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Wissenschaft warnt vor Folgen des KI-Einsatzes im Wahlkampf

Die Folgen dieses unregulierten Einsatzes werden von Wissenschaftlern kritisch bewertet. Politikberater Martin Fuchs warnt, dass dieser unreflektierte Einsatz zu einem weiteren Vertrauensverlust führt, da die Bevölkerung nicht mehr weiß, was sie glauben soll. Der Politikwissenschaftler Andreas Jungherr argumentiert in einem Aufsatz(öffnet im neuen Fenster) zudem, dass die einseitige Debatte über Deepfakes statt über die Regulierung anderer KI-Praktiken langfristig realen Schaden für Regulierung, Kampagnenpraxis und demokratische Prozesse verursache.

Von KI-Satire bis zum Looping-Fahrrad

Die CDU ist dabei nicht allein. In Hessen ließen die Grünen eine Lokalpolitikerin per KI einen Looping mit dem Fahrrad springen(öffnet im neuen Fenster) , ohne dies im Post als Fake zu erwähnen. In Rostock nutzte ein CDU-Politiker KI für einen satirischen Rapsong über den Stadthaushalt. Deutlich problematischer war ein Fall der AfD in MV: Der Abgeordnete Martin Schmidt legte Ministerpräsidentin Schwesig per Deepfake Worte in den Mund, die sie nie gesagt hatte – ein Hinweis auf KI-Satire erfolgte erst nachträglich nach Medienberichten.

Daten des Forschungsprojekts CampAIgn Tracker(öffnet im neuen Fenster) zeigen, dass bereits im letzten Bundestagswahlkampf rund 1.000 KI-Beiträge identifiziert wurden. Davon waren lediglich 13 Prozent als solche gekennzeichnet. Gut die Hälfte dieser Beiträge stammte von der AfD, aber auch FDP, Grüne, Linke, SPD und CDU luden entsprechende Inhalte hoch. Solange eine verpflichtende Regulierung fehlt, bleibt der digitale Wahlkampf ein Experimentierfeld mit offenem Ausgang für die politische Kultur.


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