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Plugin-Seite entfernt: Chrome verhindert Abschalten von Web-DRM

Kommende Versionen des Chrome-Browsers verzichten auf die Möglichkeit, Plugins leicht zu deaktivieren, immerhin sei das sogenannte Web-DRM oder auch der Native Client integraler Bestandteil des Browsers. Auch der Flash Player lässt sich nicht mehr einfach deaktivieren.
/ Sebastian Grüner
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Die Plugin-Seite ist in Vorabversionen von Chrome verschwunden. (Bild: Screenshot Golem.de)
Die Plugin-Seite ist in Vorabversionen von Chrome verschwunden. Bild: Screenshot Golem.de

Seit rund einem Dreivierteljahr(öffnet im neuen Fenster) arbeitet das Team des Chrome-Browsers daran, die eingebaute Optionsseite chrome://plugins zu entfernen. In aktuellen Vorabversionen wurde diese Änderung bereits umgesetzt, so dass Nutzer anders als bisher üblich die Plugins des Browsers nicht mehr per Klick deaktivieren können. Die genutzten Plugins – der PDF-Viewer, der Flash Player, der Native Client sowie das Widevine-CDM zur Umsetzung des sogenannten Web-DRM – sind damit zwangsweise für alle Nutzer aktiviert.

Begründet wird die Änderung damit, dass alle genannten Plugins bis auf den Flash Player tatsächlich keine Plugins von Drittanbietern mehr seien, sondern "effektiv nur spezialisierte Bibliotheken für Chrome" , die von Google selbst erstellt und gepflegt würden. Über das Einstellungsmenü von Chrome ist für den Flash Player aber immerhin weiter möglich, dessen Ausführung zu blockieren.

Deaktivieren nur über Umwege

Im Gegensatz zur vollständigen Deaktivierung von Flash, die bisher möglich war, führt die Blockierung jedoch dazu, dass der Browser künftig immer mit dem entsprechenden Hinweisfeld Nutzer darüber informiert, dass eine Seite Flash benötigt. Nutzer können den Flash Player dann per Klick auf den Hinweis wieder aktivieren.

Ein Deaktivieren der anderen Plugins ist dagegen nur mit vergleichsweise viel Aufwand möglich. So müssen die installierten Binärdateien manuell gelöscht werden. Ebenso kann über eine Unternehmensrichtlinie(öffnet im neuen Fenster) das Aktualisieren von "fremden" Binärbestandteilen in Chrome unterbunden werden. Wird die Richtlinie nicht genutzt, werden die Binär-Plugins beim nächsten Chrome-Update wieder automatisch installiert, auch wenn diese zuvor gelöscht worden sind.

Da das Chrome-Team die Funktion nun in seinen Vorabversionen aktiviert hat, finden sich derzeit einige Bugreports, die auf das geänderte Verhalten aufmerksam machen und fordern, das bisherige Verhalten wiederherzustellen. Darin wird etwa auf technische Probleme im Zusammenhang mit dem Widevine-CDM(öffnet im neuen Fenster) hingewiesen.

Anders als Google bietet etwa Mozilla im Firefox-Browser die Möglichkeit, das DRM-Plugin zu deaktivieren. Ebenso stehen Firefox-Builds ohne die DRM-Funktion bereit.


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