Polestar: Erwachsenwerden eines E-Autos

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Die engen Kurven entlang des schwedischen Sees Västra Ingsjön sind perfekt für den Polestar 2. Der Heckantrieb mit 220 kW und 490 Nm Drehmoment beschleunigt die elektrische Limousine sportlich. Man erreicht in der aktuellen Long-Range-Variante schnell ein Tempo, das auf dieser Landstraße nicht zugelassen ist. Zum Glück ist an diesem sonnigen Herbsttag kein Verkehr. Die Lenkung reagiert direkt und das Fahrwerk schluckt alle Unebenheiten der Straße.
Das Beschleunigen nach dem Abbiegen oder im Scheitelpunkt einer Kurve verleiht beim Fahren bei dem Auto mit Heckantrieb ein gutes Gefühl – ein besseres als bei der Ursprungsversion, die an der Front angetrieben wurde und 50 kW weniger Motorleistung hatte.
Woher wir das wissen? Anlässlich des fünften Geburtstags des ersten Polestar 2 waren wir in Göteborg und haben Vergleichsfahrten mit mehreren Modellen gemacht, beginnend mit einem Polestar 2 des Modelljahrs 2022. Das bedeutet, der Wagen war ab 2021 im Handel, das Modelljahr ist dem Kalender in der Regel um ein Jahr voraus. Das Auto hat 170 kW Motorleistung und 330 Nm Drehmoment.
Start ist die markante Zentrale der Marke mit dem leuchtenden Polarstern; diese steht im Westen von Göteborg. Im morgendlichen Berufsverkehr spürt man mit dem Frontantrieb keine Nachteile. Das erste Ziel ist ein Polestar-Service-Center am Flughafen Landvetter, östlich der Stadt.
Software verbessert Reichweite
Dann geht es an den genannten Seen entlang. Den Nachteil der angetriebenen Fronträder spürt man hier beim Anfahren an einer nassen Kreuzung, die auch noch etwas bergauf führt: Bei einem sportlichen Start drehen die Räder durch.
Mit dem Wechsel des Antriebs ist auch die Batteriekapazität von 78 auf 82 kWh gewachsen. Trotz mehr Leistung und sicherlich auch einiger Kilo mehr Gewicht, fällt der Verbrauch bei den neuen Fahrzeugen geringer aus. Ein Blick in die Broschüre zeigt: Ältere Versionen benötigen 18,3 kWh auf 100 km, die neuere Version liegt bei 15,8 kWh.





"In Summe gehen nicht alle Verbesserungen auf Hardware zurück" , sagt Andrew Blair, verantwortlich für die technische Kommunikation bei Polestar. OTA-Updates hätten in den vergangenen fünf Jahren dazu beigetragen, Reichweite und Energieeffizienz um bis zu zehn Prozent zu verbessern.
Das zeigt auch ein Vergleich prozentualer Zuwächse. Während die Batteriekapazität mit vier Kilowattstunden um fünf Prozent zulegte, sind es bei der Reichweite rund 22 Prozent – von 542 auf 659 km.



