Bei der Emulation geschludert

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Das Hauptproblem liegt also nicht bei der Hardware, sondern auf Seiten der Software. Sony setzt auf Open-Source-Emulation, um genau zu sein: eine Version von PCSX ReARMed. Die spielt zwar alle vorinstallierten Titel ab, tut dies allerdings nicht originalgetreu.

Für unseren Vergleichstest nutzen wir eine Original-Playstation mit Modchip, angeschlossen über RGB an dem XRGB Mini alias Framemeister.

So finden wir im Vergleich mit der Originalhardware häufig Grafik- und Soundfehler. In Ridge Racer 4 ist der Hall-Effekt beim Driften oder Überholen von Gegnern übersteuert. Farbübergänge zeigen starkes Banding und die Bildrate stockt und stottert noch häufiger als in den sowieso nicht immer flüssig laufenden Originalen. Komplette Aussetzer beim Soundmodul und je nach Spiel mehr oder weniger Eingabeverzögerung komplettieren das insgesamt ungenügende Gesamtbild der Emulationsqualität.

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Dass das 2018 nicht so sein muss, beweisen die modernen Emulatoren am PC oder Raspberry Pi. Der aktuelle Retro Pi stellt selbst Problemfälle wie Ridge Racer 4 oder Battle Arena Toshinden entweder nahezu identisch mit der Originalversion oder sogar besser dar. Der Hardware-Core von Beetle PSX ermöglicht bei vielen Titeln die Videoausgabe in 16:9 mit skalierten Texturen ohne Warp-Effekt.

Die maximale Bildauflösung der Playstation Classic liegt bei 720p, also der dreifachen nativen Auflösung der meisten Playstation-Spiele mit 240p. Das Bild hat eine ausreichend gute Schärfe, kann aber auch in diesem Punkt nicht mit der Originalhardware angeschlossen über RGB am externen Scaler mithalten. Zudem bietet die Konsole keinerlei Konfigurationsmöglichkeiten. Sony hat nicht einmal an einen simplen Scanline-Filter gedacht, der den Look eines Röhrenfernsehers nachahmt.

Ein weiteres großes Ärgernis ist die Integration von neun PAL-Versionen. Der PAL-TV-Standard hat Spielern schon in den Neunzigern einigen Spielspaß genommen, sofern die Entwickler keine aufwendigen Anpassungen vornahmen: Spiele liefen 17 Prozent langsamer, häufig war auch der Bildaspekt negativ beeinflusst. Tekken 3 oder Battle Arena Toshinden sind zum Beispiel zwei der neun PAL-Fassungen auf der Classic. Beide laufen spürbar langsamer als die Originalversionen, wie man an der Ohrfeigen-Animation hier gut sehen kann.

  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
Playstation Classic (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)

Puristen könnten zwar argumentieren: "Tja, so war das eben in den Neunzigern, da gab es diese schlechteren PAL-Versionen." Wir finden die schlampige Auswahl aber frech.

Kein Grund für Farbbänder

Insgesamt gut gelungen ist das Speichersystem. Jeder Titel hat eine dedizierte virtuelle Speicherkarte. Hier können Spieler klassisch sichern. Um zwischen den Spielen zu wechseln, ist nur ein Druck auf die Reset-Taste erforderlich. Darauf wird der Zwischenspeicher ausgelesen und als weiterer Snapshot-Save gesichert. Jeweils ein solcher Speichervorgang ist für jedes Spiel verfügbar. Besonders nützlich ist das zum Beispiel für Resident Evil, sobald die Farbbänder rar werden oder bei Rollenspielen wie Wild Arms 3 oder Final Fantasy 7, wenn ein manueller Speicherpunkt weit entfernt liegt.

Leider hat auch Sony wie Nintendo nicht an eine Kombination aus Knöpfen gedacht, um ohne den Druck auf die Reset-Taste ins Hauptmenü der Konsolen zu gelangen.

Escape zur Rettung

An sich lässt auch der verwendete Open-Source-Emulator PCSX ReARMed einige Konfigurationen zu. Sony nutzt sie schlicht nicht. Rettung naht erneut aus der Hobby-Programmierer-Szene. Das Menü des Emulators wurde bereits kurz nach dem Verkaufsstart ausfindig gemacht. Ein paar wenige Tastaturen öffnen wegen ihres Strombedarfs, angeschlossen an die Playstation Mini, über den Druck auf die Escape-Taste erweiterte Optionen.

Wir konnten das im Test mit einer K70 von Corsair ausprobieren und bestätigen: Scanlines, weitere Speicherstände oder die Beeinflussung der Bildrate sind über dieses Menü bequem einstellbar. Die Scanlines werden bei 720p leider nicht korrekt ausgegeben, aber alle PAL-Versionen laufen im NTSC-Standard mit der korrekten Geschwindigkeit. Bei GTA erhöht sich dadurch zum Beispiel auch die Bildrate von unspielbaren 17 auf zumindest originalgetreue 20 Bilder pro Sekunde.

Mit viel externer Arbeit könnte so aus der kleinen Playstation künftig doch noch das Retroprodukt werden, das sich Spieler eigentlich direkt von Sony gewünscht haben.

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derKlaus 10. Dez 2018

Die PS3 kann PS1 Sipeile wiedergeben. Zumindest meine FAT. PS2 können nur die...

mw (Golem.de) 10. Dez 2018

Die Playstation 1 gibt entweder 224p, 240p oder 480i via Composite, S-Video oder RGB...

The_Grinder 10. Dez 2018

Ich glaube kaum, dass es für 100 Euro ne Original PS1 mit 20 Spielen gab.

Der schwarze... 10. Dez 2018

Vergleicht man die Emulation aber mit Higan (bsnes), dann wird schnell klar, dass sie...

Truster 10. Dez 2018

Reboot bzw refresh tut gut



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