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Podcast Besser Wissen : Der Unterhaltungswert von Softwarepiraterie

Podcast „Besser Wissen“ Cover
Wie die geknackten Programme im Computer-Mittelalter verteilt wurden und warum die Szene so unterhaltsam ist, besprechen wir in unserem Podcast.
/ Martin Wolf
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In den frühen 80er Jahren stachen sie in See: die Softwarepiraten. (Bild: Pixabay / Montage: Golem.de)
In den frühen 80er Jahren stachen sie in See: die Softwarepiraten. Bild: Pixabay / Montage: Golem.de

Softwarepiraterie gibt es, seit Computerprogramme kommerziell verfügbar sind. Unvergessen ist wohl der Aufruf von Bill Gates(öffnet im neuen Fenster) im Jahr 1976 an die Hobbyisten, ihr Microsoft Basic auch mal zu bezahlen: "Der Mehrheit der Bastler ist doch klar, dass sie ihre Software stehlen. Für Hardware muss man bezahlen, aber Software kann man teilen."

In den frühen 1980er Jahren professionalisierte sich nicht nur der Markt für Computerprogramme, sondern auch die Szene, die sie unter der Hand kostenlos verteilte. Das war nämlich nicht mehr so einfach wie am Anfang. Neue Software kam oft mit Mechanismen, die ein simples Duplizieren der Datenträger verhinderte. Aber selbst Kopierprogramme hatten den Ruch des Halblegalen.

So musste sich der Chefredakteur des Magazins Micro: The 6502 Journal in der Märzausgabe von 1981 öffentlich dafür entschuldigen(öffnet im neuen Fenster) , zuvor eine Anzeige des Diskettenwerkzeugs Locksmith(öffnet im neuen Fenster) auf den Seiten der Zeitschrift veröffentlicht zu haben. Seine anderen Anzeigenkunden, die unter anderem aus der Softwarebranche stammten, hatten protestiert.

Zu dieser Zeit begann die Heimcomputerrevolution in den Kinder- und Jugendzimmern. Diese meist männlichen Nutzer hatten neben dem Ziel, möglichst kostenlos an neue Spiele zu kommen, auch noch einen weiteren Antrieb: Geltungsbedürfnis.

So zeugt eine Vielzahl(öffnet im neuen Fenster) von liebevoll gestalteten Bildschirmgrafiken, die vor dem eigentlichen, geknackten Programm angezeigt wurde, von der frühen Crackerszene auf dem Apple II in den USA.

Auch in Europa kam mit der Verbreitung der 8-Bit-Rechner von Commodore, Atari und Amstrad schnell ein loser Verbund von Einzelpersonen und kleinen Gruppen auf die Idee, ihre Namen prominent vor den Spielen anzuzeigen, und es entwickelte sich eine blühende Cracker-Kultur, die den USA bald in puncto Qualität und Quantität den Rang ablief.

Über den weiteren Verlauf der Geschichte und die verschlungenen Wege der illegalen Datendistribution vor dem Internet unterhält sich Golem.de-Redakteur Martin Wolf im Podcast mit dem Journalisten und Zeitzeugen Lars Sobiraj.

Anmerkung der Redaktion:

Im Podcast kommt das Thema Suizid zur Sprache. Haben Sie selbst Suizidgedanken oder suchen Hilfe als Angehöriger, finden Sie professionelle Hilfe etwa bei der Telefonseelsorge unter den Rufnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 oder im Internet. Weitere Informationen finden Sie über die Seiten(öffnet im neuen Fenster) der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Shownotes:

Lars' Webseite(öffnet im neuen Fenster)

Die verwaiste Domain(öffnet im neuen Fenster)

Das Buch zu Gulli.com(öffnet im neuen Fenster)

Günter Freiherr von Gravenreuth(öffnet im neuen Fenster)

Denuvo(öffnet im neuen Fenster)

Die Empress-Story(öffnet im neuen Fenster)

Wir freuen uns über Feedback. Themenanregungen, Kritik und Blumensträuße nehmen wir unter podcast@golem.de entgegen.


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