Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Polizei beim Dauertwittern: In #Kreuzberg fiel ein Motorroller um

Ungewöhnliches Medien-Experiment der Berliner Polizei: 24 Stunden lang wird jeder Einsatz per Twitter gemeldet. Ein interessanter Einblick in die Kuriositäten des Großstadtlebens.
/ Friedhelm Greis , dpa
75 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Dauertwittern aus der Notrufzentrale der Polizei (Bild: Berliner Polizei/Screenshot: Golem.de)
Dauertwittern aus der Notrufzentrale der Polizei Bild: Berliner Polizei/Screenshot: Golem.de

Gebissene Postboten, gestohlene Fahrräder, betrunkene Touristen: In fast minütlichen Tweets dokumentiert die Berliner Polizei am Wochenende(öffnet im neuen Fenster) ihre zum Teil absurden Einsätze in der Bundeshauptstadt. Die PR-Aktion scheint durchaus erfolgreich. Die Zahl der Follower stieg in wenigen Stunden von 7.000 auf mehr als 15.000. Unter dem Hashtag #24hPolizei(öffnet im neuen Fenster) soll die Aktion noch bis Samstagabend laufen.

Durch das Dauertwittern lässt sich der Verlauf einer sommerlichen Berliner Wochenendnacht aus der Perspektive der Polizei gut nachvollziehen: Die ersten Einsätze galten eher banalen Ursachen wie Streitereien, kleineren Bränden oder Lärmbelästigungen. Am späten Abend und in der Nacht wurden die Menschen aggressiver. Immer häufiger wurde die Polizei wegen Gewalttaten gerufen. Auffallend oft griffen Männer ihre Ex-Freundinnen an oder schlugen auf andere Frauen ein.

In Kneipen und auf Partys kam es zu Prügeleien zwischen betrunkenen Menschen. Morgens riefen viele bestohlene Menschen die Polizei zu gerade entdeckten Diebstählen. In Parks oder geparkten Autos lagen Schlafende. Immer wieder wurden Vermisste gemeldet. Dann folgten zahlreiche Polizeieinsätze wegen zugeparkter Einfahrten, die das Twitter-Team aber nicht alle einzeln meldete. Am Samstagmittag berichtete die Polizei von mehreren tödlichen Fensterstürzen.

Streit im Hundesalon, laute Musik von Boney M.

Aber auch an kuriosen Einsätzen herrschte am Wochenende kein Mangel: "Hundesalon #Wedding. Empörung von Frauchen über Frisur ihres Hundes eskalierte zu Beleidig., Körperverletz. und Platzverweis" - "Anwohner beschweren sich über eine Lärmbelästigung von einem Zirkus in #Marzahn. Dort wird laute Musik von BoneyM gespielt." - "Notruf: 'hilflose Person' in #Spandau entpuppt sich als unheimlich müder Bürger, der im Park etwas Schlaf nachholen wollte." - "Der Klassiker! In #Spandau biß ein Hund einen Postboten, der jetzt zum Arzt geht. Gute Besserung!" Oder auch ganz banal: "In #Kreuzberg fiel ein Motorroller um und beschädigte zwei PKW."

Mit der Aktion verfolgt die Polizei aber noch einen anderen Zweck: Zwischendurch gab es immer wieder Tweets, in denen um Nachwuchs geworben wurde. Offenbar mit Erfolg. Viele Interessenten hätten sich telefonisch bei dem angegebenen Service-Telefon gemeldet, sagte Oliver Klau vom Medienteam der Polizei.


Relevante Themen