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Pokémon Go: Disqualifiziert wegen zu viel Siegesfreude

Bei einem Pokémon-Go -Turnier wurde ein Spieler disqualifiziert, weil er seinen Sieg nicht auf die vermeintlich korrekte Art gefeiert hat.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Pokémon Go (Bild: Niantic)
Artwork von Pokémon Go Bild: Niantic

Man kennt das aus dem Fußball: Wer sich nach einem Tor das Trikot über den Kopf zieht, sieht Gelb. Doch was sich am Wochenende in der Welt der Taschenmonster-Trainer abspielte, lässt selbst die strengsten Schiedsrichter der Bundesliga wie lockere Partygäste wirken.

Der Spieler Firestar73 stand im Finale der Orlando Regionals kurz vor dem Triumph. Nach einem nervenaufreibenden fünften Match war die Sache geritzt, der Sieg sicher. In einem Moment purer Erleichterung und Euphorie tat Firestar73 das, was Athleten seit Erfindung des Wettbewerbs tun: Er jubelte.

Konkret: Er stand auf, riss sich die Kopfhörer vom Kopf und feierte mit einer Siegerfaust in Richtung der Zuschauer.

Doch die Freude währte nicht lange. Die Turnierleitung interpretierte das Absetzen der Kopfhörer als "unsportliches Verhalten" , wie unter anderem IGN(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Der Vorwurf: Er habe das Equipment zu aggressiv behandelt und sei aufgestanden, bevor der finale Ergebnisschirm offiziell eingeblendet wurde.

Die Konsequenz war so drastisch wie absurd. Firestar73 wurde das Spiel als Niederlage gewertet, wodurch sein Kontrahent Nitetimeclasher zum Champion erklärt wurde.

Dass Firestar73 unmittelbar nach seinem Jubel zu seinem Gegner ging, ihm die Hand schüttelte und sich respektvoll verbeugte – dokumentiert in einem viel diskutierten Clip auf X(öffnet im neuen Fenster) – schien für die Offiziellen keine Rolle zu spielen.

Unverständnis bei der Community

Selbst der Profiteur der Entscheidung, Nitetimeclasher, schien sich sichtlich unwohl mit dem geschenkten Sieg zu fühlen und betonte später die sportliche Leistung seines Gegners.

Innerhalb der Community führt das "Kopfhörer-Gate" zu fassungslosem Kopfschütteln. Während Niantic und die Pokémon Company versuchen, Pokémon Go als ernsthaften E-Sport zu etablieren, wirken solche drakonischen Strafen für menschliche Emotionen abschreckend.

Abseits des Turnierdramas versucht Niantic derzeit, das Spiel mit den neuen Dynamax-Raids und überarbeiteten Biomen frisch zu halten. Dass die Community gerade eher über Paragraphenreiterei als über neue Monster diskutiert, dürfte den Entwicklern weniger gefallen.


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