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Polizei: Mutmaßliche Bankkarten-Fälscher festgenommen

Um an die Daten von Zahlungskarten zu gelangen, sollen zwei Verdächtige Geldautomaten per Skimming manipuliert haben. Nun sitzen sie in Haft.
/ Moritz Tremmel , dpa
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Beim Skimming werden Geldautomaten manipuliert. (Bild: Peggy und Marco Lachmann-Anke/Pixabay)
Beim Skimming werden Geldautomaten manipuliert. Bild: Peggy und Marco Lachmann-Anke/Pixabay

Die Polizei hat zwei mutmaßliche Fälscher von "Zahlungskarten mit Garantiefunktion (EC-Karten)" auf frischer Tat in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) ertappt und festgenommen. Die Männer im Alter von 31 und 55 Jahren kamen in Untersuchungshaft, wie das Polizeipräsidium Mannheim und die Staatsanwaltschaft Heidelberg am Montag mitteilten(öffnet im neuen Fenster) . Ihnen wird vorgeworfen, ein Skimming-Gerät an Geldautomaten angebracht zu haben. Dieses soll bei der Benutzung des Bankautomaten den Magnetstreifen der jeweiligen EC-Karte ausgelesen sowie die eingegebene PIN erfasst haben.

Mit den auf diese Weise erlangten Daten sollen die mutmaßlichen Täter dann gefälschte Zahlungskarten hergestellt haben, mit denen Geld von den Konten der Bankkunden abgehoben wurde. Wie viel Geld sie dabei erbeutet haben, konnte ein Polizeisprecher zunächst nicht sagen. Auch die Zahl der Geschädigten ist demnach noch nicht endgültig ermittelt.

Der englische Begriff Skimming bedeutet abschöpfen oder absahnen. Um illegal an Daten von Bankkarten zu kommen, manipulieren Kriminelle zum Beispiel den Schlitz am Geldautomaten. Mitunter wird die Eingabe der PIN auch mit Mini-Kameras gefilmt oder über einen gefälschten Tastaturaufsatz gespeichert.

Weiterer Tatverdächtiger wird gesucht

Das Skimming-Gerät der mutmaßlichen Täter wurde laut Polizei am 20. Juli an einem Automaten eines Geldinstituts in Walldorf entdeckt und sichergestellt. Am Abend des selben Tages kehrten die Tatverdächtigen zu dem Automaten zurück, um das Gerät wieder abzuholen. Polizeibeamte nahmen die beiden Männer dabei fest.

Bei der Durchsuchung der Wohnungen der Tatverdächtigen wurden den Angaben zufolge elektronische Geräte und Bauteile zum Herstellen von Skimming-Geräten gefunden. Die Polizei sucht noch nach einem möglichen Komplizen der Männer. Gemeinsam mit diesem sollen die beiden Tatverdächtigen "spätestens seit Mitte Juni 2021 in arbeitsteiliger Weise Kartendaten von Bankkunden und deren jeweils zugehörige PIN-Kombinationen" ausgespäht haben, teilte die Polizei mit.

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Insgesamt ist Skimming jedoch rückläufig. So sollen zwischen Januar und Juni 2021 63 Bankautomaten in Deutschland entsprechend manipuliert worden sein, während es im Vorjahreszeitraum noch 81 solcher Fälle gab, wie die Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme mitteilte. "Skimming ist ein absolutes Auslaufmodell, es lohnt sich für die Täter einfach nicht mehr," bilanzierte Margit Schneider von Euro Kartensysteme. "Ich gehe davon aus, dass wir im nächsten Jahr nur noch vereinzelt Fälle haben werden."

Im vergangenen Monat konnte ein Sicherheitsforscher zeigen, wie er per selbstgeschriebener Android-App und NFC-Schnittstelle sowohl Bezahlterminals als auch Bankautomaten kontaktlos manipulieren konnte. Damit war es beispielsweise möglich, den zu zahlenden Betrag in einem Geschäft zu ändern oder den Bankautomat zur Ausgabe von Bargeld zu bewegen.


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