Podcast Besser Wissen: Die Demoszene als Kulturerbe

Wir unterhalten uns in unserem Podcast mit einer Medienwissenschaftlerin über die einstige Subkultur.

Artikel veröffentlicht am , Martin Wolf
Eine Demo auf dem C64
Eine Demo auf dem C64 (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Kann Coding Kunst sein? Zumindest im Weltkulturerbe ist die Demoszene inzwischen angekommen (G+). Was damit begann, den eigenen Namen möglichst präsent vor einem Spiel zu präsentieren, dessen Kopierschutz man selbst geknackt hatte, hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte zu einer eigenen Kunstform entwickelt.

Zunächst ging es darum, innerhalb der Crackerszene mit immer aufwändigerer Musik und Grafiken aufzufallen. Zunehmend entwickelte sich aber eine Arbeitsteilung zwischen denjenigen, die den Kopierschutz entfernt hatten und denen, die die Vorspänne programmierten, Grafiken und Musik entwarfen. So kam es dazu, dass ab Mitte der 1980er Jahre zunehmend eigenständige Werke auf den auf dem Schulhof getauschten Disketten auftauchten. Sie waren mal mehr, mal weniger aufwändig produzierte bunte Demonstrationen dessen, was Programmierer, Grafiker und Musiker zu leisten im Stande waren – Demos eben.

Mit besserer Hardware verschoben sich über die Jahre hinweg die Grenzen des Machbaren immer weiter: Mehr Farben, mehr Polyphonie in der Musik und schönere prozedural generierte Effekte bevölkerten die Bildschirme eines zunehmend wachsenden Publikums.

Spätestens in den 2000ern waren gemeinsame Events und Partys der Demoszene nicht mehr nur Nerd-Treffen, sondern öffneten sich einem breiteren Publikum. In Wettbewerben treten Gruppen und Einzelpersonen gegeneinander an, es gibt verschiedenen Kategorien und sogar Preise, die über eine bloße Anerkennung hinausgehen. Sogar Grafikkartenhersteller Nvidia sponserte eine solche Veranstaltung.

Weil in den letzten Jahrzehnten viele tausend Werke entstanden sind, stellt sich natürlich die Frage einer Archivierung und sinnvollen Ordnung abseits von Webseiten, die Demos sammeln.

Zu diesem Thema unterhielten wir uns mit der Medienwissenschaftlerin Canan Hastik, die ihre Doktorarbeit dazu geschrieben hat.

Mit unserem Podcast Besser Wissen informieren wir unterhaltsam über Technologie- und Wissenschaftsthemen. Wir reden mit der Golem.de-Redaktion und führen Interviews mit externen Expertinnen und Experten. Pro Folge greifen wir ein spezifisches Thema auf und beleuchten es aus verschiedenen Perspektiven. Wir veröffentlichen wöchentlich neue Folgen von Besser Wissen auf Golem.de, diese sind aber auch auf den Plattformen Spotify, Google Podcasts, Deezer, Apple Podcasts und Podigee zu finden; der Feed ist hier. Wer uns abonniert, erhält Zugriff auf die aktuelle Episode, sobald wir sie veröffentlichen.

Wir freuen uns über Feedback! Themenanregungen, Kritik und Blumensträuße nehmen wir unter podcast@golem.de entgegen.

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Jounathaen 25. Jun 2023

Jetzt hat der Werbekrebs leider auch diesen Podcast erreicht, sehr schade. Es gibt ja...

most 20. Jun 2023

Das so klein wie möglich zu machen, ist kein Hindernis, dass ist der Hauptgrund und Spa...



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