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POC 21: Nachhaltiges Basteln im Barockschloss

Statt nur zu debattieren wollen zwölf Open-Source-Projekte umsetzbare Lösungen für die nachhaltige und umweltschonende Ressourcennutzung bauen. Dazu treffen sie sich an einem ungewöhnlichen Ort: einem französischen Barockschloss.

Artikel veröffentlicht am ,
Konzeptzeichnung des Camps (POC21 / CC BY SA 2.0)
Konzeptzeichnung des Camps (POC21 / CC BY SA 2.0) (Bild: POC 21)

Von Mitte August bis Mitte September treffen sich die Macher von europäischen Open-Source-Initiativen in der Nähe von Paris in einem Zeltcamp. Sie wollen dort konzentriert an ihren Projekten arbeiten, zum Beispiel einem Fahrradtraktor und einer Endlosdusche. Vor Ort haben die Tüftler nicht nur Zugriff auf Werkzeug und Technik, sondern können sich auch von Ingenieuren und Produktionsspezialisten helfen lassen. Am Ende sollen konkrete, offene Baupläne und -anleitungen entstehen, mit denen Menschen überall auf der Welt die entwickelten Lösungen selbst aus lokalen Materialien nachbauen können. Finanziert wird das Camp durch Sponsoren und Fördergelder.

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Um am Camp teilzunehmen, reichten fast 200 Gruppen ihre Vorschläge ein. Gesucht wurden Projekte, die konkrete Lösungen für die nachhaltige Ressourcennutzung anbieten. Außerdem Ideen, um Menschen in die Lage zu versetzen, sich besser selbst zu versorgen. Die Vision der POC-Organisatoren ist eine postindustrielle Gesellschaft, in der Menschen viele Güter auf Basis von Open-Source-Bauplänen lokal produzieren können. Das Camp dient dabei als Prototyp einer lokalen Minifabrik.

Die Organisatoren des POC wählten aus den eingereichten Vorschlägen zwölf Projekte aus. Darunter befinden sich vermeintlich simple Ideen wie ein Miniaturbauernhof für die eigene Küche, ein preiswertes Wasserfiltersystem oder ein effizienter Wasserkocher. Die Kraft der Sonne wollen sowohl ein modulares Solarzellensystem als auch ein Solarthermiekraftwerk im Eigenbau ausnutzen. Dass ein Fahrrad nicht nur als Fortbewegungsmittel taugt, zeigt das Konzept eines Fahrradtraktors für Arbeiten auf kleinen Ackerflächen. Ans Weltall denken lässt eine Dusche mit integriertem Wasserkreislauf.

  • Konzeptzeichnung des Camps im Schlosspark (Bild: POC 21/ CC BY 2.0)
Konzeptzeichnung des Camps im Schlosspark (Bild: POC 21/ CC BY 2.0)

All diese Projekte sollen auf einem Grundstück rund um das Schloss Château de Millemont umgesetzt werden. Für fünf Wochen werden dort in noch zu bauenden, zeltähnlichen Kuppelkonstruktionen die Tüftler - zum Teil mit ihren Familien - arbeiten und wohnen. Dieser Aufwand steht auf den ersten Blick in Kontrast zum Ziel der POC-Initiative, nachhaltige und umweltfreundliche Entwicklungen voranzutreiben.

Doch einer der Organisatoren, Daniel Kruse, verneint dies. Derzeit gebe es nirgendwo die erforderliche Infrastruktur an einem Platz. Die Nutzung bereits vorhandener, aber verteilt gelegener Fablabs, Werkstätten und Übernachtungsmöglichkeiten innerhalb einer Stadt würde deshalb einen erheblichen Aufwand bedeuten. Das stehe der eigentlichen Projektidee entgegen, denn die Bastler sollten sich nur auf ihre Arbeit konzentrieren. Außerdem stehe der Besitzer des Schlosses der Initiative wohlwollend gegenüber und verlange nur eine geringe Miete.

Die Organisatoren versuchten nicht grundlos, einen Ort in oder nahe Paris zu finden. Genauso wie auch der Name der Initiative POC ("Proof of Concept") kein Zufall ist. Anfang Dezember findet in Paris die 21. UN-Klimakonferenz statt, abgekürzt mit COP 21. Die POC-Organisatoren verstehen ihre Veranstaltung als Gegenentwurf zu dem Großereignis, wo zwar viel geredet und beschlossen werde, aber selten ein praktischer Nutzen erkennbar sei.

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alloisxp 20. Jul 2015

Da sind wirklich extrem spannende Konzepte dabei! (Besonders der Miniaturbauernhof und...


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