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Podcast Besser Wissen: Von der Scheibe zur Gleitbombe

Wie sich das frühe Fernsehen entwickelte und welche Rolle die Technologie im Krieg spielte, besprechen wir in unserem Podcast .
/ Martin Wolf
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Auch zu militärischen Zwecken sollte das Fernsehen genutzt werden. (Bild: The Smithsonian Institution / Montage: Golem.de)
Auch zu militärischen Zwecken sollte das Fernsehen genutzt werden. Bild: The Smithsonian Institution / Montage: Golem.de

Weihnachten 1883 sitzt ein armer Student in seinem Zimmer in Berlin. Ohne Baum, ohne Kerze – so wird er später schreiben. An diesem Abend beginnt Paul Nipkow, seine jahrelang gehegten Ideen zu einem elektrischen Teleskop zu Papier zu bringen. Gleich im Januar 1884 meldet seine Verlobte Sophia Colonius für ihn für 20 Mark ein Patent zur Bildübertragung an: die Grundlage des mechanischen Fernsehens.

Seit seiner Schulzeit ist Nipkow von den Möglichkeiten der Signalübertragung durch Telegrafie fasziniert. Er studiert Mathematik und Naturwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universität zu Berlin), aber seine eigentlichen Interessen liegen anderswo. Deshalb – und auch wegen Geldmangel – bricht er sein Studium ab und wird Ingenieur bei der Eisenbahnsignalbauanstalt Zimmermann & Buchloh.

So kann er wenigstens seine junge Familie versorgen. Sophia ist nun seine Ehefrau und unterstützt ihn. Denn in seiner Freizeit arbeitet Nipkow an immer neuen Erfindungen. Sein erstes Patent nach dem Gedankenblitz am Weihnachtsabend verfällt indes bereits einige Jahre später ungenutzt. Dabei funktioniert das von ihm erfundene Prinzip der rotierenden Scheibe zur zeilenweisen Bildzerlegung ganz passabel. Es reicht, um ein winziges Bild sichtbar zu machen.

Erst nach seiner Pensionierung in den 1920er Jahren wird der Pionier des Fernsehens in Deutschland bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Zu dieser Zeit gibt es bereits fortschrittlichere Ansätze, die statt auf mechanische Verfahren Röhrenelektronik einsetzen.

Wie das elektronische Fernsehen gleichzeitig auf mehreren Kontinenten entwickelt und verbessert wurde, besprechen wir im Podcast mit Joseph Hoppe vom Berliner Zentrum Industriekultur, der als Kurator im Technikmuseum eine Ausstellung zu diesem Thema aufbaute.

Shownotes:

Eine Radiopostkarte(öffnet im neuen Fenster)

Die Gleitbombe(öffnet im neuen Fenster)

Eine Nipkow-Scheibe in Aktion(öffnet im neuen Fenster)

Das Berliner Zentrum Industriekultur(öffnet im neuen Fenster)

Führung Funk und Fernsehen im Deutschen Technikmuseum(öffnet im neuen Fenster)

Die Ausstellung Nachrichtentechnik im Deutschen Technikmuseum(öffnet im neuen Fenster)

Wir freuen uns über Feedback. Themenanregungen, Kritik und Blumensträuße nehmen wir unter podcast@golem.de entgegen.


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