Suche

Podcast Besser Wissen: Mythos Wasserkühlung

Der Rechner im Aquarium und warum Wasserkühlung einiges mit Heizungsbau gemein hat: Wir reden im Podcast über Pumpen und PCs.

Artikel veröffentlicht am , Martin Wolf
Es muss ja nicht gleich der ganze Rechner wassergekühlt werden. (Bild: Pixabay / Montage: Golem.de)

Großrechner wurden schon mit Wasser gekühlt, lange bevor Microsoft im Rahmen des Projekts Natick ein komplettes Rechenzentrum in der Nähe von Schottland im Meer versenkte.

Anzeige

Der UNIVAC 1105 lief mit 7200 Röhren bereits 1958 nur, wenn zuvor seine 123 kW starke Klimaanlage für die Wasserkühlung hochgefahren war. Die leitete die Abwärme direkt von den Röhren in einen hunderte Quadratmeter großen Raum, wo sich neben dem Wärmetauscher auch die Stromversorgung befand.

Trotzdem war die Kühlung von Rechenzentren auf Flüssigkeitsbasis in den folgenden Jahrzehnten eher die Ausnahme als die Regel. Schließlich waren die Komponenten groß genug, um auch per Luftstrom temperiert zu werden. Das hatte den eindeutigen Vorteil, dass weniger Aufwand für die Verlegung von Rohren und weiterer Infrastruktur benötigt wurde, und Bauteile sich schnell austauschen ließen, ohne den Kühlkreislauf zu beeinträchtigen.

Als ab den 1990er Jahren zunehmend auch normale PCs auf kleinstem Raum immer mehr Hitze erzeugten, gab es neuen Bedarf für alternative Kühllösungen. Aus einer Nischenszene von Enthusiasten, die mit Baumarkt- und Sanitärinstallationskomponenten experimentierten, wurde ein Geschäftszweig der PC-Hersteller.

Anzeige

Für Rechenzentren bleibt die Wasserkühlung weiterhin eher eine Seltenheit, auch wenn zumindest einige Firmen bereits Lösungen anbieten, die die Wärme zum Beheizen benachbarter Immobilien nutzen. In Frankfurt am Main läuft seit 2018 ein Rechenzentrum im Eurotheum, dessen Abwärme auf diese Art eingesetzt wird.

Microsofts Projekt Natick, bei dem sich das gesamte Rechenzentrum unter Wasser befand, wurde im Jahr 2020 übrigens aus der Nordsee geborgen, um zu analysieren, wie sich das Salzwasser auf die externen Komponenten auswirkte. Einen Erfolg konnte Projekt Natick zumindest zu diesem Zeitpunkt schon vorweisen. Die Ausfallrate des Rechenzentrums war nur ein Achtel so hoch wie die eines vergleichbaren Objekts an Land.

Wir reden im Podcast über Alternativen zu Wasser, die Hürden beim Bau einer Flüssigkeitskühlung und die Vor- und Nachteile eines solchen Systems für den Heimgebrauch.

Wir freuen uns über Feedback. Themenanregungen, Kritik und Blumensträuße nehmen wir unter podcast@golem.de entgegen.

Shownotes:

Martin heizt sein Wohnzimmer mit dem PC

Die Evolution der WaKü

Das Univac-System

Der Corsair AIO PC

Der Speiseöl-PC

Puget Systems Mineralöl-PC-Projekt

Der Kräuterlikör-PC