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Podcast Besser Wissen : Als die Daten in Quecksilber gespeichert wurden

Podcast „Besser Wissen“ Cover
Warum ein Megabyte Arbeitsspeicher 1957 fast eine halbe Milliarde Dollar gekostet hätte und wie kosmische Strahlung Bits umkippt – eine Podcast -Folge über die Geschichte des RAM.
/ Martin Wolf
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Links im Bild moderner RAM, rechts Kernspeicher (Bild: Public Domain / Montage: Golem.de)
Links im Bild moderner RAM, rechts Kernspeicher Bild: Public Domain / Montage: Golem.de

Noch vor einigen Jahrzehnten war Arbeitsspeicher ziemlich teuer. Erst in den 1970er Jahren sanken die Preise pro Megabyte(öffnet im neuen Fenster) unter die 100.000 Dollar-Marke. Das liegt unter anderem daran, dass zuvor keine integrierten Schaltkreise und damit auch keine Speicherchips auf Siliziumbasis existierten.

So musste man sich andere Verfahren einfallen lassen, um beispielsweise Zwischenergebnisse von Berechnungen oder die auszugebenden Zeichen für den Bildschirm zu puffern.

Eine dieser Ideen: Verzögerungsspeicher. Ein Quecksilberbad(öffnet im neuen Fenster) in das Schallwellen hineingegeben und wieder ausgelesen wurden, bildete in den 1940er Jahren die Basis für erste Versuche, Signale zwischenzuspeichern.

Der erste kommerziell einsetzbare Computer namens Universal Automatic Computer I(öffnet im neuen Fenster) besaß Anfang 1951 in den USA sieben Quecksilbertanks, die keine zwanzig KByte fassten.

Sein Gesamtgewicht betrug auch dank der über 6.000 verbauten Röhren und der Heizung, die den Speicher konstant auf 65 Grad Celsius hielt, über 7 Tonnen. Dabei verbrauchte er 125 kW.

Zehn Jahre später hatte der wesentlich weniger aufwändig zu handhabende Kernspeicher(öffnet im neuen Fenster) die Quecksilberwannen ersetzt. Er bestand aus winzigen Magnetringen, die zunächst per Hand auf Kupferdrähte gefädelt werden mussten.

IBM fand später einen Weg, dieses Verfahren zu automatisieren und stellte noch 1970 zwanzig Milliarden dieser Kerne jährlich für seine Rechner her. Der Vorteil gegenüber den Quecksilberwannen war, dass die Daten nicht mehr sequentiell ausgelesen werden mussten, sondern wahlfrei auf sie zugegriffen wurde.

Welche Tricks zur Beschleunigung dieser Lesevorgänge heute angewendet werden und welche Speicherformen seit der Computersteinzeit noch ausgestorben sind, besprechen die Golem.de Redakteure Sebastian Grüner, Oliver Nickel und Martin Wolf im Podcast.

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