Abo
  • IT-Karriere:

Spotifys Erfolg ist noch nicht ausgemacht

Hinzu kommt: Geld allein macht noch keinen Erfolg. Luminary muss Podcasthörer, die ihre Shows bislang fast überall umsonst bekommen haben, erst einmal vom Abschluss von Abos überzeugen. In einem Umfeld, in der das Budget für Onlineinhalte auch nicht unbegrenzt ist - und in der die meisten längst schon für Videostreaming, Games, Print und Musik bezahlen. Hinzu kommt die Gegenwehr anderer Plattformen und Podcasts gegen den Branchenneuling.

Stellenmarkt
  1. Dataport, verschiedene Standorte
  2. EUCHNER GmbH + Co. KG, Leinfelden-Echterdingen/Stuttgart

Auch Spotifys durchschlagender Erfolg sei nicht ausgemacht - hier müsse noch bewiesen werden, dass man attraktiv genug ist, um interessante Inhaltsanbieter zu halten und nachhaltig Geld zu verdienen, schreibt der Branchenanalyst Nicholas Quah. Ganz zu schweigen von der Konkurrenz: Apple scheint sich zwar wenig für Podcasts zu interessieren, ist aber bei der Verbreitung von Podcasts in den USA noch immer führend. Auch gegenüber diesem Konkurrenten stellt sich Spotify aggressiv auf - und beschwerte sich jüngst bei der EU-Kommission, Apple würde seine Marktmacht missbrauchen - weil es auch dann mitverdienen will, wenn ein Nutzer ein kostenpflichtiges Spotify-Abo abschließt, um dort werbefrei hören zu können.

In Deutschland noch alles ruhig

Auf den deutschen Podcastmarkt hat sich die aufgeregte Investoren- und Kapitalisierungswelle bislang noch nicht übertragen. Das bestätigt Nicolas Semak, einer der Gründer des Berliner Podcastlabels Viertausendhertz. Vom Interesse deutscher Medienhäuser am Kauf deutscher Podcasts habe er zwar gehört, sagt er. Er spüre aber nichts davon, dass hier gerade ein Kaufrausch seitens großer Investoren entstehe. Noch kein Label wurde aufgekauft - und die App Luminary gibt es hierzulande noch nicht einmal.

All das liegt zum einen natürlich daran, dass sich mediale Umbrüche in den USA ankündigen und oft erst später in Deutschland ankommen. Eine Rolle spielt aber natürlich auch, dass die Hörerschaft für deutschsprachige Podcasts im Vergleich mit englischsprachigen mikrobisch klein ist. Die Podcasthörerschaft ist - anders als in den USA - in Deutschland 2018 plötzlich wieder leicht geschrumpft. Öffentlich-rechtliche Sender spielen hier eine viel stärkere Rolle. Eine Start-up-Kultur wie in den USA fehlt, eine vergleichbare Werbevermarktung auch. Und inspiriert vom Erfolg des Erfolgspodcast The Daily probieren sich in Deutschland auch Medien und Verlage auf dem Podcastmarkt seit einiger Zeit kräftig aus, darunter auch ZEIT ONLINE.

Natürlich gibt es auch hierzulande Bestrebungen, Podcasthörer auf Plattformen zu locken, auf denen sie sich anmelden und am besten auch noch bezahlen müssen. Die Amazon-Tochter Audible veröffentlicht ihre eigenen Podcasts ausschließlich hinter einer Bezahlschranke, was das Publikum stark dezimiert. Spotify landete vor einigen Jahren einen Coup, als es die Comedians Jan Böhmermann und Olli Schulz mit ihrem Podcast von den Öffentlich-Rechtlichen abwarb - dort können die Hörerinnen sie weiter kostenlos, aber nur nach Anmeldung anhören.

Überhaupt ist Spotify in Deutschland wie den USA auch dadurch attraktiv, dass es seine Hörer gut kennt und Daten auswertet. Spotify kennt das Geburtsdatum und den Wohnort der Hörer, weiß aber auch, wie lange gehört wird und wann Hörerinnen abschalten. Es sind wertvolle Informationen, um sein Publikum noch besser anzusprechen. Diese Statistiken gehörten zu den Gründen, aus denen sich Viertausendhertz vor zwei Jahren entschied, seine Inhalte auch bei Spotify anzubieten. Damals hätten sie viel Kritik dazu bekommen, erinnert sich Mitgründer Semak - auch hier aufgrund der Sorge, dass auch Podcasts künftig über Plattformen verbreitet werden. Doch das hat sich längst gelegt, zu groß die Zahl der Podcaster, die ihre Inhalte auch bei Spotify hochladen. "Uns hören inzwischen 20 Prozent der Leute über Spotify", sagt Semak.

Spotify will sein Wissen über die Hörer ganz konkret für die Planung neuer Podcasts einsetzen. "In vielen Ländern" plane man exklusive Spotify-Podcasts, sagt ein Sprecher von Spotify Deutschland. "Mithilfe der Daten, die wir über unsere Nutzer haben, identifizieren wir die Nischen dafür." So habe man festgestellt, dass das Interesse der Nutzer an LGBTQ-Themen groß sei, das deutschsprachige Podcastangebot in diesem Bereich aber verschwindend gering. Um dem zu begegnen, lädt Spotify im Juli zu einem Workshop ein, in dem Formate ausgearbeitet werden sollen, die sich genau an diese Zielgruppe richten.

 Nervig für die Hörer
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 259€ + Versand oder kostenlose Marktabholung
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

TarikVaineTree 10. Mai 2019 / Themenstart

Meine Freundin hat einen relativ weiten Arbeitsweg und vertreibt sich täglich mit...

%username% 10. Mai 2019 / Themenstart

https://viertausendhertz.de/mikrodilettanten/ Da kann man dann auch die Stimme des hier...

ML82 09. Mai 2019 / Themenstart

und wie gehen die mit der mit der unvermeidlichen dehnung von allem um, ganz eng?

grumbazor 09. Mai 2019 / Themenstart

Finde den von Curse recht gut gemacht. Geht da so um Philosophie, Motivation und Zeugs...

ikhaya 09. Mai 2019 / Themenstart

Der Podlove Player ist ein großartiges Plugin was sich auf vielen Seiten ausserhalb der...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Mordhau Gameplay

Klirrende Klingen und packende Kämpfe mit bis zu 64 Spielern bietet das in einem mittelalterlichen Szenario angesiedelte Actionspiel Mordhau.

Mordhau Gameplay Video aufrufen
Watch Dogs Legion angespielt: Eine Seniorin als Ein-Frau-Armee
Watch Dogs Legion angespielt
Eine Seniorin als Ein-Frau-Armee

E3 2019 Elitesoldaten brauchen wir nicht - in Watch Dogs Legion hacken und schießen wir auch als Pensionistin für den Widerstand. Beim Anspielen haben wir sehr über die ebenso klapprige wie kampflustige Oma Gwendoline gelacht.


    5G-Auktion: Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war
    5G-Auktion
    Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war

    Dass die Frequenzen für den 5G-Mobilfunk teuer wurden, lasten Telekom, Vodafone und Telefónica dem Newcomer United Internet an. Doch dies ist laut dem Netzplaner Kai Seim nicht so gewesen.
    Eine Analyse von Achim Sawall

    1. Funklöcher Hohe Bußgelder gegen säumige Mobilfunknetzbetreiber
    2. Bundesnetzagentur 5G-Frequenzauktion erreicht 6,5 Milliarden Euro
    3. 5G-Auktion Etablierte wollen Preis für 1&1 Drillisch hochtreiben

    Final Fantasy 7 Remake angespielt: Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte
    Final Fantasy 7 Remake angespielt
    Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte

    E3 2019 Das Remake von Final Fantasy 7 wird ein Riesenprojekt, allein die erste Episode erscheint auf zwei Blu-ray-Discs. Kurios: In wie viele Folgen das bereits enorm umfangreiche Original von 1997 aufgeteilt wird, kann bislang nicht mal der Producer sagen.

    1. Final Fantasy 14 Online Report Zwischen Cosplay, Kirmes und Kampfsystem
    2. Square Enix Final Fantasy 14 erhält Solo-Inhalte und besonderen Magier
    3. Rollenspiel Square Enix streicht Erweiterungen für Final Fantasy 15

      •  /