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Podcast Besser Wissen : 42.000 Akten aus der Nazizeit digitalisiert

Podcast „Besser Wissen“ Cover
Wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung von Geschichte: Wir erzählen im Podcast , wie innerhalb kurzer Zeit Tausende Akten online zugänglich gemacht wurden.
/ Martin Wolf
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Das Landesarchiv Brandenburg und Auszüge aus einer Akte (Bild: Martin Wolf, OFP Projekt)
Das Landesarchiv Brandenburg und Auszüge aus einer Akte Bild: Martin Wolf, OFP Projekt

Deutsche Behörden haben von jeher den Ruf, akribisch und sorgfältig zu arbeiten. Alle für die Steuern nötigen Informationen wurden bereits ab den 1920er Jahren in der neu gegründeten Reichsfinanzverwaltung(öffnet im neuen Fenster) zusammengetragen. Diese Datensammlung ermöglichte es ab 1933 den Nationalsozialisten, die Vermögenswerte all jener zu analysieren und einzuziehen, die sie als sogenannte Staatsfeinde verfolgten.

Ein Rädchen in diesem System war die Devisenstelle des Oberfinanzbezirkes Berlin-Brandenburg. Sie sammelte Informationen zur Auswanderung von jüdischen Deutschen, um deren Eigentum später zu beschlagnahmen und das aus dem Verkauf gewonnene Geld dem Staat zuzuführen.

Im Jahr 1942 wurde zusätzlich die sogenannte Vermögensverwertungsstelle eingerichtet. Sie zog die Vermögen deportierter jüdischer Bürgerinnen und Bürger ein. All diese Vorgänge sind in Zehntausenden Akten noch heute nachvollziehbar, waren allerdings wie viele alte Bestände bis vor Kurzem nur in Papierform und vor Ort einsehbar.

Die 42.000 Akten der Vermögensverwertungsstelle des Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg sind seit Jahresanfang 2023 restauriert, digitalisiert und online zur Recherche(öffnet im neuen Fenster) verfügbar. In nur drei Jahren schaffte es ein Team des Landeshauptarchivs Brandenburg, dieses komplexe Projekt(öffnet im neuen Fenster) trotz pandemiebedingter Herausforderungen erfolgreich abzuschließen.

Wir haben uns mit zwei Mitarbeiterinnen des Archives im Podcast darüber unterhalten, warum solche Projekte so selten sind und welche Hürden bei der Digitalisierung von Aktenbeständen noch immer zu nehmen sind.

Shownotes:

Die Initiatorin des Projektes Irena Strelow(öffnet im neuen Fenster)

Die Projektwebseite(öffnet im neuen Fenster)

Zum Fallbeispiel Ferdinand Mainzer(öffnet im neuen Fenster)

Wir freuen uns über Feedback. Themenanregungen, Kritik und Blumensträuße nehmen wir unter podcast@golem.de entgegen.


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