Play Austria: Die Kaffeehauskultur reicht bis in die Spielebranche

Österreichische Games sind vielfältig: Davon können sich Besucher der Messe Play Austria überzeugen. Allerdings fehlen der Branche noch Akteure mit internationaler Strahlkraft.

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Screenshot aus The Lion's Song Episode 2
Screenshot aus The Lion's Song Episode 2 (Bild: Mipumi Games)

Einst lagerten hier Opernkulissen, jetzt werden digitale Welten gezeigt: Am 15. und 16. September findet im Wiener Semperdepot die Play Austria statt, die laut Veranstalter "erste Messe der österreichischen Game-Szene". In dem hohen, eleganten Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste zeigen 50 einheimische Game-Designer Prototypen und fertige Spiele. "Wir wollen allen eine Plattform bieten, die in Österreich irgendwas mit Games machen", sagt Jogi Neufeld, dessen Verein Subotron die Messe organisiert. Die meisten der rund 50 Aussteller dürften jedoch nur profunden Kennern der österreichischen Spielebranche bekannt sein.

Inhalt:
  1. Play Austria: Die Kaffeehauskultur reicht bis in die Spielebranche
  2. Auch Games können typisch österreichisch sein
  3. Warten auf den Funken

Kein Zweifel: Österreichischen Studios gelingt es immer wieder, die Aufmerksamkeit der Spielefans zu wecken. AAA-Projekte vom Format eines Assassin's Creed oder Uncharted sucht man hier allerdings vergebens. "In Österreich fehlt momentan - genau wie in Deutschland oder der Schweiz - eine Leuchtturm-Firma", konstatiert der Spieleentwickler Hannes Seifert. Kein Wunder, handelt es sich doch bei vielen Studios um Eine-Frau-, bzw. Ein-Mann-Unternehmen. Der weitaus größte Aussteller - und zugleich Österreichs führendes Entwicklerstudio - ist die Wiener Firma Sproing: Seit 2001 dabei, beschäftigte sie zwischenzeitlich über 100 Mitarbeiter, von denen nach der Insolvenz im vergangenen Jahr noch etwa die Hälfte übriggeblieben sind. Bekannt geworden ist Sproing mit Titeln wie Undercover: Operation Wintersonne und Schlag den Raab; zu den aktuellen Projekten zählen Panzer Tactics HD, Asterix and Friends, Quarantine und Nonstop Chuck Norris.

Daneben stellen bei Play Austria nur wenige Studios aus, die bereits international von sich reden machen konnten. Das bekannteste - Broken Rules aus Wien - landete 2009 mit dem Platformer And Yet It Moves einen Indie-Hit. Spätere Spiele wie Chasing Aurora oder Secrets of Raetikon waren nicht ganz so erfolgreich. Mit Old Man's Journey hat Broken Rules aber gerade ein faszinierendes Plattform-Spiel vorgelegt, das auf Steam sehr gute Kritiken erhält.

In den 80ern waren Österreichs Games erfolgreicher

Hannes Seifert erinnert sich noch an bessere Zeiten der österreichischen Computerspielebranche. Bereits 1987 programmierte Seifert seine ersten Spiele auf dem C64, 1993 gründete er zusammen mit Niki Laber und Peter Baustädter die Firma Neo Software, die 2001 von Take 2 übernommen und in Rockstar Vienna umbenannt wurde. Der Erfolg des Science-Fiction-Rollenspiels Whale's Voyage machte Neo Software Mitte der 90er Jahre tatsächlich zu einem Leuchtturm der österreichischen Games-Branche; weitere bekannte Firmen waren Max Design und JoWood.

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"In den späten 80er Jahren hat sich die österreichische Branche sehr gut entwickelt", erinnert sich der 45-Jährige, der inzwischen Country Manager DACH bei Riot Games in Berlin ist . "Die Firmen waren in einem so kleinen Land natürlich gezwungen, international zu werden, einen Heimmarkt gab es nicht." Mit Whale's Voyage kam Neo Software zunächst auf den britischen und später auch auf den deutschen Markt - genug, um ordentlich Reichweite zu erzielen.

Das Glück blieb der österreichischen Spielebranche aber nur bedingt treu. Rockstar Vienna wirkte zwar noch an Titeln wie GTA III und Max Payne 2 mit, im Jahr 2006 schloss Take 2 jedoch die Niederlassung; auch Max Design und JoWood mussten schließen. Seit dem Rockstar-Vienna-Aus hält sich die These, dass die Studioschließung eine Initialzündung für die österreichische Indie-Szene gewesen sei. Hannes Seifert relativiert das: "Natürlich gibt es viele erfolgreiche Firmen in verschiedenen Größenordnungen, die in dieser Zeit entstanden sind. Und zweifelsohne gab es in dem Team von Rockstar Vienna eine große Reihe von Talenten, die dann ihren Weg gegangen sind. Aber 'Initialzündung' halte ich für übertrieben."

Stattdessen entwickelte sich die Branche eher behutsam weiter.

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Auch Games können typisch österreichisch sein 
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