Play Store: Google ermöglicht alternative In-App-Zahlungen

Die Verabschiedung des Digital Markets Act (DMA) seitens der EU zeigt Wirkung: Google hat in einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) angekündigt, App-Entwicklern künftig die Verwendung alternativer Zahlungssysteme zu ermöglichen. Dies betrifft In-App-Zahlungen, bei denen bislang Googles eigenes Zahlungssystem verwendet werden musste.
Die Regelung gilt für den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), der die EU-Staaten, Island, Liechtenstein und Norwegen umfasst. Die neue Regelung gilt für alle Apps, schließt aber keine Spiele ein. Alternative Zahlungssysteme müssen bestimmte Sicherheitsvoraussetzungen erfüllen, nähere Angaben machte Google dazu nicht.
Entwickler, die sich für eine alternative Zahlungsmöglichkeit entscheiden, müssen weniger Provision an Google zahlen. Die fällige Gebühr wird um 3 Prozent reduziert. Entwickler, die weniger als 1 Million US-Dollar im Jahr einnehmen, müssen entsprechend nur noch 12 statt bisher 15 Prozent an Google abgeben. Bei Entwicklern mit höheren Einnahmen reduziert sich die Abgabe von 30 auf 27 Prozent.
Google befolgt neue EU-Regeln
Googles Anpassung der In-App-Zahlungsmöglichkeiten ist nicht uneigennützig. Der DMA zwinge das Unternehmen dazu, seine bisherige Vorgehensweise anzupassen, schreibt Google. Bei Nichtbeachtung drohten Strafzahlungen von zunächst 10 Prozent der weltweiten Einnahmen. Bei weiterer Missachtung der Regelungen des DMA steigt die Strafe auf 20 Prozent der Einnahmen.
Mit dem DMA will die EU die Marktmacht von Techunternehmen wie Google, Facebook, Apple, Amazon und anderen eindämmen. Zusammen mit dem DMA wurde der Digital Services Act (DSA) beschlossen, der unter anderem Hassrede und Falschinformationen im Internet verringern soll.