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Pocket FM soll freies Radio nach Syrien bringen.
Pocket FM soll freies Radio nach Syrien bringen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Das Gerät kann nicht einfach vom Regime übernommen werden

Finden Truppen des Regimes oder Kämpfer des IS einen Sender, könnten sie ihn nur mit relativ großem Aufwand für eigene Zwecke missbrauchen. Wird eine Eingabequelle, etwa der Satelliteninput, ausgeschaltet, muss das Gerät zum Senden neu konfiguriert werden. Doch dafür muss erstmal eine PIN eingegeben werden, sonst bleibt der Sender stumm. Die Experten vom Mict haben die Sicherheit nach eigenen Angaben auch extern von Hackern prüfen lassen. Das Ergebnis: Mit viel Zeit und Aufwand ließe sich auch Pocket FM hacken und missbrauchen - für besonders realistisch halten sie das Szenario aber nicht.

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  • Philipp Hochleitner leitet das PocketFM-Projekt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Pocket FM beim Bootvorgang (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Pocket FM beim Bootvorgang (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Bevor der Input geändert werden kann, muss eine PIN eingegeben werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Hinten werden Antennen mit einem Widerstand von bis zu 50 Ohm angeschlossen, außerdem gibt es einen Input für ein Satellitensignal. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Bevor der Input geändert werden kann, muss eine PIN eingegeben werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Das Gerät wird nicht nur in Syrien eingesetzt. In Sierra Leone unterstützte Mict ein lokales Projekt, das die Bevölkerung in entlegenen Regionen besser über Ebola aufklären wollte. Und auch in Tansania war der kleine schwarze Kasten bereits im Einsatz. Dort informiert ein Radioprojekt die Bevölkerung über landwirtschaftliche Themen wie das dort grassierende Bananenvirus.

Keine mechanischen Komponenten

Pocket FM verzichtet auf mechanische Komponenten wie Festplatte und Lüfter. "Diese wären viel zu wartungsintensiv und anfällig für den Einsatzort" , sagt Hochleichter im Gespräch mit Golem.de "Wir wollten ein Gerät entwickeln, das, einmal eingerichtet, ohne besondere Wartung in Betrieb bleibt." Deswegen braucht das Gerät auch nur wenig Strom: "Eine Solarzelle reicht", so Hochleichter. Das Gerät läuft mit 12 Volt und 5 Ampere - notfalls könne man es auch über eine Autobatterie betreiben, sagen die Medienexperten vom Mict.

Ein weiterer Vorteil von Pocket FM gegenüber normalen Radiostationen: seine Größe. Denn das Gerät kann im Prinzip auf jedem Dachboden oder einem höheren Turm platziert werden. Mit einer Sendeleistung von 25 Watt soll das Gerät per Ultrakurzwelle bei guten Bedingungen ein Gebiet von etwa 6 km Radius mit Radiosignalen versorgen können. Einzige Einschränkung: Die Antenne muss im Freien angebracht werden, also etwa auf dem Dach eines hohen Hauses, um eine bestmögliche Abstrahlung zu gewährleisten.

Auch die Bedienung ist einfach gehalten: Das Gerät wird mit einem voreingestellten Sender ausgeliefert. Und auch die Menüführung ist unkompliziert, so dass kein speziell geschultes Personal notwendig ist, um Pocket FM zu bedienen. "Normale Radiosender benötigen viel Wartung und viel Einarbeitung auf Seiten der Benutzer", sagt Hochleichter. "Da geht schnell etwas kaputt."

Das von uns begutachtete Gerät ist schon die zweite Version von Pocket FM. Doch die Entwicklung ist noch nicht vorbei. In Version drei soll es WLAN geben, um das Gerät auch bequem am Smartphone per Weboberfläche zu administrieren. Außerdem soll es ein Mobilfunkmodul geben, mit dem der Sender aus der Ferne administriert werden kann - alles, um das Risiko für die Betreiber des Geräts möglichst gering zu halten.

"Pocket FM wird es niemals bei Amazon geben"

Pocket FM ist kein Produkt für den Massenmarkt. "Den Sender wird es nie auf Amazon zu kaufen geben", so Hochleichter im Gespräch mit Golem.de. Denn weil die Entwicklung des Geräts mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde, muss sich der Einsatz streng am Förderzweck orientieren. Mict hat nach eigenen Angaben Anfragen nach dem Gerät aus aller Welt. Diese könne man nicht alle beantworten. Doch wer an Pocket FM interessiert ist, könnte bald trotzdem eine Chance auf ein eigenes Gerät bekommen.

Denn alle Baupläne und auch die benötigte Software für das Gerät der dritten Generation sollen im kommenden Jahr unter offener Lizenz zur Verfügung gestellt werden, verspricht Hochleichter. Die meisten Komponenten sind dabei nicht schwer zu beschaffen - nur die verwendete Platine sei aufwendiger herzustellen. Dabei sind nicht die realen Kosten pro Platine das Problem - sondern die Einrichtung des Prototyps in einer Fabrik. Natürlich kann man die benötigten Schaltkreise notfalls auch selbst nachbauen.

 Pocket FM: Robuster Radiosender für Krisengebiete

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George99 11. Nov 2015

Ein "moderater" Terrorist ist dann einer, der nicht "Allahu akbar" schreit, wenn er dich...

Oktavian 05. Nov 2015

Es geht ja nicht unbedingt um hohe Reichweite. Abgedeckt soll vielleicht in Dorf, ein...

Kein Kostverächter 05. Nov 2015

Ich finde ein 20W-UKW-Sender mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 60W ist ziemlich...

nixidee 05. Nov 2015

Ob das was bringt? Immerhin blockt die russische Armee ja vor Ort mit ihrem R-330ZH...

derh0ns 04. Nov 2015

Brint aber nichts wenn der Angreifer vollen zugriff auf die Hardware hat, und das ist...



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