Erfolgsfaktor Software
Auch andere E-Autos sorgten aufgrund von Softwareproblemen für Schlagzeilen. Der erste Hyundai Ioniq 5 mit einem 800-Volt-Batteriesystem bekam viele Vorschusslorbeeren für seine Ladeleistung bis zu 220 kW am Schnelllader. Doch gleich im ersten Winter blieb das E-Auto weit hinter dem Broschürenwert zurück . Erst ein Software-Update lieferte die gewünschte Leistung.
Die Probleme beim Fisker Ocean sollen mit der Softwareversion 2.0 weitgehend behoben sein. Doch ein einflussreicher US-Youtuber zeigt in einem Video die Schwierigkeiten vor dem Update. Das Video ist einer von mehreren Sargnägeln für die folgende Insolvenz des Start-ups .
Mehr Rechenleistung
Die Weiterentwicklung der Software erfordert in der Regel mehr Rechenleistung. Mit dem Modelljahr 2026 erhält der Zentralrechner im Polestar 2 einen neuen Snapdragon-Chip von Qualcomm. Er sorgt für weniger Latenz und neue Funktionen im Infotainment.
"Wir überlegen, es als Nachrüst-Option unseren Kunden für ältere Polestar 2-Versionen anzubieten. Der Tausch in einer Werkstatt dauert keine vier Stunden" , erläutert Blair. Beim Polestar 3 können Kunden ihr Bestandsfahrzeug mit einem neuen Drive-AGX-Orin-Prozessor von Nvidia ausstatten.
Der Chip wird ab Modelljahr 2026 im SUV verbaut und bietet eine Verachtfachung der Rechenleistung. So steigt die Zahl der Rechenoperationen pro Sekunde von 30 auf 254 Billionen (TOPS). Auch beim SUV hat man sich bei der Modellpflege für einen großen Sprung entschieden. Das Batteriesystem wechselt auf 800 Volt Spannung. Das bedeutet eine maximale Ladeleistung von 350 kW. Ein Ladestopp von 10 bis 80 Prozent dauert 22 Minuten und verkürzt sich um ein Viertel.
Transparenz bei den Emissionen
Polestar gehört bislang zu den wenigen Autoherstellern, die transparent mit dem CO2-Fussabdruck ihrer Fahrzeuge umgehen. Jährlich veröffentlicht der Hersteller seine Ökobilanz der CO2e (Äquivalente). Auch hier hat der Polestar 2 in fünf Jahren Fortschritte gemacht. Die Emissionen in der Fertigung bis zur Auslieferung am Werkstor sanken von anfänglich 26,1 auf 23,1 Tonnen CO2e.





Der Einsatz erneuerbarer Energie, insbesondere bei der Aluminiumproduktion, sowie Veränderungen bei der Zellchemie brachten die Einsparungen. "Wir wünschen uns, dass unsere Wettbewerber ebenfalls so transparent sind und veröffentlichen, wie sie die Werte berechnen" , sagt Alexandra Odbjer, Nachhaltigkeits-Managerin bei Polestar.
Eine Vergleichbarkeit der Werte könnte sich zu einem Kaufkriterium entwickeln, ähnlich wie die Sterne beim Euro NCAP Crashtest. Odbjer hätte nichts dagegen, wenn künftig neben Leistungswerten auch die CO2e-Menge an den beiden Fronttüren kleben.
| Polestar 2 | Long Range Single Motor | Long Range Dual Motor mit Performance Paket | ||
|---|---|---|---|---|
| Modelljahr | 2022 | 2026 | 2021 | 2026 |
| Motorleistung | 170 kW | 220 kW | 300 kW | 350 kW |
| Drehmoment | 330 Nm | 490 Nm | 660 Nm | 740 Nm |
| 0 – 100 km/h | 7,3 Sek. | 6,2 Sek. | 4,7 Sek. | 4,2 Sek. |
| Vmax | 160 km/h | 205 km/h | 205 km/h | 205 km/h |
| Batterie | 78 kWh | 82 kWh | 78 kWh | 82 kWh |
| Verbrauch auf 100 km | 18,3 kWh | 15,8 kWh | 21,6 kWh | 17,2 kWh |
| Reichweite | 542 km | 659 km | 596 km | 568 km |
| DC Ladeleistung | 155 kW | 205 kW | 155 kW | 205 kW |
Offenlegung: Die Kosten für die Reise nach Göteborg hat Polestar übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.



