeige
"Mace" heißt die jüngste in TLS-Implementierungen entdeckte, kritische Lücke.
"Mace" heißt die jüngste in TLS-Implementierungen entdeckte, kritische Lücke. (Bild: Samuraiantiqueworld, Wikimedia Commons, CC by-sa 3.0)

Finished-Message garantiert korrekten Handshake

Anzeige

Nach diesem Fund entwickelte Pettersen weitere Tests, um mögliche Fehler von TLS-Implementierungen zu finden. Im letzten Paket eines TLS-Handshakes wird die sogenannte Finished-Message übertragen. Diese Finished-Message soll garantieren, dass die Berechnung des gemeinsamen Sitzungsschlüssels korrekt abgelaufen ist und dass es zu keinen Manipulationen beim Verbindungsaufbau kam. Bei den Tests von Pettersen stellte sich heraus, dass acht Server diese Finished-Message nicht prüfen und dort einen ungültigen Wert akzeptieren. Die Gefahr durch diesen Fehler dürfte deutlich geringer sein als durch den MAC-Fehler. Ein unmittelbares Angriffsszenario ergibt sich nicht, aber möglicherweise lässt sich in Kombination mit anderen Problemen ein Angriff entwickeln. Einer der betroffenen Server ist ein Gerät von Fortinet.

Nach diesen Funden testete Pettersen, ob Server den MAC oder die Finished-Message nur teilweise prüfen. Erstaunlicherweise ergaben sich auch bei diesem Test bei zusätzlichen Server Probleme. 77 Server prüften nicht alle Bytes des MAC-Wertes. Und über 6.000 Server prüften nur einzelne Bytes der Finished-Message. Der unvollständige MAC-Check betrifft Geräte von Fortinet. Der Hersteller bestätigte Pettersen das Problem, jedoch sei nur die veraltete Firmware 4.2 betroffen, neuere Firmwareversionen hätten das Problem nicht. Bei den Servern mit fehlender Prüfung der Finished-Message handelte es sich überwiegend um Geräte von F5 aus der Big-IP-Serie. Der Fehler hat die ID CVE-2015-5517 erhalten, und F5 hat ein Advisory veröffentlicht.

Pettersen entwickelte noch einen weiteren Test im Zusammenhang mit der Finished Message, der prüft, ob beim Senden einer falschen Finished-Message des Clients zumindest die vom Server geschickte Finished-Message korrekt geprüft wird. Für den Fall, dass der Server eine manipulierte Finished-Message erhält, könnte der Client damit einen Angriff ebenfalls erkennen. Dabei fand Pettersen etwa 200 Server, bei allen handelte es sich um Geräte aus der Pulse-SSL-Serie von Juniper. Juniper hat das Problem bestätigt und behoben, es hat die ID CVE-2015-5369 erhalten.

Bei einer Reihe von Servern konnte Pettersen nicht herausfinden, welcher Hersteller für die Probleme verantwortlich war. Es dürfte daher lohnenswert sein, Checks für derartige Fehler in Test-Suites und Check-Tools einzubauen, vermutlich werden in Zukunft weitere Implementierungen mit ähnlichen Problemen entdeckt.

Freunde des Poodles

Die Probleme erinnern in gewisser Weise an die Poodle-Lücke im TLS-Protokoll, deshalb nennt Pettersen sie auch "die Freunde des Poodle". Zur Erinnerung: Poodle basierte darauf, dass im alten Protokoll SSL Version 3 die genauen Werte des Paddings nicht definiert sind. In TLS sind diese Werte zwar festgelegt, aber wie der Google-Entwickler Adam Langley einige Zeit nach der Entdeckung von Poodle herausfand, gibt es TLS-Server, die dieses Padding nicht prüfen und damit ebenfalls verwundbar sind.

 Poodle-Nachspiel: Mace und weitere Lücken in TLS-Servern

eye home zur Startseite



Anzeige

Stellenmarkt
  1. CAL Consult GmbH, Nürnberg
  2. Computacenter AG & Co. oHG, Berlin, Frankfurt, Ratingen, Stuttgart, München
  3. Chemische Fabrik Budenheim KG, Budenheim
  4. über Hanseatisches Personalkontor Mannheim, Mannheim


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-20%) 55,99€
  2. 35,00€ (nur für Prime-Mitglieder)
  3. 1,49€

Folgen Sie uns
       


  1. VLC, Kodi, Popcorn Time

    Mediaplayer können über Untertitel gehackt werden

  2. Engine

    Unity bekommt 400 Millionen US-Dollar Investorengeld

  3. Neuauflage

    Neues Nokia 3310 soll bei Defekt komplett ersetzt werden

  4. Surface Studio

    Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  5. Polar

    Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung

  6. Schutz

    Amazon rechtfertigt Sperrungen von Marketplace-Händlern

  7. CPU-Architektur

    RISC-V-Patches für Linux erstmals eingereicht

  8. FSP Hydro PTM+

    Wassergekühltes PC-Netzteil liefert 1.400 Watt

  9. Matebook X und E im Hands on

    Huawei kann auch Notebooks

  10. Celsius-Workstations

    Fujitsu bringt sichere Notebooks und kabellose Desktops



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Google I/O: Google verzückt die Entwickler
Google I/O
Google verzückt die Entwickler
  1. Neue Version im Hands On Android TV bekommt eine vernünftige Kanalübersicht
  2. Play Store Google nimmt sich Apps mit schlechten Bewertungen vor
  3. Daydream Standalone-Headsets auf Preisniveau von Vive und Oculus Rift

Panasonic Lumix GH5 im Test: Die Kamera, auf die wir gewartet haben
Panasonic Lumix GH5 im Test
Die Kamera, auf die wir gewartet haben
  1. Die Woche im Video Scharfes Video, spartanisches Windows, spaßige Switch

Asus B9440 im Test: Leichtes Geschäftsnotebook liefert zu wenig Business
Asus B9440 im Test
Leichtes Geschäftsnotebook liefert zu wenig Business
  1. ROG-Event in Berlin Asus zeigt gekrümmtes 165-Hz-Quantum-Dot-Display und mehr

  1. Re: Wannacry? Linux lacht :)

    ArcherV | 04:13

  2. Re: 1400W... für welche Hardware?

    ArcherV | 04:10

  3. Re: Warum überhaupt VLC nutzen

    ve2000 | 03:26

  4. Re: Unix, das Betriebssystem von Entwicklern, für...

    __destruct() | 03:26

  5. Re: Wirklich nicht umweltfreundlich?

    Onkel Ho | 03:25


  1. 18:58

  2. 18:20

  3. 17:59

  4. 17:44

  5. 17:20

  6. 16:59

  7. 16:30

  8. 15:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel