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Plextor M6e Black Edition im Kurztest: Auch eine günstige SSD kann teuer erkauft sein

Mit der M6e Black Edition bietet Plextor die derzeit günstigste SSD mit PCIe-Anschluss an. Der garantiert allerdings nicht durchgehend eine höhere Geschwindigkeit als Sata-basierte Modelle.
/ Marc Sauter
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Plextor M6e Black Edition (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Plextor M6e Black Edition Bild: Martin Wolf/Golem.de

Aktuell befindet sich der SSD-Markt in einem Umbruch: Die meisten Modelle nutzen noch die Sata-Schnittstelle und das veraltete Protokoll AHCI. Nur wenige SSDs sind bereits per PCIe-Schnittstelle angebunden und noch weniger Drives setzen auf das moderne NVM-Express-Protokoll. Plextor war einer der ersten Hersteller, die Anfang 2014 eine bootfähige PCIe-SSD für den Consumer-Markt veröffentlichten, die M6e . Die vor einigen Wochen vorgestellte Black Edition ist schwarz-rot statt grün lackiert. Plextor behält die Basistechnik bei und packt sie unter einen beleuchteten Kühler.

Die uns vorliegende 256-GByte-Version nutzt Marvells 88SS9183-Controller, der PCIe der zweiten Generation mit zwei Lanes unterstützt. Das entspricht theoretisch bis zu einem GByte pro Sekunde, so viel Leistung liefert die M6e Black Edition allerdings nicht. Plextor verbaut acht NAND-Packages mit Toshiba-Flash, der DDR3L-RAM-Cache stammt von Nanya. Die eigentliche SSD ist im M.2-Format aufgebaut, ausgeliefert wird sie aber versiegelt auf einer PCIe-4x-Adapterkarte (Half-Height Half-Length).

Plextor sieht nicht vor, dass der Käufer die M.2-SSD entfernt, in diesem Fall erlischt die Garantie. Der verbaute Kühler ist durchaus sinnvoll, da das kleine Kärtchen unter längerer Schreiblast an einigen Stellen wie dem Controller etwa 80 Grad Celsius erreicht. Als unnötig erweist sich der Sata-Stromanschluss, denn der PCIe-Slot liefert 25 Watt und somit weitaus mehr Energie als die M6e Black Edition aufnimmt. Plextor gibt einen Maximalwert von 8 Watt an, ein nettes Gimmick sind die grüne Betriebs- und die blaue Zugriffs-LED.

Plextor M6e Black Edition (HHHL)
Plextor M6e BE 128 GByte Plextor M6e BE 256 GByte Plextor M6e BE 512 GByte
Controller Marvell 88SS9183, 8 Kanäle Marvell 88SS9183, 8 Kanäle Marvell 88SS9183, 8 Kanäle
DRAM-Cache 256 MByte DDR3L-1600 512 MByte DDR3L-1600 1.024 MByte DDR3L-1600
NAND-Packages 8 x (2 x 64 GBit) 8 x (4 x 64 GBit) 8 x (8 x 64 GBit)
NAND-Typ 19 nm MLC 19 nm MLC 19 nm MLC
Sequenziell Lesen Bis zu 770 MB/s Bis zu 770 MB/s Bis zu 770 MB/s
Sequenziell Schreiben Bis zu 335 MB/s Bis zu 580 MB/s Bis zu 625 MB/s
Iops lesend Bis zu 96.000 Bis zu 105.000 Bis zu 105.000
Iops schreibend Bis zu 83.000 Bis zu 100.000 Bis zu 100.000
TBW Keine Angabe Keine Angabe Keine Angabe

Mitgeliefert wird die Plexturbo-2.0-Software. Sie nutzt vier GByte Arbeitsspeicher als Cache, wie eine Art RAM-Disk. Daher liefern Testprogramme wie Atto mit aktiviertem Plexturbo 2.0 extrem hohe Werte ab, bei unserem Kopiertest zeigen sich hingegen keine Unterschiede. Angesichts der Tatsache, dass Plexturbo eine weitere Möglichkeit von Datenverlust darstellt, raten wir von dieser und ähnlicher Software ab.

Bei sequenziellen Datenraten schlägt die M6e jede Sata-SSD

Für unseren Kurztest begnügen wir uns mit einigen Tools wie Atto, Crystal Disk Mark, AS SSD und unserem Dupliziertest. Hierbei muss die SSD insgesamt 50 GByte Daten – kleine wie große, komprimierbare und nicht komprimierbare – verdoppeln. Das Drive liest und schreibt also gleichzeitig, was in der Praxis etwa der Fall ist, wenn ein großer Spieleordner wie der von GTA 5 von einer Partition der SSD auf eine andere verschoben wird.

Die Messwerte sprechen zumindest bei sequenziellen Daten für die M6e Black Edition: Hier liest und schreibt die Plextor-SSD bis zu 751 und 573 MByte pro Sekunde. Die flottesten Sata-SSDs wie Samsungs 850 Pro werden durch die 6-GBit/s-Schnittstelle bei rund 550 MByte ausgebremst. Bei kleinen Daten und wahlfreien Zugriffen hingegen kann sich die Plextor-SSD kaum von der Konkurrenz absetzen, was sich auch im Kopiertest zeigt.

Verfügbarkeit und Fazit

Plextor bietet die M6e Black Edition mit fünf Jahren Garantie an, nennt aber keinen Lebensdauerwert (Total Bytes Written). Die PCIe-SSD ist mit 128, 256 und 512 GByte verfügbar. Das kleinste Modell kostet etwa 150, das mittlere 250 und das größte 450 Euro. Eine Version mit einem TByte gibt es nicht.

Die M6e Black Edition mag zwar per PCIe-Schnittstelle angebunden sein, nutzt aber weiterhin AHCI und verfügt nicht über den schnellsten Controller – die grundlegende Technik ist schließlich schon ein Jahr alt. Das schränkt den Geschwindigkeitsvorteil der SSD auf sequenzielle Datenraten ein, einzig hier ist die M6e Black Edition per Sata-Schnittstelle angebundenen SSDs überlegen.

Die 128- und das 512-GByte-Modelle sind zu teuer: Die kleine Version schreibt langsam, die große Version ist der preislich ähnlich positionierten Intel 750 mit 400 GByte unterlegen. Bleibt die 256-GByte-Variante der M6e Black Edition: Die ist für eine PCIe-SSD zwar günstig, kostet aber stattliche 100 Euro Aufpreis verglichen mit langsameren Sata-Modellen.


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