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Pong per Gedankenkraft: Elon Musks Neuralink zeigt Affen mit Hirnimplantat

Elon Musks BCI -Unternehmen Neuralink präsentiert auf Youtube einen Affen, der via Hirnimplantat Pong spielt – bleibt aber wissenschaftliche Beweise schuldig.
/ Manuel Bauer
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Dank Neuralink: Der neunjährige Makake Pager spielt Pong per Gedankensteuerung. (Bild: Neuralink / www.twitter.com)
Dank Neuralink: Der neunjährige Makake Pager spielt Pong per Gedankensteuerung. Bild: Neuralink / www.twitter.com

Das auf Gehirn-Computer-Schnittstellen spezialisierte US-Unternehmen Neuralink hat ein Video veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , das die hauseigene Technologie in Aktion zeigen soll. In dem dreiminütigen Clip steuert ein neunjähriger Makake namens Pager das Videospiel Pong nach Angaben des Konzerns über zwei Neuralink-Hirnimplantate per Gedankenkraft.

Laut offizieller Beschreibung wurden diese sechs Wochen vor der Aufzeichnung des Videos in das Gehirn des Primaten eingesetzt. Zuvor brachten die Wissenschaftler Pager bei, Pong über einen Joystick zu steuern, indem sie ihn für jeden getroffenen Ball mit Bananen-Smoothie aus einem Strohhalm belohnten.

Über das Hirnimplantat zeichneten sie die neuronalen Aktivitäten des Affens beim Spielen auf. Mit diesen Daten war es ihnen eigenen Angaben zufolge möglich, die jeweils aktiven Neuronen bestimmten Steuerbefehlen zuzuordnen. In der Folge kann Pager demnach das Spiel kontrollieren, ohne dass der Joystick angeschlossen ist.

Wissenschaftliche Beweise fehlen

Überprüfbare Beweise für das präsentierte Experiment liefert Neuralink indes nicht. Eine begleitende schriftliche Ausführung der Forschungsergebnisse, wie sie in Wissenschaftskreisen üblich ist, hat das Unternehmen nicht veröffentlicht. Firmenmitgründer Elon Musk gibt sich auf Twitter dennoch gewohnt selbstbewusst.

In einem Beitrag(öffnet im neuen Fenster) mit Bezug auf das präsentierte Video sagte der Tesla-Chef, dass die ersten Neuralink-Implantate Menschen mit Lähmungen die Steuerung eines Smartphones per Gedankenkraft ermöglichen werden. Dabei soll die Bedienung schneller sein als eine manuelle Eingabe.

Musk hatte in vergangenen Interviews mehrfach angedeutet, dass Neuralink seine Implantate einem videospielenden Affen eingesetzt habe, lieferte aber nie Beweise. Stattdessen präsentierte das Unternehmen Experimente mit Schweinen, bei denen die implantierten Chips neuronale Aktivitäten der Tiere aufzeichneten.

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Wissenschaft zweifelt an Musks Versprechen

Primär verfolgt Neuralink laut Elon Musk das Ziel, Menschen mit körperlichen Behinderungen bis hin zur Querschnittslähmung ihre Mobilität zurückzugeben. Bis das möglich ist, vergehen vermutlich aber noch viele Jahre. Langfristig jedoch will Musk Mensch und KI vereinen und hat im Zusammenhang mit Neuralink schon mehrfach vollmundige Ankündigungen gemacht, die Wissenschaftler zum Teil als Science-Fiction bezeichnen .

Bis zur Veröffentlichung überprüfbarer Ergebnisse dürfte die Forschung wohl auch Neuralinks aktuellem Affenexperiment zumindest skeptisch gegenüberstehen.


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