Warten auf den Funken

Dass die österreichische Branche gleichwohl weniger dynamisch ist als etwa die finnische oder polnische, hat aus Sicht von Jogi Neufeld auch noch mit etwas anderem zu tun: "Dieses schnelle, starke Wachsen entspricht vielleicht auch nicht der österreichischen Mentalität. Die eher gemächliche Kaffeehauskultur schlägt sich in der Branche nieder." Die Spieleförderung sei in Österreich grundsätzlich gut aufgebaut, so Neufeld, schränkt seine Aussage aber gleich ein: "Es gibt Förderungen, die bis zu 200.000 Euro gehen. Mit dem Geld können ein paar Leute ein, zwei Jahre an etwas arbeiten. Aber das ist eine Ausnahme."

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Während etwa die deutschen Verbände Millionenforderungen stellen, "wollen wir häufiger mal 50.000 Euro", sagt Neufeld. Auch Hannes Seifert findet die österreichischen Fördersummen zu gering: "Das sind alles Initialförderungen, die selbst für kleine Mittelständler wirtschaftlich keine Signifikanz haben. Von einem richtigen Fördermodell wie in Kanada oder England ist Österreich noch meilenweit entfernt."

Bürokratie abbauen, Rahmenbedingungen verbessern

Lokale Firmen hätten es zudem schwer, international gute Leute zu verpflichten, sagt Jogi Neufeld. "Und das, obwohl Wien immer noch die Stadt mit der höchsten Lebensqualität ist". Neufeld glaubt, dass Österreich nur mit Bürokratieabbau und günstigeren Rahmenbedingungen - etwa bei den Lohnnebenkosten - zum Standort internationaler AAA-Produzenten werden kann. "Wenn man ein kommerzielles Spiel macht, muss man auch bereit sein, dafür Opfer zu bringen", sagt Hannes Seifert. "Der Wille dafür fehlt momentan, vielleicht auch das Geld."

Gleichwohl ist Seifert vorsichtig optimistisch: "Wir hatten damals das Glück, dass Neo Software und JoWood und Max Design ungefähr zur gleichen Zeit erfolgreich waren. Ein solcher Funken muss erst wieder entstehen - das wird er auch, und dann wird die Branche erneut wachsen." Womöglich ist Play Austria schon ein kleiner Vorgeschmack.

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Die Messe Play Austria findet am 15. und 16. September jeweils von 10 bis 20 Uhr in Wien statt. An rund 60 Messeständen können viele ausgestellte Games angespielt werden, es gibt eine Retro-Ecke und eine Do-it-Yourself-Ecke sowie Vorträge. Besonderer Fokus der Messe ist Aus- und Weiterbildung. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter rechnen mit mehreren Tausend Besuchern.

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 Auch Games können typisch österreichisch sein
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