Ampel-Parteien wollen Subventionen streichen

So heißt es in dem Sondierungspapier: "Wir wollen zusätzliche Haushaltsspielräume dadurch gewinnen, dass wir den Haushalt auf überflüssige, unwirksame und umwelt- und klimaschädliche Subventionen und Ausgaben überprüfen." Die Grünen im Bundestag fordern seit Jahren, die Kaufprämie für Plugin-Hybride vollständig abzuschaffen und stattdessen vollelektrische Autos doppelt so stark zu fördern.

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Denn es hängt stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab, ob durch einen Plugin-Hybrid tatsächlich weniger CO2 ausgestoßen wird. Wird der Elektroantrieb kaum genutzt, ist der Hybrid sogar klimaschädlicher als ein vergleichbarer Verbrenner. Da die neue Regierung - falls sie zustande kommt - weder die Steuern erhöhen noch die Schuldenbremse umgehen will, könnte der Verzicht auf die Förderung der Plugin-Hybride ein Mittel sein, um andere Ausgaben zu finanzieren.

FDP gegen Kaufprämie

Unterstützung könnten die Grünen bei der FDP finden. In ihrem Wahlprogramm (PDF) forderten die Liberalen: "Auf teure Subventionen wie die Kaufprämie für E-Autos wollen wir verzichten. Die Regulierungen für Hybridfahrzeuge müssen überarbeitet werden, so dass deren reale CO2-Emissionen berücksichtigt werden."

In den ersten neun Monaten dieses Jahres soll schon eine Milliarde Euro in die Subventionierung der gut 240.000 neu zugelassenenen Plugin-Hybride geflossen sein. Das berichtete die Welt am Sonntag unter Berufung auf das Center Automotive Research (CAR) in Duisburg. Ein Verzicht auf die Förderung würde daher ins Gewicht fallen.

Volkswagen schlägt nutzungsabhängige Förderung vor

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CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer rechnet nicht damit, dass die SPD sich gegen Wünsche der Ampelpartner sperren würde, die Subventionen zu streichen. Das "wäre ein Symbol, das der Bevölkerung nach all den Berichten zur Pseudo-Umweltverträglichkeit der Plugins gut vermittelbar ist", sagte er dem Blatt und fügte hinzu: "Damit sollte auch in den SPD-Gesprächen das Ende der Plugin-Hybride-Förderung nicht auf allzu große Gegenwehr stoßen."

Kein Zufall, dass die Autoindustrie inzwischen selbst eine nutzungsabhängige Förderung ins Spiel bringt, um die Subventionen zu retten. "Wir halten die Anpassung der aktuellen Förderung für sinnvoll, denn mit dem Plugin-Hybrid können Kunden auf eine wichtige Übergangstechnologie zurückgreifen, die die Vorteile beider Systeme zusammenbringt", sagte Volkswagen-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer.

Über die reine Kaufprämie hinaus sollte das Nutzungsverhalten in künftige Förderszenarien einbezogen werden. "Wichtig ist, die Vorteile des Elektromotors gerade im Kurzstreckenbetrieb auch zu nutzen. Durch zusätzliche Anreize kann hier noch aktiver ein umweltbewusstes Verhalten gefördert und der Wandel zu nachhaltiger Mobilität beschleunigt werden", sagte Zellmer.

Damit greift Volkswagen eine Forderung des Bundesverbands E-Mobilität (BEM) auf, der eine nutzungsabhängige Förderung im vergangenen März vorgeschlagen hatte. Unter anderem soll die volle Fördersumme aus Umweltbonus und Dienstwagenregelung nur dann erhalten bleiben, wenn der Elektroanteil über 70 Prozent liegt.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Schärfere Vorgaben noch nicht beschlossen

Vermutlich dürfte den Autoherstellern eine solche Regelung noch eher entgegenkommen als die höheren Reichweiten. Denn dann hinge die Förderung nicht vom Produkt, sondern vor allem von der Nutzung ab. Nach Einschätzung des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) wären rund 50 Prozent der von VDIK-Mitgliedern angebotenen Plugin-Hybride künftig nicht mehr förderfähig, wenn die Reichweite auf 80 km erhöht würde.

Beschlossen ist diese Regelung der scheidenden Regierung jedoch noch nicht. Auf Anfrage von Golem.de teilte das Wirtschaftsministerium mit, dass sich die neue Förderrichtlinie noch in der Ressortabstimmung befinde. Damit bleiben vermutlich nur noch wenige Wochen, um die Richtlinie vor Antritt der neuen Regierung fertigzustellen. Denn die Koalitionsverhandlungen zur Ampel sollen schon Anfang Dezember abgeschlossen sein.

Die Richtlinie kann aber erst nach Überprüfung durch die EU-Kommission in Kraft treten. Nicht ausgeschlossen, dass sie vorher schon wieder ein rotes Signal von der Ampel erhält.

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 Plugin-Hybride: Endet die Förderung trotz höherer Reichweiten?
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13ones 03. Nov 2021 / Themenstart

Wat? ein 300ps e motor wiegt grade mal ca. 120-130kg ich weiß nicht wie du darauf kommst...

plutoniumsulfat 02. Nov 2021 / Themenstart

Nein, der Durchlauf wird ja erhöht. Und nicht alles an Vorrat wird genutzt.

BlindSeer 01. Nov 2021 / Themenstart

Das Hauptproblem ist ja auch mitunter, dass es die größten Konsumenten gar nicht...

Iugh787 30. Okt 2021 / Themenstart

Auweia. H2 hat viel zu viele physikalisch gar nicht lösbare Probleme bei Herstellung...

BlindSeer 28. Okt 2021 / Themenstart

Nissan war mal sehr zuverlässig, hat sich leider geändert.

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