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Playstation: So ist mobiles Spielestreaming super!

Dank Firmware-Update wird PS Portal zum vollwertigen Handheld: Endlich lassen sich PS5-Spiele aus der Cloud streamen. Wir haben es ausprobiert.
/ Peter Steinlechner
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Das neue Hauptmenü für Cloud-Gaming auf der PS Portal (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Das neue Hauptmenü für Cloud-Gaming auf der PS Portal Bild: Peter Steinlechner / Golem

In den letzten Jahren kam es immer öfter vor, dass ich mit ein paar Extras im Gepäck verreiste: Je nach Spiel mit einer Playstation 5 oder mit der Xbox Series S – so ein bisschen Gaming am Abend ist ja auch im Urlaub was Schönes, nicht immer gibt's was Passendes auf der Switch 2.

Künftig wird der Koffer vermutlich leichter. Entweder kommt das Asus ROG Xbox Ally X ( Test auf Golem ) mit – oder die PS Portal, die dank neuer Firmware seit heute viel mehr kann. Sony hat das Handheld sehr viel umfassender für Cloud-Streaming freigeschaltet, so dass ich viele meiner aktuellen eigenen Spiele verwenden kann.

Nach dem Start sehe ich nun links oben drei Reiter: Remote Play über die eigene PS5, "Cloud-Streaming mit Playstation Plus Premium" und eine Suche. Beim Klick auf Cloud-Gaming kommt ein neues Menü mit drei großen Feldern: Meine Bibliothek, die schon bekannte Cloud-Games-Auswahl aus Premium und ein Bereich, über den ich neue Games kaufen könnte.

Dieser Bereich führt in den Store – allerdings muss ich dann über einen QR-Code auf dem Smartphone kaufen. Das ist etwas umständlich, aber dürfte ja kaum mal vorkommen.

Die wichtigere Neuheit ist der Zugriff auf meine Games. Nach dem Klick läuft nach 15 bis 30 Sekunden der Stream – und das in einer Qualität, die ich so nicht erwartet hätte. Über meine DSL-Verbindung war das Bild klar, die Farben kräftig, und das gesamte Spielerlebnis fühlte sich spürbar flüssiger an als bei Remote Play über die eigene Konsole.

Kein Flackern, kaum Artefakte und die Steuerung reagierte präzise. Besonders bei schnellen Actiontiteln oder Rennspielen ist das ein enormer Fortschritt. Vor allem im Zusammenspiel mit den adaptiven Triggern und dem gestochen scharfen Display ergibt sich ein rundes Gesamtbild.

Schade: Ganz ohne PS5 funktioniert die Sache noch nicht. Nach einem probeweisen Zurücksetzen von PS Portal musste ich bei der Neueinrichtung eine Konsole zum Koppeln angeben, sonst kam ich nicht weiter. Ob das eine technische Notwendigkeit oder nur eine künstliche Hürde von Sony ist, die man vielleicht doch irgendwie umgehen kann – unklar.

Was per Spielestreaming ebenfalls nicht funktioniert, sind Medien-Apps wie Youtube oder Netflix. Auch ein Zugriff auf irgendeine Art von PS5-Hauptmenü wie beim Remote Play ist nicht vorgesehen.

Unklar ist zudem, wie stabil das Ganze über Hotel- oder Flughafen-WLANs läuft. Da viele Netzwerke Anmeldebildschirme nutzen, könnte es dort Schwierigkeiten geben. Im Zweifel hilft wohl nur ein Hotspot übers Smartphone.

Bei der Speicherstandsynchronisierung lief im Test fast alles problemlos. Ich konnte in mehreren Spielen genau dort weitermachen, wo ich auf der PS5 aufgehört hatte. Nur bei Mafia – The Old Country musste ich neu anfangen, hier wurde der Fortschritt offenbar nicht übernommen.

Playstation Portal kostet rund 220 Euro, für das Cloud-Streaming ist ein Abo von Playstation Plus Premium(öffnet im neuen Fenster) nötig (17 Euro im Monat, längere Laufzeiten sind günstiger). Sony empfiehlt für flüssiges Spielen eine Internetverbindung mit mindestens 5 MBit/s, ideal sind 15 MBit/s oder mehr.

Fazit

Fantastisch! Wenn das WLAN stimmt, läuft das Cloud-Streaming auf dem PS Portal flüssig, reaktionsschnell und optisch überzeugend. Die neue Firmware macht aus einem Zubehör ein eigenständiges Handheld – leicht, handlich und perfekt für unterwegs.

Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass mobiles Spielestreaming unkompliziert ohne nennenswerte Einschränkungen bei hochwertigen Games einfach funktioniert – und Spaß macht.


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