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Podcast Besser Wissen : Die Patentlösung des EPA

Podcast „Besser Wissen“ Cover
Was Innovation mit Ideenschutz zu tun hat, besprechen wir im Podcast mit Cornelia Peuser vom Europäischen Patentamt.
/ Martin Wolf
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Das Patent für diesen Taucheranzug stammt aus dem Jahr 1968. (Bild: Pixabay / Montage: Golem.de)
Das Patent für diesen Taucheranzug stammt aus dem Jahr 1968. Bild: Pixabay / Montage: Golem.de

Das erste Patent auf europäischem Boden, das noch erhalten ist, wurde Filippo Brunelleschi(öffnet im neuen Fenster) im Jahr 1421 in Florenz erteilt. Es bezog sich auf ein Boot(öffnet im neuen Fenster) , das dem Baumeister den Transport von Marmor auf dem Fluss Arno erleichtern sollte.

Brunelleschi brauchte Unmengen des Gesteins, denn er arbeitete an der gigantischen Kathedrale von Florenz(öffnet im neuen Fenster) , die später einmal tausende Menschen fassen sollte. Das Patent für das Boot namens Il Badalone garantierte ihm, dass er der Einzige war, der in den folgenden Jahren mit einem neuartigen Gefährt den Fluss befahren durfte. Boote herkömmlicher Bauart waren hingegen weiterhin erlaubt.

Im Laufe seines Lebens erfand Brunelleschi neben weiteren Baumaschinen auch noch Apparaturen, die kirchliche Inszenierungen von Gottesdiensten zu besonderen Anlässen bereicherten. Der Kunsthistoriker Giorgio Vasari(öffnet im neuen Fenster) beschrieb(öffnet im neuen Fenster) eine solche Theatermaschine Brunelleschis einige Jahrzehnte später so: "Das Paradiso war eine wahrhaftig wunderbare Sache, es zeigte [...] das Schauspiel des Himmels voller lebender Figuren, die sich inmitten einer unendliche Menge an Lichtern bewegten, die glühten und blitzschnell verschwanden."

Für diese Konstruktion bekam er jedoch kein Patent. Überhaupt sollte es auch noch einige Zeit dauern, bis sich das Konzept der schützbaren Idee auf dem Kontinent verbreitete. In England gab es zwar bereits im 15. Jahrhundert eine Art Patentrecht – aber sie bezog sich eher auf Monopole zur Herstellung bestimmter Güter und diente lange zur Bereicherung von Günstlingen der Krone, weil sie Rechte an bereits bekannten Verfahren denen zusprach, die dem Hofe nahestanden.

Erst während der industriellen Revolution wurde Großbritannien am Ende des 19. Jahrhunderts zum Vorreiter beim Patentrecht. In dieser Zeit mussten erstmals auch detaillierte technische Beschreibungen eingereicht werden. Weitere hundert Jahre später entstand das europäische Patentamt. Wie dieses sich den Herausforderungen von Digitalisierung und sogenannten Patenttrollen stellt, besprechen wir in unserem Podcast mit Cornelia Peuser von der Beobachtungsstelle für Patente und Technologie.

Mit unserem Podcast Besser Wissen informieren wir unterhaltsam über Technologie- und Wissenschaftsthemen. Wir reden mit der Golem.de-Redaktion und führen Interviews mit externen Expertinnen und Experten. Pro Folge greifen wir ein spezifisches Thema auf und beleuchten es aus verschiedenen Perspektiven. Wir veröffentlichen wöchentlich neue Folgen von Besser Wissen auf Golem.de, diese sind aber auch auf den Plattformen Spotify(öffnet im neuen Fenster) , Google Podcasts(öffnet im neuen Fenster) , Deezer(öffnet im neuen Fenster) , Apple Podcasts(öffnet im neuen Fenster) und Podigee(öffnet im neuen Fenster) zu finden. Der Feed ist hier(öffnet im neuen Fenster) . Wer uns abonniert, erhält Zugriff auf die aktuelle Episode, sobald wir sie veröffentlichen.

Shownotes:

Artikel von Cornelia Peuser zur Gefahr von permanenten Patenten(öffnet im neuen Fenster)

Das europäische Einheitspatent(öffnet im neuen Fenster)

Infos zur Patenanmeldung beim EPA(öffnet im neuen Fenster)

Der Deep-Tech-Finder(öffnet im neuen Fenster)

Der KI-Podcast von Golem.de mit Helmut Linde

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