Plextor M9Pe im Kurztest: Gute SSD ist schlecht verfügbar

Man nehme einen gereiften Controller und einen aktuellen 3D-Flash-Speicher, fertig ist eine ordentliche SSD: Die M9Pe von Plextor zeigt eine gute Leistung, allerdings ist sie schlecht lieferbar und die Konkurrenz günstiger.

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Plextor M9Pe als M.2-2280-Variante ohne Kühler
Plextor M9Pe als M.2-2280-Variante ohne Kühler (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Seit Plextor im Januar 2018 die M9Pe-Serie vorgestellt hat, sind die NVMe-SSDs im deutschen Handel sporadisch verfügbar, und zumindest in den vergangenen Wochen hat sich die Situation verbessert - für uns Grund genug, sich die Solid State Drives ein bisschen näher anzuschauen. Denn die Plextor M9Pe ist eine der wenigen sehr schnellen SSDs, die noch auf einen Marvell-Controller setzen. Die meisten anderen Hersteller wie Intel nutzen mittlerweile Chips von Silicon Motion wie den SM2262 oder sind auf eigene Designs umgestiegen, etwa Western Digital.

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Die M9Pe ist praktisch eine Endkundenvariante der Lite-On CA3, allerdings gibt es sie in drei Varianten: Unser Testmuster ist die M9PeGN, ein M.2-2280-Kärtchen ohne Kühler. Der M9PeG-Ableger weist einen Heatsink auf und das M9PeY-Modell sitzt auf einer HHHL-PCIe-Gen3-x4-Adapterkarte samt größerem Kühler. Relevant ist der aber nur bei Dauerlast, da hier die niedrigere Temperatur die Leistungsdrosselung vermindert. Plextor kombiniert den 88SS1093-Controller mit acht Kanälen mit LPDDR3-Cache und dem 64-Layer-BiCS3-Flash-Speicher mit drei Bit pro Zelle von Flash Forward (Toshiba/WD).

  • Plextor M9Pe als M.2-2280-Variante ohne Kühler (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Plextor M9Pe als M.2-2280-Variante ohne Kühler (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Western Digital verwendet den gleichen NAND auch für die WD Black 3D, allerdings mit DDR4 und einen Inhouse-Controller. Diese vertikale Integration ähnlich wie bei Samsung ermöglicht eine bessere Abstimmung der Komponenten, wohingegen Plextor die Bauteile einkaufen muss und nur die Firmware für die eigenen Bedürfnisse optimieren kann. Weil der Hersteller auf TLC-Speicher setzt, wird er für Schreibvorgänge als SLC mit einem Bit pro Zelle angesprochen. Dieser Puffer fasst knapp 4 GByte (256 GByte), rund 8 GByte (512 GByte) und etwa 15 GByte (1 TByte) - danach fällt die Geschwindigkeit deutlich ab.

Sofern der Cache noch Platz hat, liest die M9Pe mit 3.160 MByte die Sekunde sehr schnell sequenziell und schreibt mit 2.030 MByte pro Sekunde ziemlich flott (QD32). Samsungs 970 Evo und Western Digitals WD Black 3D sind nicht nennenswert leistungsstärker. Auch beim wahlfreien Lesen oder Schreiben von kleinen Dateien mit geringer Befehlstiefe (4KQD1) kann sich die Plextor M9Pe mit 60 MByte/s und 160 MByte/s gegen die Konkurrenz behaupten. Reicht der SLC-Puffer nicht mehr, sinkt die sequenzielle Geschwindigkeit auf etwa 550 MByte/s - da schafft die Samsung 970 Evo mit 700 MByte/s mehr. Wird die Plextor M9Pe länger als eine Minute mit 128-KByte-Daten malträtiert, schreibt sie nur noch mit 1 GByte die Sekunde, da sie sich auf bis zu 79 Grad Celsius erhitzt.

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Die Plextor M9Pe ist definitiv keine schlechte SSD und liefert eine Leistung, die nicht allzu weit von einer Samsung 970 Evo oder Western Digital WD Black 3D bei gleicher Kapazität entfernt ist. Zudem verkauft der Hersteller sie auch mit Kühler oder als Add-in-Board und die Garantie beträgt fünf Jahre. Allerdings sind die drei Varianten der M9Pe wie gehabt schlecht lieferbar, was zu schwankenden und vergleichsweise hohen Preisen führt. Solange Plextor die Verfügbarkeit nicht in den Griff bekommt, raten wir zu den günstigeren NVMe-Alternativen der Mitbewerber, denn diese sind problemlos erhältlich.

Ohnehin dürfte es interessant sein, ob sich Dritthersteller-SSDs überhaupt am Markt halten können. Denn Intel, Micron (Crucial), Samsung, Toshiba und Western Digital haben Zugriff auf eigenen 3D-Flash-Speicher sowie selbst entwickelte Controller, was mittelfristig die Konkurrenz schlicht in preisliche Aus befördern könnte.

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