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Premium-Zugangspässe für kontaktlose Raids

Noch deutlicher wird das beim Thema Raid-Gruppenkämpfe. Diese Kämpfe gegen außergewöhnlich starke und begehrte Pokémon wie Mewtu, die sich bei erfolgreichem Niederringen einfangen lassen, erforderten zur Teilnahme schon immer spezielle Zugangspässe. Einen pro Tag kann jeder kostenlos an einer Arena erhalten, diese geschenkten Pässe lassen sich jedoch nicht ansparen.

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Wer mehr als einen Pass in der Tasche haben möchte, muss Premium-Raid-Pässe ab 1 Euro beziehungsweise 100 Münzen pro Stück im Shop kaufen. Durch Rabattaktionen und Ingame-Quests, die gelegentlich mit Premium-Pässen belohnen, haben viele Spieler stapelweise diese alten Raid-Zugangskarten gelagert, viele davon mit echtem Geld gekauft.

Damit Raids während der Pandemie fortgesetzt werden können, ohne Gruppentreffen in der Wirklichkeit zu erfordern, hat Niantic per Update die schon lange gewünschte Möglichkeit eingeführt, von überall aus an solchen Raids teilzunehmen. Allerdings nur auf Einladung und nur, sofern Spieler einen dafür neu eingeführten Fern-Raid-Pass besitzen. Anstatt einfach die bisherigen Standard-Raid-Pässe auch hierfür zu verwenden, konnten die Entwickler es also nicht lassen, in bester Freemium-Manier eine weitere Form virtueller Extrawährung einzuführen.

So nobel es im ersten Moment erscheinen mag, dass während der Pandemie ab und zu kostenlose Fern-Raid-Pässe ausgegeben werden: Die Gratis-Items lassen sich nicht einsammeln, wenn der Spieler schon drei oder mehr in der Tasche hat. Niantic unterbindet selbst angesichts der aktuellen Umstände weiter bewusst die Möglichkeit, geschenkte Pässe anzusparen. Denn wer bei handelsüblichen Raid-Gruppen sein Team nicht schon nach ein paar Kämpfen im Stich lassen möchte, kommt so nicht um den Einsatz echter Euros herum, während die alten, schon gekauften Raid-Pässe von früher bis zum Ende der Pandemie ihre Relevanz verloren haben - außer natürlich für Gruppen, die sich trotz Lockdowns und Ansteckungsgefahr weiter real zum Raiden treffen.

Aufruf zum Powerplay in der Corona-Weihnachtszeit

Als Ende 2020 das lang ersehnte Beyond-Update mit Anhebung der Höchstgrenze des Trainer-Levels von 40 auf 50 sowie ein anspruchsvolleres Aufgabensystem zum Levelaufstieg angekündigt wurden, hieß es mitten auf einem neuen Höhepunkt der weltweiten Corona-Infektionszahlen: Jetzt noch mal extra viele Erfahrungspunkte sammeln, denn wer bis 31. Dezember Trainer-Level 40 erreicht, bekommt digitale Goodies, die es danach nie mehr geben wird.

Dies kam einem aktiven Aufruf gleich, jeden theoretisch erreichbaren Raid-Bosskampf als wandernde Spielergruppe gemeinsam draußen abzuklappern - der effektivste und einzig realistische Weg, das Trainer-Level derart hoch zu steigern. Oder alternativ von zu Hause aus Geld auszugeben, um mit den die Erfahrungspunkte verdoppelnden Glückseiern und anderen Support-Items an die Grenzen zu gehen.

Durch verschiedene Anreize wurden Spieler zusätzlich motiviert, kurzzeitig mehr Belohnungen pro Aktion im Spiel zu erhalten, was mit dem Boost von erkauften Items noch multipliziert wurde. Wer Pokémon zu der Zeit klassisch draußen und mit vielen Freunden spielte, konnte wie im Rausch von Level zu Level aufsteigen und Boni absahnen. Wer dagegen alleine zu Hause noch kurz vor Schluss Level 40 erreichen wollte, wird es selbst mit monetärem Einsatz sehr schwer gehabt haben, den riesigen Erfahrungspunktesprung von 39 aufs damalige Maximum zu packen.

Zugegeben: Wer Ende 2020 noch nicht Level 40 erreicht hatte, dem wird es da wohl auch nicht mehr so wichtig gewesen sein. Worum es mir geht, ist aber die Botschaft, die Niantic mit so einer Aktion in der Pandemie den Spielern vermittelt hat. Und was genau das über die Prioritäten der Entwickler im Umgang mit der Situation aussagt.

New Pokémon Snap [Nintendo Switch]

Zwar ist gegen kurze Spaziergänge an der frischen Luft überhaupt nichts einzuwenden, sie sind sogar nach wie vor gut für die Gesundheit. Wer sich die virtuellen Taschen von Pokémon Go aber wirklich voll machen und dabei effektiv vorgehen möchte, muss dafür in der Regel mit mehreren Leuten gezielt Einkaufszentren, Innenstadtpassagen, Filialen von Lizenzpartnern, Parks und ähnliche Hotspots abklappern - sofern die überhaupt zugänglich sind.

Niantic hat eine große Chance verpasst

Niantic hat fahrlässig viel dafür getan, seine Spieler gerade jetzt zum Gebrauch von Mikrotransaktionen oder eben zum intensiven Spielen seiner immer noch aufs Rausgehen zugeschnittenen App zu drängen, die auch nach gut einem Jahr Covid-19 bloß halbherzig an die gegenwärtige Situation angepasst wurde. Anstatt es Spielern aktiv schmackhaft zu machen, verantwortungsbewusst und frustfrei von daheim aus Pokémon zu fangen.

In Covid-19-Zeiten ist all dies freilich ein Luxusproblem. Doch wir sprechen hier von einem Konzern, dem es vor der Krise bereits sehr gut ging, der von der jetzigen Lage sogar noch mehr profitiert und dies wissentlich ausschöpft, anstatt seinen Kunden in der schweren Zeit ehrlich entgegenzukommen.

  • Ein Mewtu mit Glücks-Pokémon-Bonus, das wir tierisch umbenannt haben. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Monster tauschen aus der Ferne bleibt weiterhin verwehrt. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Der Pokédex zeigt, welche Arten wir bereits gefangen haben. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Diese Arena ist zum Interagieren zu weit entfernt. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Das rote Ei unten links würde ohne Superbrutmaschine 12km Wandern bis zum Schlüpfen erfordern. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Per Augmented-Reality-Ansicht erscheinen Pokémon auf dem Smartphone-Bildschirm in unserer echten Welt. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Wer optimal trifft, kann mit jedem Wurf eines Pokéballs viele Erfahrungspunkte und Bonbons verdienen. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Pokémünzen gibt es zu typischen Freemium-Preisen auch für echtes Geld. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Zugekaufte Items machen das Spielen angenehmer. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Virtuelle Events erscheinen immer öfter und kosten meistens Geld. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Von all den sichtbaren Pokéstops erreichen wir hier nur einen einzigen. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Sogar mit digitalen Alltagsmasken verdient Niantic im Spiel Geld. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Schwein gehabt? Noch wissen wir nicht, ob dieses Pokémon gleich flüchtet. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • In diesem Pokéball ist soeben ein niedliches Monster gefangen worden. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Wir fangen ein Karpador, das erst nach Weiterentwicklung zum riesigen Garados im Kampf hilfreich ist. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
  • Tägliche Almosen von Niantic fallen mehr als mager aus. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)
Diese Arena ist zum Interagieren zu weit entfernt. (Bild: Niantic / Screenshot: Golem.de)

Zum anderen ist es ein Irrglaube, die Pandemie verlange uns bloß phasenweise ein konsequentes Umdenken ab, der Alltag könne größtenteils mit ein paar passablen Kompromissen hier und da schon irgendwie noch relativ normal durchgestanden werden. Im Grunde war und ist Pokémon Go immer nur so weit auf die eingeschränkte Situation seiner Spieler zugegangen, wie es noch das Hintertürchen offenhalten konnte, jederzeit von heute auf morgen wieder so zu funktionieren, als hätte es Corona nie gegeben.

Genau diese Denkweise trägt seit Beginn der Pandemie vielerorts dazu bei, dass wir das Virus nur schwer in den Griff bekommen und dass an die herbeigesehnte Normalität von früher auch jetzt noch lange nicht zu denken ist.

Bis dahin lässt Niantic die Gelegenheit natürlich nicht ungenutzt, in Pokémon Go virtuelle Gesichtsmasken im Pikachu-Design für 150 Pokémünzen oder umgerechnet circa 1,50 Euro zu verkaufen. Nur den weißen Mundschutz ohne Motiv bekommt jeder kostenlos. Immerhin.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de [IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)]

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 Wie Niantic auf Corona hätte reagieren sollen
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gorsch 16. Feb 2021 / Themenstart

Von all den Beispielen, die du jetzt bringen könntest, nimmst du ausgerechnet Wuhan...

Psy2063 16. Feb 2021 / Themenstart

Nicht nur durch immer mehr pay2win sondern hauptsächlich die absolut unterirdische...

FoH 15. Feb 2021 / Themenstart

Ja gibt es noch und es wird viel gespielt. Update sowie neue Versionen kamen auch raus...

Gunslinger Gary 15. Feb 2021 / Themenstart

Du kämpfst wie eine Kuh!

jsd98 15. Feb 2021 / Themenstart

Also es gibt ein paar Sachen, zu denen ich Anmerkungen habe. 1) Der Zugriffskreis wurde...

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