Polaris: Bundeswehr vergibt Auftrag für Hyperschallflugzeug
Das deutsche Start-up für Luft- und Raumfahrttechnik Polaris aus Bremen hat von einer Abteilung der Bundeswehr einen Auftrag für ein wiederverwendbares Hyperschallfahrzeug erhalten, schreibt das Unternehmen auf Linkedin(öffnet im neuen Fenster) .
Speziell geht es um die Konstruktion eines zweistufigen, horizontal startenden und vollständig wiederverwendbaren Hyperschall-Forschungsfahrzeugs, das nach Fertigstellung an das BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) übergeben werden soll.
Das zweistufige System soll hauptsächlich als Hyperschall-Testumgebung genutzt werden. Es soll auch als experimentelle Plattform für verteidigungsbezogene sowie wissenschaftliche oder institutionelle Forschung dienen. Ferner könnte das Raumfahrzeug als Kleinsatellitenträgerrakete genutzt werden – vorausgesetzt, es kommt eine entbehrliche Oberstufe zum Einsatz.
Das Start-up schrieb in einem Linkedin-Post, dass der Vertrag ebenfalls "Anschlussoptionen für die Fertigung und Flugerprobung des Full-Size-Fahrzeugs" umfasst.
Polaris hat bereits ein Aerospike-Triebwerk gebaut
Im Sommer 2023 hatte das Unternehmen vom BAAINBw bereits einen Auftrag für die Entwicklung von einem Linear- Aerospike-Raketenmotor (LAS) erhalten. Im Vergleich zu herkömmlichen Raketentriebwerken sollen LAS erhebliche Effizienzsteigerungen ermöglichen. Sie basieren nicht auf dem Prinzip der glockenförmigen Raketendüse.
Statt die Verbrennungsgase durch eine Düse am Glockenansatz werden die Gase an der Außenseite über mehrere flach ausgerichtete und kleinere Brennkammern abgeleitet. Dadurch kann der Druck des ausströmenden Abgases dem Umgebungsdruck der Atmosphäre angepasst werden. Herkömmliche glockenförmige Düsen sind dagegen dem Atmosphärendruck in einer bestimmten Flughöhe angepasst.
Der Flugtest von Mira II
Am 29. Oktober 2024 gelang es Polaris, das 1 kN LOX/Kerosin-Lineartriebwerk AS-1F von seinem Flugdemonstrator Mira II erfolgreich zu zünden und im Flug über Peenemünde (Gemeinde auf Usedom) zu betreiben. "Damit ist MIRA II nun das erste Luft- und Raumfahrtfahrzeug, das jemals einen linearen Aerospike im Flug abgefeuert hat" , schrieb das Unternehmen auf Linkedin(öffnet im neuen Fenster) .
Aus Sicherheitsgründen wurde bei diesem allerersten Aerospike-Flug unter reduziertem Kammerdruck gearbeitet, und die Zündung dauerte auch nur drei Sekunden. Dabei wurde aber ein Schub von 900 N erreicht. Die gesamte Flugdauer betrug dreieinhalb Minuten, bei denen mehr als zehn Kilometer an Strecke zurückgelegt wurden.
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