• IT-Karriere:
  • Services:

Polymer: Ein Chip, der sich selbst zerstört

Ein geklautes Gerät, mit dem der Dieb nichts anfangen kann, weil es sich selbst zerstört, wenn er es auspackt: Was nach einem Film klingt, könnte bald Realität sein. Saudi-arabische Forscher haben einen Mechanismus entwickelt, der einen Chip in Sekunden zerstört.

Artikel veröffentlicht am ,
Leiterplatte (Symbolbild): Mechanismus mit Festplatten und Leiterplatten testen
Leiterplatte (Symbolbild): Mechanismus mit Festplatten und Leiterplatten testen (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

"Diese Nachricht wird sich nach dem Abspielen selbst zerstören." Was bisher der Fiktion in den Filmen der Mission-Impossible-Serie vorbehalten war, könnte in Zukunft Realität sein: Forscher der König-Abdullah-Universität für Wissenschaft und Technologie (KAUST) Thuwal in Saudi-Arabien haben einen Mechanismus entwickelt, der elektronische Geräte innerhalb von zehn Sekunden unbrauchbar macht.

Stellenmarkt
  1. KiKxxl GmbH, Osnabrück
  2. simple system GmbH & Co. KG, München

Die Forscher nutzen ein Polymer, das den Selbstzerstörungsmechanismus auslöst. Das Polymer wird als Trägermaterial für einen Siliziumchip eingesetzt. Eine Elektrode erhitzt das Polymer. Bei einer Temperatur von über 80 Grad dehnt sich der Kunststoff um gut das Siebenfache seines Volumens aus und zerstört den Chip.

Ein Kohlenwasserstoff wird gasförmig

In das Polymer sind winzige Kügelchen eingearbeitet, die mit einem flüssigen Kohlenwasserstoff gefüllt sind. Werden die Schalen der Kügelchen erhitzt, werden sie weich und geben den Kohlenwasserstoff frei. Der wiederum wird durch die Temperatur gasförmig, wodurch sich die Polymerschicht ausdehnt.

Die Polymerschicht kann einen 90 Mikrometer dicken Siliziumchip zerstören. Mit einer Leistung von 500 bis 600 Milliwatt, die an die Elektrode angelegt wird, lässt sich der Chip in 10 bis 15 Sekunden zerstören. Bei 300 Milliwatt dauert es gut eine Minute.

Licht löst Zerstörung des Geräte aus

Die Forscher testeten verschiedene Szenarien, wie der Mechanismus ausgelöst werden kann. So ließen sie ihn etwa durch eine Fotozelle auslösen - für den Fall, dass ein geheimes Gerät unrechtmäßig aus seiner Verpackung genommen wird. Ein Drucksensor löste den Mechanismus, wenn das Gehäuse des Geräts geöffnet wurde.

Auch gegen Diebstahl ließe sich ein Gerät sichern: Die Forscher nutzten einen GPS-Sensor als Auslöser. Wurde das Gerät mehr als 50 Meter vom Ausgangspunkt wegbewegt, aktivierte der GPS-Chip den Mechanismus. Schließlich lässt sich der auch manuell aktivieren: ferngesteuert durch eine Smartphone-App. Nach Eingabe des Passworts wurde die Selbstzerstörung eingeleitet.

Klappt das auch mit Festplatten?

Die Arbeit sei noch in einem sehr frühen Stadium - die Ergebnisse sollen in Kürze in der Fachzeitschrift Advanced Materials Technologies veröffentlicht werden, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum. Zudem wollten die Forscher weitere Tests durchführen, etwa mit Leiterplatten oder Festplatten. Außerdem wollen sie herausfinden, ob das Polymer auch mehrere Lagen Silizium knacken kann.

Ein solcher Mechanismus, der ein gestohlenes oder verlorenes elektronisches Gerät in sehr kurzer Zeit unbrauchbar macht, könnte für Regierungen oder Unternehmen sehr nützlich sein. Die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums, etwa hat vor einigen Jahren das Programm Vanishing Programmable Resources initiiert (Vapr), dessen Ziel die Entwicklung von Transient Electronics war, elektronischen Bauteilen, die sich auflösen. Bisher entwickelte Selbstzerstörungsmechanismen brauchen aber länger als 10 Sekunden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. XFX Radeon RX 6800 QICK319 BLACK Gaming 16GB für 949€)

mhstar 18. Feb 2017

Auch ich kann einen Chip zerstören, braucht nur ein paar Bauteile und schon tanzen 200V...

GaliMali 18. Feb 2017

Trotzdem gehört sowas in keinen Chip hinein. Da braucht doch nur ein Code falsch laufen...

Phantom 15. Feb 2017

Vielleicht muss man das Smartphone dann nur noch auf den Boden werden um es zu...

GottZ 14. Feb 2017

dann knackt man halt den ic der das master secret für die plattenverschlüsselung...

Anonymer Nutzer 14. Feb 2017

Der Hersteller kann seine Gerät wirklich so bauen, dass sie lange halten. Er muss gar...


Folgen Sie uns
       


Gopro Hero 9 Black - Test

Ist eine Kamera mit zwei Displays auch doppelt so gut?

Gopro Hero 9 Black - Test Video aufrufen
The Legend of Zelda: Das Vorbild für alle Action-Adventures
The Legend of Zelda
Das Vorbild für alle Action-Adventures

The Legend of Zelda von 1986 hat das Genre geprägt. Wir haben den 8-Bit-Klassiker erneut gespielt - und waren hin- und hergerissen.
Von Benedikt Plass-Fleßenkämper


    XPS 13 (9310) im Test: Dells Ultrabook ist besser denn je
    XPS 13 (9310) im Test
    Dells Ultrabook ist besser denn je

    Wir dachten ja, bis auf den Tiger-Lake-Chip habe Dell am XPS 13 nichts geändert. Doch es gibt einige willkommene Änderungen.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. Dell-Ultrabook XPS 13 mit weniger vertikalen Pixeln
    2. Notebooks Dells XPS 13 mit Intels Tiger Lake kommt
    3. XPS 13 (9300) im Test Dells i-Tüpfelchen

    Wissen für ITler: 11 tolle Tech-Podcasts
    Wissen für ITler
    11 tolle Tech-Podcasts

    Die Menge an Tech-Podcasts ist schier unüberschaubar. Wir haben ein paar Empfehlungen, die die Zeit wert sind.
    Von Dennis Kogel


        •  /