Podcast Besser Wissen : Monorail! Monorail!


Die Wuppertaler Schwebebahn(öffnet im neuen Fenster) gilt als eine der ersten Einschienenbahnen für den öffentlichen Nahverkehr und war bei ihrer Eröffnung im Jahr 1901 ein technisches Meisterwerk.
Dabei entstand die Idee der Hochbahn aus der Not: Das urbane Gebiet an der Wupper mit seiner Tallage war verkehrstechnisch anders kaum sinnvoll erschließbar. So gab es eine Straße für Fußgänger und Pferdefuhrwerke, die rege benutzt wurde und immer wieder verstopfte.
Die Pferdebahn, die auch dort entlangführte, war mitunter stundenlang unterwegs, um die Arbeiterschaft zwischen Heimat und Werk zu transportieren. Die rapide Industrialisierung der Gegend verlangte nach zuverlässigeren Verkehrsmitteln.
Eine U-Bahn ließ sich wegen des harten Gesteins nicht verwirklichen, also beschloss die Stadtverordnetenversammlung 1887 die Einrichtung einer Kommission zur "Prüfung des Projektes einer künftigen Hochbahn" .
Das gab zunächst zwar Ärger mit den Betreibern der Pferdebahn, die um ihre Einnahmen fürchteten, wurde aber dennoch mithilfe von Siemens und Halske projektiert. In Köln gab es ab 1893 bereits eine Teststrecke mit einem zweischienigen "Prinzip-Fahrzeug" des Konstrukteurs Eugen Langen, die 1895 auf Einschienenbetrieb umgerüstet wurde.
Damit war die Machbarkeit bewiesen. Der Bau begann unter Einbeziehung mehrerer Firmen Ende der 1890er Jahre und konnte mit Inbetriebnahme des ersten, knapp über vier Kilometer langen Abschnittes ab 1901 in Etappen bis 1903 vollendet werden.
Der Erfolg der Wuppertaler Schwebebahn zeigte erstmals die Sinnhaftigkeit von Bahnen abseits der klassischen Schiene im größeren Stil. Welche Nachahmer das Projekt fand und wie auch heute noch neue Wege mit sogenannten Gadgetbahnen beschritten werden, besprechen wir im Podcast mit Maximilian Dümler, Kustos Schienenverkehr im Verkehrsmuseum Dresden.
Shownotes:
Wir sind mit dem Loop gefahren
Simpsons Monorail(öffnet im neuen Fenster)
Schwebebahn in Wuppertal damals und heute(öffnet im neuen Fenster)
Chongqing Rail Transit Line 2 fährt durch ein Hochhaus(öffnet im neuen Fenster)
Verkehrsprojekte Deutsche Einheit(öffnet im neuen Fenster)
Das Verkehrsmuseum Dresden(öffnet im neuen Fenster)
Der Morgantown Personal Rapid Transit(öffnet im neuen Fenster)
Die Las-Vegas-Monorail(öffnet im neuen Fenster)
Brennans Einschienenbahn(öffnet im neuen Fenster)
Der im Podcast erwähnte Modellbausatz(öffnet im neuen Fenster)
Eine kleine Liste an besuchenswerten Bahnen:
Die Dresdner Bergbahnen
Die Schwebebahn als kleine Schwester der Wuppertaler Schwebebahn sowie die Standseilbahn in einem malerischen Ensemble in Dresden-Loschwitz am Blauen Wunder, einer über hundert Jahre alten Stahlbrücke und einem Wahrzeichen der Stadt.
Die Thüringer Bergbahn
Früher auch Oberweißbacher Bergbahn, die teilweise Schienenfahrzeuge im Huckepack über die Standseilbahn an einer Steilstrecke im Thüringer Wald transportiert.
Die Nürnberger U-Bahn, Linien 2 & 3
Funktionieren mit ATO (Automatic Train Control) im vollautomatischen Zugbetrieb der höchsten Automatisierungsstufe (GoA4). Da es keine besetzten Führerstände in den Fahrzeugen gibt, kann man hier die rasante Be- & Entschleunigung des automatischen Bahnbetriebs von ganz vorne in den Fahrzeugen miterleben.
Die H-Bahn in Dortmund sowie der Skytrain in Düsseldorf
Beides nach dem in Frankreich entwickelten Safege-System erbaute Hängebahnen mit Gummirädern. In Dortmund verbindet die H-Bahn Teile des Unicampus und der Skytrain den Flughafen mit dem Fernbahnhof.
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