Playstation 5: Scalper nutzen spezielle Kreditkarten und Zugriff auf APIs

Möglicherweise haben sich einige Scalper Zugriff auf die APIs der Server von Handelsunternehmen verschafft, um begehrte Waren wie die Playstation 5 möglichst sofort bei Verfügbarkeit zu kaufen. Das deutet jedenfalls ein Artikel der britischen Niederlassung von Forbes(öffnet im neuen Fenster) an.
"Diese APIs sind nicht für Fremdfirmen vorgesehen" , erklärte ein Insider dem Magazin. Seiner Auffassung nach haben zumindest einige Scalper per Reverse Engineering herausgefunden, wie sie bei den Kaufvorgängen direkt mit den Servern kommunizieren können.
Jedenfalls sei die Alternative, nämlich ein Skript über die Webseite des jeweiligen Shops laufen zu lassen, im Normalfall bei begehrten Gütern wie der Playstation 5 zu langsam. Dazu kommt, dass die Seiten bei dem starken Traffic als Folge von plötzlich verfügbaren Konsolen oft überlastet sind.
Die Scalper haben aber wohl noch andere Möglichkeiten gefunden, schneller shoppen zu können als normale Endkunden. So sind in Großbritannien beim Bezahlen per Kreditkarte bestimmte Verfahren wie 3D Secure vorgeschrieben, bei denen manuelle und damit zeitraubende Eingaben nötig sind.
Die entfallen aber, wenn Nutzer - also die Scalper - eine Kreditkarte verwenden, die etwa aus einer anderen Region stammt und damit erst gar nicht für 3D Secure vorgesehen ist.
Aus dem Artikel geht auch hervor, dass die Scalper offenbar unter ihrem schlechten Image in der Szene leiden. Ein Branchenvertreter sagte sogar, dass er einen großen Teil seiner Einkünfte spende. Eine Nachfrage von Forbes nach Details wurden dann nicht mehr beantwortet.

Es gibt auch Vorwürfe gegenüber dem Handel: Der stelle neue Konsolen oft am frühen Morgen online. Das mache es den Scalpern besonders einfach, größere Kontingente abzugreifen.
Scalper stammen eigentlich aus der Szene rund um limitierte Turnschuhmodelle - ein extrem lukratives Geschäft, bei dem oft kleinste Auflagen auf eine große und oft vermögende Kundschaft trifft.
Die mit Bots gekauften Waren werden zu viel höheren Preisen über Auktionsbörsen verkauft. Erst seit dem Start der Playstation 5 und der Xbox Series X/S ist das Gewerbe auch verstärkt in der Spielebranche unterwegs.
In Großbritannien könnten die Scalper demnächst vor einem größeren Problem stehen. Unter anderem Sky News berichtet(öffnet im neuen Fenster) über eine Gesetzesvorlage, mit der Einkaufen über Bots letztlich untersagt würde.



