Podcast Besser Wissen : Abenteuer mit Point-and-Click


Die ersten Abenteuerspiele mit Mausunterstützung und einfacher Schwarzweißgrafik erschienen in der Mitte der 1980er Jahre. Zuvor musste man sich die Szenerie selbst anhand des Textes vorstellen.
"Irgendwo in der Nähe befindet sich die kolossale Höhle, wo andere Schätze und Gold gefunden haben, obwohl es Gerüchte gibt, dass manche, die sie betreten, nie wieder gesehen werden. In der Höhle soll Magie wirken ..."
So begann(öffnet im neuen Fenster) das vom Hobby-Höhlenforscher William Crowther(öffnet im neuen Fenster) programmierte erste Adventure(öffnet im neuen Fenster) 1976. Dass es bis in die 1980er dauern sollte, bis auch Grafik ins Spiel kam, hatte technische Gründe. Zum einen konnte kaum einer der frühen Rechner überhaupt andere Pixel anzeigen als die der jeweiligen Schriftart, zum anderen belegten solche Bilder viel zu viel des wertvollen Speicherplatzes.
Mit dem Marktstart des Apple Macintosh gab es nicht nur ein grafisches System als Standardoberfläche für die Bedienung des Computers, sondern mit der Maus auch ein Eingabegerät, das sich hervorragend zum Erkunden eines Bildes auf dem Monitor per Klick eignete. Als schließlich 1984 mit Enchanted Scepters(öffnet im neuen Fenster) das erste grafische Klick-Abenteuer für Macintosh erschien, war ihm jedoch kein kommerzieller Erfolg beschieden.
Hinter den Kulissen der beiden einfachen Grafik- und Textfenster des Spiels arbeitete die vom Programmierer William C. Appleton(öffnet im neuen Fenster) geschaffene Skript-Umgebung World Builder(öffnet im neuen Fenster) . Mit diesem Programm konnte die Mac-Nutzerschaft ihre eigenen Abenteuerspiele schreiben und zeichnen. Diese Spiele-Engine ließ erstmals eine recht einfache Arbeitsweise ohne Programmierkenntnisse zu. In den folgenden Jahren erkannten auch andere Spieleprogrammierer den Vorteil einer flexiblen Basis für die Erschaffung von Abenteuerspielen.
So entwickelten Ron Gilbert und Aric Wilmunder für Lucasfilm Games das Script Creation Utility for Maniac Mansion, das zunächst nur für das titelgebende Spiel Maniac Mansion gedacht war. Dessen Erfolg ab 1987 führte zur stetigen Erweiterung des Werkzeuges und zu seiner Verwendung in gut einem Dutzend Spiele bis in die 1990er Jahre hinein. Das Genre der Klick-Abenteuer erlebte in dieser Zeit eine Blüte. Vor allem in Deutschland waren die Titel sehr beliebt.
Welche technischen Herausforderungen die Entwicklung von Point-and-Click-Adventures auch heute birgt, besprechen wir mit dem Programmierer Martin Wendt, der mit einem kleinen Team in seiner Freizeit das Spiel Caren and the Tangled Tentacles(öffnet im neuen Fenster) geschaffen hat.
Shownotes:
Caren and the Tangled Tentacles zum Download(öffnet im neuen Fenster)
Martins Seite zum Spiel(öffnet im neuen Fenster)
Review im Reset Magazine(öffnet im neuen Fenster)
Sam's Journey im Test auf Golem.de
Monkey Island auf dem C64?(öffnet im neuen Fenster)
News zu Ron Gilbert auf Golem.de
Thimbleweed Park im Test auf Golem.de
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