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Politik in Games: Zwischen Völkerfreundschaft und Präsidentenprügel

Die meisten Spiele geben sich unpolitisch - aber es geht auch anders: Der Entwickler Tsahi Liberman hat einige besonders gelungene Games vorgestellt, die sich mit Demokratie beschäftigen oder sogar mit raffinierten Tricks Vorurteile abbauen wollen.

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Tsahi Liberman hat sich auf der Quo Vadis 2018 in Berlin mit Spielen und Politik beschäftigt.
Tsahi Liberman hat sich auf der Quo Vadis 2018 in Berlin mit Spielen und Politik beschäftigt. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

"Es gibt jede Menge simple Spiele mit Donald Trump, in vielen muss man ihn einfach immer wieder ins Gesicht schlagen", sagt Tsahi Liberman - und man sieht ihm an, dass er von derlei Games nicht viel hält. Immerhin, ein ansatzweise interessantes Game mit dem aktuellen US-Präsidenten habe er dann doch gefunden. Es heißt Trump's World und in einem Spielmodi müsse man als Moslem die Einreise in die USA schaffen - "das ist aber unmöglich". Oder man solle als Mexikaner eine Mauer als Landesgrenze überwinden, wozu der Spieler die armen Figuren so weit wie möglich in die USA werfen müsse. "Da spürt man wenigstens, wie absurd diese menschenverachtende Politik ist", findet Liberman.

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Tsahi Liberman ist Dozent an der Tiltan School of Design & Visual Communication in Israel, als Entwicklungschef bei Funnel Entertainment arbeitet er außerdem immer wieder mit an internationalen Großproduktionen. Auf der Quo Vadis 2018 hat er einen Vortrag über Politik und Spiele gehalten. Das Thema beschäftigt Liberman auch persönlich: Gemeinsam mit Berufskollegen hat er auf Basis von Minecraft ein Projekt namens Games for Peace umgesetzt. Darin können Kinder gemeinsam in der Klötzchenwelt spielen, Gebäude errichten und allerlei Abenteuer erleben.

Der Clou: In der Spezialversion tun das Kinder aus zwei Ländern, Kulturkreisen oder Gruppen, die im Streit oder sogar Krieg miteinander liegen, etwa aus Israel und Palästina. Sie können nur per Text-Chat miteinander kommunizieren, die Eingaben werden aber in Echtzeit in die jeweils andere Sprache übersetzt - so kann man zumindest auf Anhieb nicht feststellen, wer eigentlich "Feind" ist und wer nicht.

Liberman sagt, dass sein Team die Partien genau ausgewertet und so festgestellt hat, dass sich Kinder auf diese Art vorurteilsfrei kennenlernen konnten und in Befragungen wesentlich weniger gegenseitigen Groll zum Ausdruck gebracht hätten als Vergleichsgruppen - und sich der Effekt nach ein paar Monaten sogar ohne weiteres Zutun noch verstärkt statt abgebaut hätte.

Und das, obwohl die Kinder im Chat meist durch direkte Fragen rasch einfach so geklärt hätten, wer welcher Fraktion angehöre (was nicht verhindert wurde). "In der Spielwelt war das dann einfach nicht weiter von Belang", erklärt Liberman. Die Spezialversion sei inzwischen nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in anderen Gebieten mit verfeindeten Bevölkerungsgruppen zum Einsatz gekommen, unter anderem in Georgien.

Liberman hat sich auch damit beschäftigt, was es an klassischen (Voll- oder Mid-Preis-) Games zum Thema Politik gibt. Sehr viel hat er nicht gefunden: Eine große und sehr gut gemacht Ausnahme sei This War of Mine von 11 Bit Studios; das Team hat gerade sein neues Werk Frostpunk auf den Markt gebracht.

Außerdem gebe es einige empfehlenswerte Mods für Strategiespiele wie Hearts of Iron 4, die sich mit aktuellen Krisen beschäftigen würden. Spiele, die sich von vornherein mit Gegenwartspolitik beschäftigen, hätten es dagegen in den vergangenen Jahren eher schwer gehabt. Das habe aber auch daran gelegen, dass etwa Democracy 3 oder Real Politics mit den statistischen Auswertungen und den mikroökonomischen Wechselwirkungen übertrieben hätten: "Ich hatte da eher das Gefühl, dass ich Grafikbalken korrekt ausrichten muss, statt einfach spielen zu können", sagt Liberman.



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plutoniumsulfat 28. Apr 2018

Hat nur mit dem Artikel nichts zu tun.

Kakiss 25. Apr 2018

Skyrim hat durchaus zwei politische Lager im Spiel : Auf der einen Seite, ein Imperium...


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