• IT-Karriere:
  • Services:

Podcasts: Tausche Liebe gegen Geld

Podcasts waren die Kuschelecke des Internets. Doch jetzt pumpen Investoren und Plattformen wie Spotify Millionen in Audioformate - und es wird ungemütlich.

Eine Analyse von Meike Laaff/Zeit Online veröffentlicht am
Alles für alle, und zwar umsonst? Das war einmal!
Alles für alle, und zwar umsonst? Das war einmal! (Bild: artethgray)

Alex Blumberg wurde Unternehmer, und Zigtausende Menschen hörten ihm dabei zu. In seinem Podcast StartUp dokumentierte der Radiojournalist, wie er sein Podcastlabel Gimlet Media gründete. Wie sein Enthusiasmus fürs Podcasten an den gewinnorientierten Nachfragen von Risikokapitalgebern zerschellte. Wie seine Frau ihn wegen der bekloppten Namensvorschläge für die Firma auslachte. Wie er später rudern musste, um einerseits Mitarbeiter am Rande des Burn-outs zu entlasten und andererseits ständig neue erfolgreiche Shows zu starten. Erfrischend menschlich war das oft, nahbar und spannend erzählt. StartUp hatte alle Zutaten, die Gimlet Media in den Jahren darauf erfolgreich machten.

Inhalt:
  1. Podcasts: Tausche Liebe gegen Geld
  2. Nervig für die Hörer
  3. Spotifys Erfolg ist noch nicht ausgemacht

Anfang Februar hat Blumberg Gimlet Media an die Musikstreamingplattform Spotify verkauft, für etwa 230 Millionen Dollar, heißt es. Kein Wort ist darüber bei StartUp zu hören. Dafür reden andere umso mehr über den Deal: von der "ersten Blockbuster-Akquise" der Podcastszene ist die Rede, von weiteren millionenschweren Investments und Übernahmen in der Branche. "Die Kapitalisten kommen", titelte das Onlinekulturmagazin Vulture.

Gerade in den USA wird nun darüber diskutiert, ob Podcasts den Weg aller Kommerzialisierung im Internet gehen. Ob man nun auch dort Offenheit, Hörerbindung, Transparenz und die Liebe zur Nische gegen Geld tauscht.

100 Millionen für exklusive Shows

Die Podcastszene schien lange ein Ort zu sein, wo das Internet noch in Ordnung war. Tobten in sozialen Medien Hassdebatten, erörterten Podcasts ruhig und stundenlang die Lage der Welt. Wurden wenige große Tech-Firmen immer größer und datenhungriger, wuchs mit zunehmender Popularität von Podcasts ein Ökosystem aus kleinen und mittelständischen Labels, Werbevermarktern und sonstigen Dienstleistern. Podcasts hören konnte man, ohne bezahlen zu müssen und getrackt zu werden. Jeder konnte Podcasts ohne viel Aufwand aufnehmen und veröffentlichen.

Stellenmarkt
  1. KION Group AG, Frankfurt am Main
  2. über duerenhoff GmbH, München

Nun aber beschreiben viele Medien eine neue Stimmung in der Branche. Plötzlich geht es allerorten ums Geld. Das hat der Spotify-Gimlet-Deal ausgelöst, aber auch der Start von Luminary, einem Podcast-Start-up, das in der vergangenen Woche gestartet ist. Mit 100 Millionen Dollar Investment in der Tasche will Luminary das "Netflix für Podcasts" werden: Dafür haben die Macher Stars wie den Comedian Trevor Noah, die Girls-Macherin Lena Dunham und den Autor Malcolm Gladwell für exklusive Shows eingekauft. Sie können die Nutzerinnen und Nutzer nur dann hören, wenn sie 7,99 US-Dollar im Monat zahlen.

Parallel dazu sammeln auch andere Podcastplattformen Millioneninvestments ein, kündigen Podcasts hinter Bezahlschranken an oder bauen die Exklusivangebote auf ihren Plattformen aus. Auch Spotify investiert weiter. Neben Gimlet kaufte es die Plattform Anchor und die True-Crime-Stories-Produzenten von Parcast. Insgesamt wolle man 2019 bis zu 500 Millionen Dollar in Podcastzukäufe investieren, teilte Spotify seinen Investoren mit. Der Streamingdienst mit über 200 Millionen aktiven Nutzern will sich neben Musik, für die er hohe Tantiemen zahlen muss, mit exklusiven Wortinhalten ein zweites Standbein aufbauen. Wie groß das wirtschaftliche Potenzial ist, das Spotify darin sieht, macht ein Blogpost von Gründer Daniel Ek klar. Darin vergleicht er den Markt für Audioinhalte mit dem für Video - einem "Milliarden-Dollar-Markt".

Viele Podcastliebhaber sind deshalb besorgt. Die Shows wurden traditionell über RSS-Feeds verbreitet, und so war es früher egal, über welche App, welchen Podcatcher ein Hörer seine Podcasts bezog - gerade das prägte für viele den offenen, freien Charakter von Podcasts. Sperren Luminary, Spotify und andere Podcasts nun hinter Paywalls und Anmeldeschranken, verändert das diese chaotische, aber auch offene Kultur, so die Befürchtung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Nervig für die Hörer 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. (u. a. MSI Optix G24C für 155,00€, Asus VP278H für 125,00€, LG 27UD59-W für 209,00€ und HP...
  3. (u. a. 970 Evo 1 TB für 149,90€, 970 Evo 500 GB für 77,90€)

TarikVaineTree 10. Mai 2019

Meine Freundin hat einen relativ weiten Arbeitsweg und vertreibt sich täglich mit...

%username% 10. Mai 2019

https://viertausendhertz.de/mikrodilettanten/ Da kann man dann auch die Stimme des hier...

Anonymer Nutzer 09. Mai 2019

und wie gehen die mit der mit der unvermeidlichen dehnung von allem um, ganz eng?

grumbazor 09. Mai 2019

Finde den von Curse recht gut gemacht. Geht da so um Philosophie, Motivation und Zeugs...

ikhaya 09. Mai 2019

Der Podlove Player ist ein großartiges Plugin was sich auf vielen Seiten ausserhalb der...


Folgen Sie uns
       


Ausblendbare Kamera von Oneplus - Hands on (CES 2020)

Das Concept One ist das erste Konzept-Smartphone von Oneplus - und dient dazu, die ausblendbare Kamera zu demonstrieren.

Ausblendbare Kamera von Oneplus - Hands on (CES 2020) Video aufrufen
Arbeit: Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen
Arbeit
Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen

In Deutschland ist die Zahl der Frauen in IT-Studiengängen und -Berufen viel niedriger als die der Männer. Doch in anderen Ländern sieht es ganz anders aus, etwa im arabischen Raum. Warum?
Von Valerie Lux

  1. Arbeit Was IT-Recruiting von der Bundesliga lernen kann
  2. Arbeit Wer ein Helfersyndrom hat, ist im IT-Support richtig
  3. Bewerber für IT-Jobs Unzureichend qualifiziert, zu wenig erfahren oder zu teuer

Kaufberatung (2020): Die richtige CPU und Grafikkarte
Kaufberatung (2020)
Die richtige CPU und Grafikkarte

Grafikkarten und Prozessoren wurden 2019 deutlich besser, denn AMD ist komplett auf 7-nm-Technik umgestiegen. Intel hat zwar 10-nm-Chips marktreif, die Leistung stagniert aber und auch Nvidia verkauft nur 12-nm-Designs. Wir beraten bei Komponenten und geben einen Ausblick.
Von Marc Sauter

  1. SSDs Intel arbeitet an 144-Schicht-Speicher und 5-Bit-Zellen
  2. Schnittstelle PCIe Gen6 verdoppelt erneut Datenrate

IT-Gehälter: Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr
IT-Gehälter
Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr

Wechselt ein ITler in eine andere Branche, sind auf dem gleichen Posten bis zu 1.000 Euro pro Monat mehr drin. Welche Industrien die höchsten und welche die niedrigsten Gehälter zahlen: Wir haben die Antworten auf diese Fragen - auch darauf, wie sich die Einkommen 2020 entwickeln werden.
Von Peter Ilg

  1. Softwareentwickler Der Fachkräftemangel zeigt sich nicht an den Gehältern

    •  /