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Polizei greift durch: Großer Betrugsring mit über 700 Mitarbeitern zerschlagen

Die Betrüger sollen Anleger über 20 Callcenter systematisch um mehr als 100 Millionen Euro pro Monat gebracht haben. Doch damit ist jetzt Schluss.
/ Marc Stöckel
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Der mutmaßliche Anführer eines großen Betrugsrings wurde verhaftet. (Symbolbild) (Bild: pexels.com / Kindel Media)
Der mutmaßliche Anführer eines großen Betrugsrings wurde verhaftet. (Symbolbild) Bild: pexels.com / Kindel Media

Der niederländischen Polizei ist in den letzten drei Monaten ein großer Schlag gegen eine mindestens seit 2021 bestehende Betrugsorganisation gelungen, die über 700 Callcenter-Mitarbeiter beschäftigt und ihre Opfer jeden Monat um mehr als 100 Millionen Euro gebracht haben soll. Laut Pressemitteilung der Polizeibehörde(öffnet im neuen Fenster) wurden dabei auch mehrere Personen verhaftet, darunter der mutmaßliche Anführer der Organisation.

Der Hauptverdächtige ist den Angaben zufolge ein 46-jähriger und in der Cybercrime-Szene bekannter Mann mit israelischer und polnischer Staatsbürgerschaft. Laut Mitteilung gilt er als berüchtigter Hacker und wurde bereits wegen Einbruchs in die Systeme verschiedener Regierungsorganisationen strafrechtlich verfolgt.

Er soll aber auch die genannte Betrugsorganisation und damit mehr als 700 Mitarbeiter aus etwa 20 weltweit verstreuten Callcentern geleitet haben. Diese Mitarbeiter gaben sich den Opfern gegenüber am Telefon als Finanzberater aus. Drei von ihnen wurden Anfang Juli auf Zypern verhaftet, zwei weitere in Belgien und Griechenland. Die Polizei erwartet aber noch weitere Festnahmen.

Professioneller Auftritt mit Fake-Investitionen

Den Angaben zufolge war die kriminelle Organisation wie ein professionelles Unternehmen mit mehreren Büros und Teams für verschiedene Länder aufgebaut. Die Identitäten und Aufenthaltsorte der Mitarbeiter wurden durch technische Maßnahmen gezielt verschleiert.

Die Callcenter-Mitarbeiter bauten über mehrere Telefonate hinweg ein Vertrauensverhältnis zu Personen auf, die sich für Investitionen interessierten. Sie boten zunächst Investitionsmöglichkeiten mit geringen Geldbeträgen an, die scheinbar schnell Gewinne einbrachten.

Im Laufe der Zeit verleiteten sie die Interessenten dazu, immer größere Beträge zu investieren. Gehandelt wurde jeweils in Kryptowährungen über eine von den Betrügern bereitgestellte Onlineplattform. Doch echte Investitionen fanden dort gar nicht statt. Stattdessen wurden die Gelder nur umverteilt und landeten hauptsächlich in den Händen der Betrüger.

Unzählige Personen betroffen

Allein in den Niederlanden sollen rund 550 gemeldete Betrugsfälle mit einem Gesamtschaden in Höhe von fast 25 Millionen Euro mit dieser kriminellen Vereinigung in Verbindung gebracht worden sein. Weitere 200 Fälle wurden in Belgien registriert. Wie viele Opfer es weltweit gibt, ist zwar nicht bekannt, die niederländische Polizei schätzt jedoch, dass die Anzahl fünfstellig ist.

Vielen Betroffenen war wohl gar nicht bewusst, dass sie Opfer einer Betrugsmasche geworden waren. Sie erfuhren erst davon, als sie Polizei sie im Rahmen ihrer Ermittlungen kontaktierte. Die meisten von ihnen sollen mehr als 10.000 Euro verloren haben. Niederländischen Medienberichten(öffnet im neuen Fenster) zufolge verloren einige sogar sechsstellige Beträge, teilweise aus Krediten, die sie weiterhin abzahlen müssen.

Die Einsatzkräfte der Polizei nahmen den Angaben zufolge wesentliche Teile der Infrastruktur der Betrüger vom Netz und beschlagnahmten einige Geräte. Durch Untersuchung dieser Systeme konnten einige Büros der Betrugsorganisation ausfindig gemacht und mehrere Tatverdächtige identifiziert werden.


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