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Playstation Plus im Test: Die Ära der Spielabos ist endgültig angebrochen!

Mit PS Plus gibt es nun Spieleabos für (fast) alle Plattformen. Eines ist beim insgesamt guten, aber konfusen Angebot von Sony aber noch offen.
/ Peter Steinlechner
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Logos von Playstation Plus und Xbox Game Pss (Bild: Pixabay / Montage: Golem.de)
Logos von Playstation Plus und Xbox Game Pss Bild: Pixabay / Montage: Golem.de

Eigentlich geht es hier um Playstation Plus, trotzdem fragen wir zuerst Nintendo: Wo bleibt euer Spieleabo? Der japanische Konzern betreibt mit der Switch nun die einzige große Plattform, für die es keine echte Flatrate für aktuelle Games gibt.

Auf mobilen Endgeräten können wir Apple Arcade oder Google Play Pass abonnieren, auf Windows-PC unter anderem Ubisoft+ oder PC Game Pass von Microsoft. Vor allem aber gibt es ebenfalls von Microsoft auf der Xbox den Xbox Game Pass.

Und nun hat auch Sony sein neues Playstation Plus veröffentlicht. Das heißt: Die Spieler haben auch auf PS4 und PS5 die Möglichkeit, für einen festen Betrag im Monat (ab 14 Euro) nahezu alle ihre Bedürfnisse in Sachen Gaming zu erfüllen.

Für das Geld gibt es Indiegames wie Hello Neighbor, Titel für ältere Kinder und Jugendliche wie Lego Batman 3 oder Tearaway sowie die ganz großen Blockbuster, etwa Spider-Man Miles Morales, Assassin's Creed Valhalla und Ghost of Tsushima.

Ein sehr großes Aber, was die Blockbuster angeht, gibt es allerdings auch: Anders als Microsoft mit dem Xbox und PC Game Pass will Sony seine AAA-Eigenproduktionen zum Start in Playstation Plus ausdrücklich nicht anbieten.

Das bedeutet: Wenn Microsoft etwa das Rollenspiel Starfield veröffentlicht, können Abonnenten es auf der Xbox Series X/S ohne weitere Zuzahlung für einen Monatsbeitrag von 10 Euro verwenden. Aber wenn Sony sein God of War Ragnarök auf den Markt bringt, kommen zum Preis von Playstation Plus Extra von 14 Euro noch mal rund 70 Euro für das Spiel mit dazu.

Eine wesentliche Info hat der Konzern noch nicht verraten: wie lange es dauert, bis derartige Blockbuster in Playstation Plus mit Abo verfügbar sind. Das können ein paar Wochen sein, aber auch Monate oder gar Jahre.

Das erinnert unter anderem an Disney+: Wer die ganz neuen Knüller von Pixar oder Filme auf Basis von Marvel oder Star Wars sofort sehen will, muss ins Kino. Danach folgt die Verwertung als Kauf – und im Abo tauchen die Streifen dann ein paar Monate später auf. Sony begründet diese Vorgehensweise damit, den Games so größere Budgets zur Verfügung stellen zu können.

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Dreistufige Plus-Tarife

Von Playstation Plus gibt es drei Mitgliedschaften. Der günstigste Tarif namens Essential kostet rund 9 Euro im Monat – rund 60 Euro bei einjähriger Kündigungsfrist. Das entspricht mit Multiplayer sowie Zugriff auf zwei bis drei Games dem schon länger bekannten, nun überarbeiteten PS Plus.

Der neue Tarif Extra kostet rund 14 Euro im Monat (rund 100/Jahr). Er bietet zusätzlich zu Essential einen Katalog von rund 250 Playstation-4- und -5-Spielen. Zur Markteinführung werden unter anderem Death Stranding, God of War, Miles Morales, Mortal Kombat 11 sowie Returnal und Red Dead Redemption angeboten.

God of War Ragnarok – Trailer (September 2021)
God of War Ragnarok – Trailer (September 2021) (03:16)

Bei einigen dieser Titel ist bereits in der Beschreibung ein Hinweis zu finden, wann sie wieder aus dem Katalog fliegen. Bei Red Dead Redemption etwa ist das am 20. September 2022 der Fall. Wer dann weiterspielen möchte, muss das Westernepos von Rockstar Games kaufen (für derzeit rund 24 Euro).

Der teuerste Tarif namens Playstation Plus Premium kostet rund 17 Euro im Monat (rund 120 Euro/Jahr). Er enthält Zugriff auf bis zu 340 weitere Katalogtitel wie The Last of Us Remastered und die Uncharted Collection. Ärgerlich: Von Letzterem ist nur die PS4-Fassung, aber nicht die als Kauf verfügbare PS5-Version enthalten.

Außerdem enthält Premium einige emulierte Klassiker der ersten drei Playstation-Generationen und sogar vom Handheld PSP. Dazu gehören Bioshock Remastered, Rogue Galaxy und Worms World Party sowie Ratchet & Clank Quest for Booty, Outcast und Motorstorm Apocalypse.

Playstation Plus: Spielestreaming und Fazit

Mit Premium gibt es auch die Möglichkeit, alte und neuere Games auf einem Windows-PC per Spielestreaming zu verwenden. Dafür muss man eine App von Sony installieren und sich mit seinen Nutzerdaten anmelden sowie ein Dualshock- oder Dualsense-Gamepad per Kabel oder Bluetooth koppeln.

Beim Ausprobieren hat das alles auf Anhieb geklappt. Anders als bei Xbox Game Pass gibt es momentan aber keine Unterstützung für mobile Plattformen. Ob das später folgt – unklar, aber wahrscheinlich.

Zusätzlich enthält Premium zeitlich begrenzte Demoversionen, so dass ausgewählte Games vor dem Kauf ausprobiert werden können.

Momentan sind allerdings nur schon etwas ältere Titel wie Cyberpunk 2077, Biomutant und Horizon Forbidden West im Angebot – und keine Games, die erst noch erscheinen.

Horizon Forbidden West – Fazit
Horizon Forbidden West – Fazit (02:28)

Die Benutzeroberfläche von Playstation Plus kommt uns zwar ganz schick, momentan aber auch noch recht unübersichtlich vor. Es gibt eine Unterteilung in mehrere Rubriken, vor allem aber in Extra und Premium. Immerhin über die Suchfunktion kann man gewünschte Inhalte schnell finden und dann installieren.

Fazit

Zumindest auf dem Papier hat das neue Playstation Plus vor allem ein Problem: Xbox Game Pass verschafft sich mit dem Versprechen, auch ganz große Blockbuster wie Starfield am Erscheinungstag zu liefern, einen kaum einholbaren Vorteil.

Hier schließen sich zwei Fragen an, die wir noch nicht beantworten können: Wie lange müssen Abonnenten auf AAA-Titel wie God of War Ragnarök warten? Für uns wären zwei oder drei Monate gerade noch okay – viel mehr aber nicht.

Zweite Frage: Sind die Großproduktionen von Microsoft in ein paar Jahren irgendwie weniger super, weil die Budgets aufgrund des Spieleabos ein bisschen weniger üppig sind als nötig? Was diese Problematik langfristig mit der Branche macht, ist momentan schlicht nicht absehbar.

Davon mal abgesehen finden wir die drei Stufen von Playstation Plus unnötig kompliziert. Hier scrollen wir durch die verschiedenen Menüs und ärgern uns, dass wir lange suchen müssen.

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Beim Xbox Game Pass ist das anders: Da surfen wir durch ein einziges Hauptmenü und freuen uns alle paar Augenblicke, wenn wir ein altes Lieblingsspiel wiedersehen oder ein noch nicht ausprobiertes entdecken.

Auch das Spielestreaming von Xbox Game Pass mit Unterstützung von mobilen Endgeräten finden wir besser, etwa für den Urlaub. Hier ist die Alternative von Sony sehr speziell: Einige Nutzer werden sich über den Fokus auf PC freuen, die meisten werden das jedoch nie auch nur anschauen.

Dennoch: Wer primär auf der Playstation spielt, wird um Plus kaum herumkommen. Wir raten in diesem Fall zum Extra-Abo. Der Aufpreis gegenüber Standard (9 Euro/Monat) ist mit 14 Euro/Monat noch verkraftbar.

Das Premium-Abo für 17 Euro/Monat hingegen wirkt erkennbar wie der Versuch, die ganz treuen Fans maximal zur Kasse zu bitten. Wir finden, dass die Sammlung von Retrogames nur beliebig statt liebevoll kuratiert ist.

Sony hat mit Playstation Plus noch viel Arbeit vor sich, die nächsten Jahren werden spannend für Abonnenten – aber auch für die Spielebranche und für Entwickler!


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